Der niedrige Ölpreis und Übernahmephantasien treiben die Kurse in die Höhe - der Dow Jones nähert sich sogar einem Rekordhoch.
Gegen elf Uhr war es so weit: Der Dax überwand zum zweiten Mal in diesem Jahr nach Anfang April die Marke von 6000 und notierte kurzzeitig bei 6000,59 Zählern, rutschte im Verlauf aber wieder auf 5992 Punkte ab.
Zum zweiten Mal in diesem Jahr erreichte der Dax die 6000-Punkte-Marke. (© Foto: Reuters)
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Während im Frühjahr nach einer lang anhaltenden Hausse allerdings schon von vielen Marktbeobachtern eine Rally Richtung 7000 Zähler prognostiziert wurde, sind die Töne nun etwas moderater. "Wir sind verhalten optimistisch", sagt Harald Jörg, Analyst bei der Dresdner Bank.
Mehrwertsteuer-Erhöhung als Dämpfer
Die Entwicklung der Wirtschaft sei stabil, die Mehrwertsteuer-Erhöhung im nächsten Jahr könne den Aufwärtstrend aber noch einmal dämpfen. "Wir schätzen, dass der Dax Ende 2006 bei 6200 Punkten notiert."
"Die Stimmung am Markt ist gut, es gibt aber auch einige Unsicherheiten wie etwa die Unternehmenserträge", sagt Werner Bader, Anlagestratege bei der Landesbank Baden-Württemberg. Generell werde es aber bis Ende des Jahres aufwärts gehen, prognostiziert der Experte. "Es gab in den vergangenen Wochen Kurszuwächse, aber niedrige Umsätze", betont er.
Viele werden bald wieder einsteigen
Das spreche dafür, dass viele Investoren sich noch zurückgehalten hätten. "Viele haben im Mai und Juni Anteile verkauft. Die werden sicher bald wieder einsteigen, wenn die Stimmung so gut bleibt", meint er.
Eine Marktbefragung der amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch unter Fondsmanagern deutet sogar darauf hin, dass die Investitionsbereitschaft am Aktienmarkt bereits gestiegen ist. So ist die Kassenquote, also der Anteil des Gelds, das meist aus Vorsicht oder Unsicherheit zurückgehalten wird, zuletzt von 4,4 auf 4,0 Prozent gesunken.
"Die Fusionsphantasien gingen fast quer durch alle Branchen"
Die Analysten sind sich einig: Die deutschen Aktienkurse haben jüngst nicht nur von der positiven Wirtschaftsentwicklung profitiert, auch Übernahmephantasien sorgten für Auftrieb. "Die Fusionsphantasien gingen fast quer durch alle Branchen", sagt Bader. Vor allem aber wurde in der Pharmabranche, bei den Stahlkonzernen, den Finanztiteln und Versorgern viel spekuliert.
Positive Impulse gab es auch vom Ölmarkt. So wurden am Mittwoch etwa 61 Dollar je Barrel der Marke West Texas Intermediate, WTI, bezahlt und damit fast 13 Prozent weniger als vor einem Monat. Belastend könnte sich aber die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) auswirken.
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