Banken in der Krise Ratingagentur zweifelt an Hilfsbereitschaft der US-Regierung

Das Vertrauen in die Stabilität amerikanischer Banken schwindet. Die Ratingagentur Moody's geht davon aus, dass die US-Regierung Geldinstitute, die in Existenznot geraten, nicht mehr mit Milliardenhilfen retten würde. Die Kreditwürdigkeit drei großer Finanzkonzerne stufte sie deshalb herab.

Die Ratingagentur Moody's bezweifelt, dass die US-Regierung erneut eingreifen würde, wenn große Banken in Schieflage geraten. "Moody's geht zwar davon aus, dass die Regierung weiterhin den systemisch wichtigen Finanzfirmen ein bestimmtes Niveau an Unterstützung zukommen lässt", erklärte die Ratingagentur. "Doch es ist jetzt gleichzeitig wahrscheinlicher als während der Finanzkrise, dass sie erlauben würde, dass eine große Bank scheitert."

US-Finanzkonzerne wie die Bank of America können sich nach Ansicht der Ratingagentur Moody's nicht mehr sicher sein, dass der Staat sie im Notfall auffängt.

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Mit dieser Begründung stufte Moody's die Kreditwürdigkeit der US-Großbanken Bank of America, Citigroup und Wells Fargo herab. Die Kursverluste von Bankaktien weiteten sich draufhin aus. Für die Finanzhäuser könnte es nun teurer werden, sich frisches Kapital zu beschaffen.

Moody's senkte die Note der Bank of America um zwei Stufen von A2 auf Baa1, die von Wells Fargo um eine Stufe von A1 auf A2. Entgegen einer vorherigen Ankündigung beließ Moody's die Note der Bankengruppe Citigroup für langfristige Kredite bei A3. Die Note für kurzfristige Kredite wurde dagegen von Prime-1 auf Prime-2 gesenkt.

Die Ratingagentur begründete ihre Einschätzung damit, dass die Auswirkungen einer Pleite für das Finanzsystem heute geringer ausfielen. Die US-Regierung hatte nach den Erfahrungen der Finanzkrise neue Gesetze auf den Weg gebracht, die ein ähnliches Desaster wie beim Bankrott der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 verhindern sollen. Allerdings zweifeln Kritiker an der Wirksamkeit der Regelungen.