In Berlin-Kreuzberg können Bewohner eines neuen Wohnhauses bald neben ihren Fahrzeugen leben. Dafür wurde ein Lift für die Autos entworfen.
Luxuskarossen bekommen demnächst eine standesgemäße Unterkunft. "Carloft" heißt die Parkidee für Autos, die ganz nach oben dürfen. Verwirklicht wird sie derzeit am Paul-Lincke-Ufer im Berliner Szeneviertel Kreuzberg. Dort entstehen auf sieben Stockwerken elf Wohnungen mit einer Fläche zwischen 224 und 540 Quadratmetern und zusätzlich zwei Abstellplätzen auf jeder Etage, direkt vor der Balkontür.
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Die Bewohner eines Neubaus am Berliner Paul-Lincke-Ufer müssen sich weder um Diebstahl noch Kratzer im Auto sorgen. Wenn sie auf ihre Balkons schauen, haben sie statt Petunien stets Pferdestärken im Blick. (© Foto: Carloft)
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In der sogenannten Carloggia stehen die Fahrzeuge stets im Blickfeld ihrer Besitzer, haben sie doch ihren Platz auf der großzügigen Terrasse unmittelbar neben dem Schlafzimmer - lediglich getrennt durch eine gläserne Wand. "Diese Nähe ist weltweit einmalig", sagt Johannes Kauka, Geschäftsführer der Carloft GmbH. Deshalb sicherte sich der Projektentwickler auch in zahlreichen Ländern die Patentrechte für das Bauprinzip. So könnten sich neben Düsseldorf, Frankfurt und München auch bald in Sankt Petersburg, New York, Kapstadt, Tel Aviv und Dubai neue Wohngemeinschaften bilden.
Es ist eine sich verbreitende Idee, die aus der Not geboren wurde. Denn eine Grube auszubaggern und darin eine Tiefgarage zu bauen, das ließ sich am Paul-Lincke-Ufer nicht realisieren. Dafür ist der Grundwasserspiegel an dieser Stelle in Berlin zu hoch. Und: "Das Wasser permanent abzupumpen, das wäre zu teuer gewesen", sagt Kauka. Sein Geschäftspartner, der Berliner Architekt Manfred Dick, kam schließlich auf die Lösung: Nach oben sollte es gehen.
Was zunächst exotisch klingt, könnte in zehn Jahren bei Neubauten Standard sein, sagt Dick voraus. Autos verschwinden von den Bürgersteigen, in einer Allee versperrt kein Kombi mehr den Blick auf die Bäume. Wer auf der Etage parkt, spart auf dem Boden Fläche. So könne auch die Flächenversiegelung in den Städten nach unten geschraubt werden. Immerhin werden in Deutschland derzeit jeden Tag mehr als 100 Hektar Fläche in Siedlungs- oder Verkehrsfläche umgewandelt. Ziel der Bundesregierung ist es, diese Zahl bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu senken. "Dafür müssen die Stadtplaner Lösungen schaffen. Und Carloft ist eine davon", sagt Dick.
Nur wie hievt man ein Auto auf die fünfte Etage? Für die stattlichen Karossen musste ein spezieller Lastenaufzug entwickelt werden. In dem etwa zweieinhalb auf sechs Meter großen, sogenannten "Carlift" finden selbst größere Limousinen Platz. Bis zu 4,9 Tonnen kann der Lift transportieren, das reicht selbst für gepanzerte Fahrzeuge. Einfahren können diese direkt von der Straße aus, der Fahrstuhl weiß dann automatisch, auf welche Etage er sich bewegen darf. Gespeichert ist diese Information in einem Transponder, einer Fernbedienung, die aussieht wie ein Schlüsselanhänger.
Auf dem eigenen Stockwerk angekommen, rollt der Wagen aus dem Carlift auf die Carloggia. Dort kann es sich das Auto gutgehen lassen. Ein Wasseranschluss macht es möglich: Die Besitzer können ihre Schmuckstücke direkt auf der Etagengarage waschen. Eine Benzin-Abscheide-Anlage im Keller bereitet das Abwasser wieder auf. Die Nachbarn sollen von alldem dank modernem Schallschutz nur wenig mitbekommen. Platz ist draußen nicht ausschließlich für Autos. Die Carlofts verfügen auch über einen eigenen Etagengarten von etwa 40 bis 60 Quadratmetern.
Kombi neben dem Kühlschrank
Wer es eilig hat, kann den Speziallift auch schon im Voraus so programmieren, dass er morgens zur gewünschten Zeit vor der Balkontür steht. Nach zweieinhalb Minuten fährt man dann mit seinem Auto auf die Straße. Fällt der Aufzug einmal aus, dann können die Loftbewohner kostenlos auf einen Leihwagen oder das Taxi umsteigen. Diese Mobilitätsgarantie ist in den Loftpreisen zwischen 486.000 und 1,6 Millionen Euro enthalten. Doch wer angesichts der Preise denkt, die Carlofts begeisterten nur reiche, autovernarrte Singlemänner, der irrt. Sechs Kaufverträge hat Johannes Kauka bisher abgeschlossen. Und die ersten Eigentümer, die sich von Ende des Jahres an in ihren ganz persönlichen Autohimmel heben lassen wollen, tun das zusammen mit Frau und Kindern.
"Das Konzept von Carloft erleichtert Familien den Alltag ungemein", sagt Dick. Der Architekt wohnt selbst mit seiner Frau und vier Söhnen am Potsdamer Platz, im dritten Stock. Wenn sie wieder einmal einkaufen waren, parken sie den Wagen dort in der Tiefgarage. "Die zehn Tüten und drei Bierkisten laden wir dann aus, tragen sie zum Aufzug, fahren nach oben, stapeln sie vor der Haustür und transportieren sie dann in die Wohnung", sagt Dick. In einem Carloft werden Familien ihren Großeinkauf nicht mehr vor die Haustür schleppen müssen. Der Kombi parkt schließlich gleich neben dem Kühlschrank. Die Bierkisten können in den Getränkeregalen auf der Carloggia verstaut werden, und wenn die Kinder im Auto eingeschlafen sind, dann lassen Mama und Papa sie einfach weiterschlummern.
Ein weiterer Vorteil ist laut Kauka auch die Sicherheit. Wer nachts nach Hause komme, den beschleiche so schnell kein beklemmendes Gefühl mehr wie in schlecht beleuchteten Tiefgaragen. Immerhin steige man direkt in der Wohnung aus dem Auto. Dort fühle man sich nicht nur sicher, man sei es auch, sagt Projektentwickler Kauka. Zumal in Kreuzberg, "einem Viertel, in dem gerne mal Navigationsgeräte aus den Autos geklaut werden".
(SZ vom 12.09.2008/jh)
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... lustig auch die Tatsache, das das Plakat vor dem Betonklotz ( ja, es ist auch noch hässlich !! ) damit wirbt, dass man SICHER ist. Schon absurd, irgendwo hinzuziehen, wo man ANGST hat auf die Strasse zu gehen, und sich dann doch irgendwie am Grusel erfreut inmitten von Unterpriviligerten auf der Terrasse stehen zu können. Die werden dann ihre Kinder sicher auch nicht auf die Strasse lassen, die könnten ja von türkischen Jugenlichen angesprochen werden. Was folglich dem Gebäude noch fehlt ist eine glässerne Schleuse zu einer Privatschule...
oh mei.
schade, dass das Appartment nicht in meiner alten Heimat der Schwandalahä dem nobelsten Viertel von München (für Fremde: Schwanthalerhoch-ebene, am Rande der Wies'n) ist, sonst hätt ich doch tatsächlich zugeschlagen. Notgedrungen muss ich nun wohl oder übel in den Angerhof ausweichen.
Soweit ich mich erinnere, ist das mittlerweile der dritte Bericht über das Thema in der letzten Zeit. Fallen in China keine Reissäcke mehr um?
Oder soll das "versteckte" Werbung darstellen? Peinlicher geht´s dann allerdings kaum noch. Kann das zukünftig evtl. mal eine kompetente Werbeagentur betreuen?
Schon seit ein paar Jahren liest man immer wieder von diesen exklusiven Wohnungen in Berlin. Genau diesen mit dem Auto vor dem Wohnzimmerfenster. Da das Thema also schon total abgegriffen ist, frage ich mich, wer denn hier für die Werbung bezahlt. Oder hat gar jemand bei der SD dort sein Geld angelegt? Anders kann ich mir das nicht erklären, dass immer und immer wieder von diesen Luxuswohnungen berichtet wird.
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