Die Roulettekugel im globalen Finanzkasino rollt also wieder. Doch wie stoppt man sie? Ganz einfach: Indem man Banken verbietet, zu groß zu werden.
Für den Ökonomen David Ricardo beginnt die besondere Rolle der Banken in dem Moment, da sie nicht mehr das eigene, sondern das Geld der anderen ausgeben. Das ist eine sehr feine Umschreibung dafür, dass Banken eine besondere Verantwortung tragen - und wie wir wissen, haben viele Kreditinstitute versagt: Sie sind mit dem Geld der anderen vor der Krise nicht sorgsam genug umgegangen.
Die Kugel rollt: Welche Lehren werden aus der Finanzkrise gezogen? (© Foto: AP)
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In Deutschland begann die Finanzkrise im August 2007, als die Mittelstandsbank IKB zusammenbrach. Im September 2008 verschärfte sich die Lage durch die Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers. Die Furcht damals war groß. Von einem Systemkollaps war die Rede, vom möglichen Run auf die Banken. Der Staat musste die Ersparnisse der Bürger garantieren. Und wie das oft ist in Momenten der Existenzangst: Es folgte eine kurze Zeit wagemutiger Ideen, manche stellten sogar die Marktwirtschaft insgesamt in Frage.
Einer der besseren Vorschläge sah vor, dass Banken künftig nicht mehr so groß und mächtig sein dürfen wie bisher. Es müsse wieder möglich sein, so die Idee, eine international verflochtene Bank pleitegehen zu lassen, ohne dass die globale Finanzwelt den Untergang fürchten muss. Doch wie man große Banken in einzelne, kleinere Teile zerlegen kann - an diese heikle Frage hat sich kein Politiker herangetraut. Außerdem erscheint das Finanzsystem seit einiger Zeit ja auch wieder robuster. Warum sollte man also die großen Geldhäuser zerschlagen?
Bei dieser Argumentation wird jedoch eines unterschlagen: Die internationalen Finanzmärkte funktionieren derzeit nur deshalb, weil der Steuerzahler bürgt. Der staatliche Schutzschirm erlaubt es den Instituten, denen es nicht ganz so schlecht geht, die ganz schlechten Konkurrenten zu übernehmen. So sind einige Banken noch dominanter geworden. Die Großbanken leihen sich bei den Zentralbanken günstig Geld, das Kapital pumpen sie in den Finanzmarkt, die Aktienkurse steigen deswegen kräftig, die Gehälter der Banker auch - während der Sparer geringere Zinsen und die Unternehmen weniger Kredite erhalten. Die Roulettekugel im globalen Finanzkasino rollt also wieder. Doch wie stoppt man sie? Ganz einfach: Indem man Banken verbietet, zu groß zu werden.
Dabei gibt es allerdings einige knifflige Fragen zu lösen: Wie zum Beispiel definiert man die kritische Größe einer Bank? Die Amerikaner und Briten würden dies wohl ganz anders beantworten als Deutsche, Italiener, Franzosen oder Belgier. Und natürlich lässt sich eine Großbank aufspalten in Vermögensverwaltung, Investmentbanking und Kreditgeschäft. Doch wo liegen da die Grenzen? Und man könnte auch darüber nachdenken, dass die Banken nur mit ihrem eigenen Geld zocken dürfen und mit den Einlagen der Sparer sichere Geschäfte machen. Allerdings: Selbst dann kann eine Bank das System destabilisieren.
Es zeigt sich also, dass der Versuch, das Bankgeschäft durch ein entsprechendes Gesetz aufzuspalten, erhebliche Probleme aufwirft. Der globale Finanzsektor ist im Zuge der Arbeitsteilung enorm komplex geworden. Deshalb reagieren die Kapitalmärkte auf solche Eingriffe so unberechenbar wie ein menschlicher Körper auf eine Virusattacke.
Eine bessere Idee wäre es, die Banken davon zu überzeugen, freiwillig zu schrumpfen. Man müsste dazu Anreize schaffen. Das funktioniert am besten, wenn Größe Geld kostet. Man sollte deshalb die staatlichen Rettungspakete ändern und von den großen Banken, die die Garantien des Staates in Anspruch nehmen, höhere Versicherungsprämien verlangen als von den kleineren Banken.
Zudem sollte der Staat genauer kontrollieren, was die Banken machen. So ist im Kreditwesengesetz geregelt, dass Banken einen Kredit nur vergeben dürfen, wenn sie die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers überprüft haben. Welche deutsche Bank hat tatsächlich überprüft, wie es den amerikanischen Hausbesitzern geht, deren Kredite sie aufgekauft haben? Mehr staatliche Kontrolle würde verhindern, dass manch gigantisches Geschäft unterbleibt.
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(SZ vom 26.08.2009/mel)
Rekord in Deutschland
Zitat: "Die Roulettekugel im globalen Finanzkasino rollt also wieder. Doch wie stoppt man sie? Ganz einfach: Indem man Banken verbietet, zu groß zu werden."
Die SZ läßt keine Möglichkeit aus, zu bestätigen, daß Wirtschaftskompetenz nur woanders zu finden ist.
Es ist schon traurig, wenn man feststellen muß, daß manche zwar an Ereignissen teilnehmen, die ganze Entwicklung aber nicht begreifen (wollen).
Mangel an Eigenkapital, ein exorbitant zu großer Kredithebel und ein Risikomanagement, das nur dem Namen nach vorhanden war, sind einzig und allein der Grund für das Desaster. Die Größe spielt nur eine untergeordnete Rolle.
Die IKB war keine große Bank. Hat aber im großen Umfang spekuliert. Die größte Deutsche Bank die Deutsche Bank ist ohne Staatshilfen durch die Krise gekommen. Entscheidend ist nicht die Größe, sondern das Eigenkapital und das Risiko-Management.
bei der Bundesschuldenverwaltung in Bad Homburg ist kostenlos und hat keine Verwaltungsgebühren. Einfach gezielt seine Hausbank fragen, "gerne" werden die diese Anlage nicht verkaufen. Was dem Anleger egal sein kann. Wenn unser Staat pleite gehen sollte, dann haben wir bereits vorher _ganz_ andere Probleme.
den Banken kein Geld mehr für ihre Mist-Anlagen gibt, die die "Berater" dort selbst nicht verstehen, sondern seine Teuros solange es noch möglich ist abzieht und in realen Werten anlegt. Dann kann man ruhig zusehen, wenn die Derivat-Blase platzt...und sie wird platzen, weil sie durch nichts unterlegt ist ausser durch heisse Luft. That´s it!