Von Thomas Öchsner

Ausländische Banken in Deutschland profitieren zwar von einem erhöhten Einlagenschutz - doch nicht vom Versprechen der Kanzlerin.

Wenn es um hohe Zinsen für Fest- und Tagesgeldkonten geht, sind ausländische Banken in den Bestenlisten seit Jahren ganz vorne. Doch nun sind - nach der Schließung der deutschen Niederlassung der isländischen Kaupthing Bank - viele Sparer verunsichert.

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Für Investitionen bei ausländ-ischen Banken gelten die nationalen Einlagensicherungs-systeme. Diese sind jedoch unterschiedlich hoch. (© Foto: ddp)

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Da die Garantieerklärung der Bundesregierung nur für Spareinlagen auf Konten gilt, die der deutschen Einlagensicherung zugeordnet sind, fragen sie sich, ob sie ihr Erspartes von ausländischen Banken abziehen sollen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Ziehen Kunden ihre Spareinlagen bei ausländischen Banken in Deutschland bereits ab?

Die Demir Halk Bank berichtet, "dass wir in der vergangenen Woche deutlich höhere Mittelabflüsse zu verzeichnen hatten als in normalen Zeiten". Es seien aber auch erhebliche Geldzuflüsse festgestellt worden. "Von panikartigen Reaktionen zu sprechen, wäre in jedem Fall übertrieben."

So offen reden allerdings nicht alle Banken über das Problem: Manche antworten gar nicht, andere wiederum - wie die Garanti Bank - berichten sogar von einem Einlagenplus. Die Milliardeneinzahlungen bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken deuten aber darauf hin, dass Kunden eher Geld von ausländischen Banken abziehen.

Wie sicher ist das Geld deutscher Sparer bei ausländischen Banken?

Es gelten die nationalen Einlagensicherungssysteme. Die Niederlande haben soeben die Mindestsicherung auf 100.000 Euro pro Person erhöht. Diese neue Obergrenze gilt unter anderem für deutsche Kunden der AkBank, Amsterdam Trade Bank, Demir Halk Bank, Credit Europe Bank und Garanti Bank. Die Advanzia Bank unterliegt der luxemburgischen Einlagensicherung.

Hier beträgt die Mindestsicherung nun 50.000 statt bislang 20.000 Euro. Die Deniz-Bank ist Mitglied von Österreichs Einlagensicherung. Bislang sind hier 20.000 Euro pro Person zu 100 Prozent geschützt.

Wird die Bundesregierung ihre Garantieerklärung auf in Deutschland aktive ausländische Institute ausweiten?

Damit ist nicht zu rechnen. Die Garantieerklärung für die Einlagen deutscher Sparer war von Anfang an nur für Einlagen gedacht, die den deutschen Sicherungssystemen gehören. Die Garantieerklärung ist für den "unwahrscheinlichen Fall" gedacht, dass die Sicherungseinrichtungen nicht mehr ausreichen, um ihre Versprechen zu erfüllen, heißt es im Bundesfinanzministerium.

Gibt es von ausländischen Regierungen ähnliche Garantieerklärungen, von denen auch deutsche Sparer profitieren?

Österreichs Regierung will sämtliche Kundeneinlagen bei österreichischen Banken in vollem Umfang sichern. Nach Angaben der Deniz-Bank gelte diese geplante Staatshaftung auch für Einlagen der deutschen Tochter. Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, hat aber Zweifel, ob dies tatsächlich so sein wird, solange keine entsprechenden schriftlichen Erklärungen vorliegen.

Bei der niederländischen Einlagensicherung ist der Fall klarer: Wie ein Sprecher der Demir Halk Bank mitteilte, gibt es von Seiten der Niederlande keine Garantie, die über die neue Obergrenze von 100.000 Euro hinausgehe.

Nauhauser empfiehlt Kunden, die ganz auf Nummer sicher gehen wollen und eine Überlastung der Einlagensicherungssysteme nach einer Serie von Bankenpleiten in Europa befürchten, "Geld von Banken ohne deutsche Einlagensicherung abzuziehen".

Wohl fühlt sich Nauhauser bei dieser Empfehlung allerdings nicht. In seinem Schreiben an das Bundesfinanzministerium warnt er vor einem "BankRun unter den ausländischen Instituten", also vor einem Ansturm von Kunden, die ihr Geld wiederhaben wollen.

Nauhauser würde sich deshalb wünschen, dass die Unsicherheit rasch beseitigt wird, etwa indem die Bundesregierung ihre Garantieerklärung auch auf ausländische Institute ausdehnt.

Lesen Sie, in dem folgenden Text, warum die deutschen Kaupthing-Kunden weiter um ihr Geld bangen müssen.

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(SZ vom 14.10.2008/ld/tob)