Reaktion auf das Bafin-Papier: Die Opposition verlangt Klarheit über Risiken der Kreditwirtschaft - und es wird ein Treffen zur Zukunft der Landesbanken geben.
Die neuen Zahlen der Finanzaufsicht Bafin zur Verstrickung deutscher Banken in die Finanzkrise haben heftige Kontroversen ausgelöst. Bundesregierung und Bundesbank warnten davor, die Zahlen falsch zu interpretieren. Laut Bafin sind bei deutschen Banken Wertpapiere und Kredite im Wert von 816 Milliarden Euro von der Krise betroffen. Dies geht aus einer Aufstellung hervor, über die die Süddeutsche Zeitung am Samstag exklusiv berichtet hatte.
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Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte, die Liste lasse keine Rückschlüsse auf die Lage der Banken zu. "Es ist bedauerlich, dass sie an die Öffentlichkeit gelangt ist." Die Bafin hatte wegen der Veröffentlichung der Liste Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt und erklärt, die Aufstellung lasse "keinerlei Rückschlüsse auf eventuelle Risiken, Verluste oder gar die Bonität der aufgeführten Kreditinstitute zu". Ähnlich argumentierte Bundesbankpräsident Axel Weber nach dem Treffen der G-7-Finanzminister und Notenbankchefs in Washington. Es handele sich um Strukturzahlen, aus denen man "auch nicht im Ansatz" etwas über die tatsächliche Belastung der Banken erfahren könne. "Mein Appell ist: Wenn Sie solche Zahlen sehen, ignorieren Sie sie."
Dagegen forderte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast von der Bundesregierung "umgehend klare Aussagen" über den Umfang der Risiken im Zusammenhang mit der geplanten Bad Bank. Die Regierung will solche staatlich finanzierten Auffanginstitute schaffen, damit die Banken einen Teil ihrer faulen Wertpapiere auslagern können und die Kreditvergabe wieder in Gang kommt. "Endlich kommt die Wahrheit ans Licht, die Steinbrück seit Monaten unter den Tisch kehren will", sagte Künast zu sueddeutsche.de. Auch FDP-Finanzexperte Volker Wissing griff den Finanzminister an. "Die Informationen, die die Bafin hat, muss auch Herr Steinbrück haben.'' Er müsse diese Informationen im Parlament erörtern. Steinbrück räumte am Wochenende ein, dass Rezession und Bankenkrise die Neuverschuldung auf mehr als 50 Milliarden Euro treiben dürfte. Wie stark der 480 Milliarden Euro schwere Bankenrettungsfonds Soffin sowie die Bad Banks den Haushalt belasten, ist noch ungewiss.
Laut Bafin-Liste sitzen neben der Hypo Real Estate und der Commerzbank vor allem die Landesbanken auf hohen Beständen von Krediten und Wertpapieren, die unter der Finanzkrise weiter leiden könnten. Dabei geht es nicht unbedingt um Kreditausfälle, sondern vor allem um Wertschwankungen, die bei den Banken Verluste und Kapitalbedarf auslösen. Allein bei der Landesbank Baden-Württemberg, der BayernLB, der HSH Nordbank, der NordLB und der WestLB summieren sich die Problempapiere laut Bafin auf 355 Milliarden Euro.
Der Bund dringt nun offenbar darauf, die Zukunft der Landesbanken rasch zu klären. In Regierungskreisen hieß es, an diesem Montag wollten Steinbrück und Weber den Ministerpräsidenten der Länder die Bad-Bank-Pläne für die Landesbanken erläutern. Laut Spiegel will der Bund dafür werben, dass die Landesbanken ihre Problembereiche in eine sogenannte Anstalt in der Anstalt (AIDA) auslagern und die gesunden Sparten anschließend in einer Holding mit dem Arbeitstitel Bank deutscher Länder zusammenfassen.
- Internes Papier der Bafin Bilanz des Schreckens 24.04.2009
- Papier der Bafin Rätsel Commerzbank 26.04.2009
- Nach Veröffentlichung vertraulicher Daten Bafin erstattet Anzeige 25.04.2009
- Reaktionen auf internes Papier "Befremdet über den Vorgang" 24.04.2009
- Bankenaufsicht Die Liste der Risiken und Nebenwirkungen 26.04.2009
(SZ vom 27.4.2009/lala)
Schuldenkrise in Griechenland
Vielleicht kann mir einer der anwesenden mal eins erklären.
Es wird von Seiten der Regierung geprüft, ob (sind wir mal großzügig) die "faule" Papiere im Wert von ca. 1 Billionen eur. aus dem Markt genommen werden solle,
Der Presse nach zu urteilen, ist das eine oder andere Kreditinstitut damit sicher nicht unzufrieden.
Jetzt stellt die Bafin eine (interne) Bewertung der ggf. entstehenden Kosten auf.
Die Reaktion der Banken ist (wieder laut Presse) ...unkenntnis wie die Bafin auf diese Zaheln kommt.
Fragt sich den keiner was da läuft. Ich mag ja vielleicht ein wenig Naiv sein, aber in Anbetracht der Summen (und der Tragweite), die hier diskutiert werden, sollte man doch wohl ertwarten können, dass die beteilgten Parteien (einafcherweise Regierung und Banken) miteinander sprechen und reale Zahlen austauschen und auf diesem Wege eine Möglcihkeit finden die Krise in den Griff zu bekommen.
Ich für meine Teil erwarte, dass der Staat anfordert (Zahlen etc.) und die Banken liefern nach bestem Wissen und Gewissen. Aber vielleicht ist es wie sooft in unserem schönem Lande: viel Geschwaffel und am Ende geht es den Bach runter
seit mehr als einem Jahr verschweigen die Banken das tatsächliche Ausmaß der Casino-Schulden. Ackermann hat vor über einem Jahr eine Bad Bank gefordert und vor dem Kollaps gewarnt. Dann hat man 8 Monate nichts mehr gehört.
Was hat Herr Ackermann wohl in den 8 Monaten gemacht? Däumchen gedreht? Nein der hat seinen Mist in andere Körbchen verteilt. Und was bietet sich da wohl am besten an?
Richtig die IKB, denn da hat der so genannte Mittelstand das Sagen und der Staat bezahlt. Und dann natürlich die Landesbanken. Wer hat denen wohl die Papiere besorgt? Und nicht zu vergessen die HRE, wo die wohl ihren Schrott her hat?
Und zum Schluss darf dann das Volk über die unfähigen Politiker maulen und natürlich das wichtigste: bezahlen!
Der größte Witz ist aber, wenn die Bafin eine Liste erstellt, die sie dann selbst als völlig nichtssagend bezeichnet. Man kann nur noch lachen - ist besser als Magengeschwüre zu bekommen.