Die Finanzinstitute müssen gezähmt werden. Aber eine Zerschlagung ist nur sinnvoll, wo die Marktmacht zu groß ist.
"Macht kaputt, was euch kaputt macht." So lautete ein Refrain der Rockgruppe Ton Steine Scherben. Die Zeile wurde zum Slogan für Menschen, die sich als Opfer politischer und wirtschaftlicher Machtkonzentration sehen.
Die Industriestaaten haben strengere Kapitalregeln bereits beschlossen. Nun sollten sie die Regeln streng umsetzen. (© Foto: AP)
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Er lässt sich auf die Stimmung münzen, die sich gegen Banken formiert hat, die eine globale Krise auslösten und viele Menschen um ihre Existenz brachten. Auch angesehene Ökonomen wie der britische Notenbankchef Mervyn King und der frühere amerikanische Zentralbankchef Paul Volcker denken über eine Zerschlagung von Großbanken nach. Das mag in einigen Fällen sinnvoll sein. Als Rezept gegen künftige Krisen taugt es nicht.
Es gibt im Wesentlichen drei Argumente, Banken zu zerschlagen. Erstens sind viele Institute zu groß, um sie ohne verheerende Schäden für die Gesamtwirtschaft pleite gehen zu lassen. Zweitens haben einige Finanzkonzerne zu viel Marktmacht. Drittens sollten Banken, die das Vermögen zahlloser Privatpersonen verwalten, nicht gleichzeitig hochriskante Geschäfte betreiben.
Argument eins wiegt stark. Doch die HRE und selbst die IKB zeigen, dass auch kleine Institute systemisch relevant sein können, weil sie stark mit anderen Banken vernetzt sind. Regulatoren sollten sich daher darauf konzentrieren, Flächenbrände zu vermeiden.
Die Abwicklung riskanter Geschäfte über zentrale Handelsplätze ist dafür ein wesentliches Element. Ein weiterer Ansatz könnte ein Insolvenzrecht für Banken sein. Banken auf ein Maß zu stutzen, das sie für das System ungefährlich macht, ist nicht praktikabel. Solche Banken können nicht globale Konzerne mit hunderten Milliarden Umsatz finanzieren.
Gewichtig ist auch das zweite Argument für eine Zerschlagung von Banken. Einige Finanzkonzerne sind so groß, dass sie ihre Marktmacht zulasten ihrer Kunden ausnutzen können. Die führenden Investmentbanken verdienen im Handel mit Zinspapieren derzeit auch deswegen so viel, weil nur noch wenige Wettbewerber diesen Markt unter sich aufteilen. Es ist daher der falsche Weg, dass die USA und Großbritannien in der Krise noch größere Banken geschaffen haben.
Ein dritter Grund, Banken aufzuspalten, könnte das Anliegen sein, die Einlagen von Privatkunden vor Spekulationsgeschäften zu schützen. King und Volcker wollen daher das amerikanische Trennbankensystem wiederbeleben, das Investmentbanken und Privatkundenbanken unterschied. Aber es war eine reine Investmentbank - Lehman Brothers -, deren Kollaps auch viele Kreditbanken in Schwierigkeiten brachte. Umgekehrt brachen auch Landesbanken zusammen, deren Kerngeschäft gerade nicht die Kapitalmarktspekulation ist.
Banken zu zerschlagen ist sinnvoll, wo die Marktmacht zu groß ist. Um Risiken für das System und die Einlagen zu reduzieren, sind andere Instrumente wirkungsvoller. Banken müssen riskante Geschäfte mit weit mehr Kapital unterlegen. So wird die Spekulation für Finanzkonzerne - egal ob Investmentbank oder Landesbank - unattraktiver. Risiken schrumpfen, der Trend zur Größe wird gebrochen.
Investmentbanken würden auf ihre sinnvolle Rolle reduziert, als Mittler zwischen Firmen und Staaten sowie den Anlegern am Markt. Die Industriestaaten haben strengere Kapitalregeln bereits beschlossen. Nun sollten sie die Regeln streng umsetzen. Geschieht dies, braucht man sich nicht populären Zerschlagungsphantasien hinzugeben.
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(SZ vom 23.10.2009/hgn)
Wirbel um Obama-Biographie
"Umgekehrt brachen auch Landesbanken zusammen, deren Kerngeschäft gerade nicht die Kapitalmarktspekulation ist."
vielleicht nicht Kerngeschäft, aber 80 % des Umsatzes - in Dublin!
um neu produkte zu finanzieren! dafür schieben die banken die kohle der zentralbanken
in aktien und rohstoffe! wie bei einem ölpreis von 80 die wirtschaft in schwung kommen
soll ,bleibt mir ein rätsel !? das neue dogma der herrschenden : wenn schon kein reales wachstum ,dann wenigstens inflation.
die Krake Government Sachs in USA, D.Bank hier in Germany mit merkels lieblingsbanker joe! hier wurde echt ein grosse rad gedreht! die übrig gebliebenen banken sind jetzt
schon grösser als vor 12 monaten! dank xxxmrd. schulden der regierungen ! und
alla westerwelle sollen jetzt die arbeitenden das schultern!
die dümmsten ochsen wählen ihre eigenen metzger.
Lieber Herr Hesse,
auch bei gemeiner Hausbau-Finanzierung kommt es häufiger vor, dass zwei Banken beteiligt sind. Warum soll solches eigentlich in der Wirtschaft nicht funktionieren?
Viel wichtiger ist jedoch, bestimmte Produkte zu verbieten und die Banken dazu zu verpflichten mehr Risikovorsorge zu betrieben.
Seltsam finde ich, dass Kenner der Szene wie Paul Volcker die Idee der Zerschlagung der Banken anregen, aber Herr Hesse glaubt, dass kleinere gesündere Banken keine Konzerne mit Milliarden Umsätzen finanzieren könnten. Merkwürdig, wieso kommen Volcker und die anderen Befürworter nicht darauf? Hätten Sie vielleicht Herrn Hesse fragen sollen? Oder zahlen etwa die Großbanken für den Tenor dieses Artikels?
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