Mehrere Banken in Deutschland haben viel Geld verschlungen. Banker wollen, dass das als natürlicher Vorgang betrachtet wird.
Die bizarrsten Objekte des Universums sind die schwarzen Löcher: Sie saugen alles in sich auf, können ganze Planeten und Sterne verschlingen. Alles, was sie sich einverleiben, wird zusammengepresst; so wird das Loch noch schwerer und gefräßiger. Das klingt gefährlich. Aber die Astrophysik kann die Menschen beruhigen: Man muss keine Angst haben, dass die Welt verschluckt wird; in unserer Nähe gibt es kein schwarzes Loch.
Der Verlauf der Finanzkrise hat gezeigt, dass es im globalen Finanzsystem schwarze Löcher gibt, die ähnlich wie die Pendants im Weltall alles verschlingen. Sie tragen den Namen von Banken. (© Foto: dpa)
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Wirklich nicht? Der Verlauf der Finanzkrise hat gezeigt, dass das globale Finanzsystem offenbar so ähnlich funktioniert. Die schwarzen Löcher tragen hier die Namen von Banken. In Deutschland heißen sie WestLB, Hypo Real Estate, HSH Nordbank, IKB, BayernLB oder SachsenLB. Sie haben unvorstellbar viel Geld verschlungen.
Bankvorstände, Aufsichts- und Verwaltungsräte haben aber ein Interesse daran, dass dies als quasi natürlicher Vorgang betrachtet wird: Das sei systemimmanent. Es sei daher unsinnig, Fragen nach Schuld und Verantwortlichkeit zu stellen, es sei verfehlt, nach Schadenersatz oder Strafe zu rufen. Die Banker tun so, als seien auch sie selbst vom schwarzen Loch angesaugt worden, als hätten sie nicht anders handeln können, als sie gehandelt haben. Bisher hatten sie mit dieser Argumentation Erfolg.
Bei den echten schwarzen Löchern ist es so, dass auch die Zeit verschluckt wird: Wenn man eine Uhr hineinwirft und sie dann von außen beobachtet, tickt sie langsamer und bleibt schließlich stehen. Bei den Pleite-Banken wird anscheinend das Recht verschluckt: Hie und da haben zwar strafrechtliche Ermittlungen mit Bohei begonnen, sie werden aber langsamer und bleiben schließlich stecken. Festnahmen: keine. Schuldsprüche: keine. Schadenersatzzahlungen: null. Die Verantwortung verkrümelt sich wohl mit der Größe des Schadens.
Diese angebliche Verkrümelung, diese angebliche Nichtgreifbarkeit persönlicher Schuld ist ein GAU für das Rechtsbewusstsein, eine Verhöhnung des Rechts. Jeder Chef eines Handwerksbetriebs muss für die Beachtung der Arbeitsschutzvorschriften einstehen. Warum soll das für Bankvorstände nicht gelten? Der Verfassungsgerichtshof Sachsen hat in einem Urteil vom 28. August 2009 über das Geschäftsgebaren der Landesbank festgestellt: "Die...Betätigung der Sachsen LB auf den Kapitalmärkten war von ihren gesetzlichen Aufgaben nicht mehr gedeckt." Nicht gedeckt: An sieben sehr markanten Stellen im Urteil werden solche Gesetzesverstöße festgestellt. Warum sollen dann pflichtvergessene Vorstände und fahrlässige Aufsichtsorgane nicht auf Schadenersatz haften?
Die Landesbanken haben sich, wie andere Banken auch, irrwitzig viel Geld für absurd hohe Wertpapierkäufe geliehen - für Spekulationsgeschäfte ohne wirtschaftlichen Hintergrund. Sie haben hochriskante Geschäfte ins Ausland ausgelagert, sich so der Bankenaufsicht entzogen. Sie haben, so der Wirtschaftsrechtler Marcus Lutter, "wissen- und willentlich die Bremsen aus ihrem Wagen ausgebaut". Wer das beim Auto macht und einen furchtbaren Unfall baut, weiß, was ihm blüht. Die Finanzwirtschaft aber verweist darauf, dass sie sich künftig einem freiwilligen TÜV unterwerfen wolle. Soll es damit wirklich getan sein?
Derzeit ist es so, dass im Hinblick auf strafrechtliche Ermittlungen zivilrechtliche Schadenersatzansprüche kaum geltend gemacht werden. Banken, Aufsichtsorgane und Finanzminister wollen offenbar das Ergebnis der Strafermittlungen abwarten.
Das ist ein grober Fehler, das ist eine neuerliche Pflichtverletzung. Für die Schadenersatzpflicht im Zivilrecht reicht grobe Pflichtverletzung, es muss nicht, wie bei der Untreue im Strafrecht, ein Schädigungsvorsatz nachgewiesen werden. Wenn nun die Geschädigten erst das Ergebnis strafrechtlicher Ermittlungen abwarten, können sie lange warten. Derweilen verjähren die Schadenersatzansprüche. Das wäre eine neue Katastrophe - rechtlich, politisch und moralisch.
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(SZ vom 23.12.2009/hgn)
Bruce Springsteen in Frankfurt
Aber es ist mehr eine Tatsachenfeststellung, was sie zur Schrift gebracht haben... Bitte vergeben Sie mir, wenn ich sagen muß... Mehr aber nicht! Jeder BWL-Stunden kann es ausdrucken und sich als quasi Subsummation der Ereignisse seit 2007 in den Ordner reinhängen, aber er wird sowie Sie und ich mehr brauchen und zwar eine kommplette analytische Nachbetrachtung derselbigen... Ich bin nämlich der Meinung, daß gerade die letzten 800Mrd.-$ in den schwarzen Löchern verschwinden, die der VS-Admin. etc. in den FinanzMarkt gepumpt hat... Oder wie ist es zu Erklären, daß DJ, DAX etc. fast da stehen, als die Blase gerade platzen anfing... Soweit wir aufzeichnen können, haben die Unternehmen noch keine vollen Auftragsbücher... Alle Zeiger stehen eigentlich noch auf minus, aber es wird eine Alibi-Optimismus nach dem Anderen durch die Medien gejagt... Ab und zu blitzt es aber auch, wie als dächte die Bundesregierung daran, die Sozialversicherngsbeiträge drastisch zu erhöhen... Wundert diese Interferenz Sie nicht, wenn es der Wirtschaft so gut gehen soll, wenn man nach den Börsenwerten ginge.!? Mich schon! Oder sollen wir tatsächlich davon ausgehen, daß mittlereweile sich alles so verselbständigt hat, daß die Börsenwerte eines Unternehmens auf keinen Fall mit den Leistungen jenes Unternehmens zusammenpaßt... Das traurige Beispiel mit VW, Porsche, Mercedes wollen wir hier nicht heranziehen, oder!? Oder müssen wir noch radikaler anerkenen, daß wir alle einem KOnglomerat aus Politik, P(B)örse, Presse ausgeliefert sind, die mit einer Manschaftsspiel jedes Murren im Keime erstickt und zwar geistig, moralich und matteriell, in dem es mehr und mehr Geld druckt -vor allem Dollar- und auf den Markt schmeißen läßt, um auch Duckmäuse, A-Kriecher, Vasallen, Despoten in eigener Interesse in allen geselschaftlichen Bereichen zu organisieren... Ich meine, Ja! Das Konglomerat tut's! Letztens meinet ein Witzbold von "angeblich" Journalist in einem Konglo-Knal; Oh mai, Oh mai, wer soll diese Zeche bezahlen! Da hätte ich am liebsten mit ludwig dem XIV geantwortet, aber die Ferseher haben leider keinen Rückkanal... Kann sein daß er es wirklich nicht gewußt hat, oder er hat sich bewußt die Gassensprache angelegt, um halt den Dummen zu spielen... Wundern täte es mich nicht, wenn er es tatsächlich nicht gewußt hat... Die Zeche werden, laut König Ludwig 14, wir Alle bezahlen... Angekündigt ist schon die Erhöhung verschiedener Sozialbeiträge... Fein raus ist das Konglomerat aller Sektionen...
Bis zum Big Crash in 2008 hat man nicht gesehen oder wollte man nicht sehen , dass die schöne Weltkonjunktur eine Deficit Spended war . Danach hat man sich in Deutschland die Augen gerieben und festgestellt , dass unsere Länderbanken auch großzügigst Defizite gespendet hatten . Sozusagen : zur Erhaltung des außenwirtschaftlichen Gleichgewichtes .... Wenn auch etwas unfreiwillig . Hahahahaaa !
es wird fruher oder spaeter wieder eine radikale geldentwertung geben. warum muss ich nur immer an den spruch denken "... erst wenn der letzte baum... bla bla... werdet ihr merken das man geld nicht essen kann."
der illusionaere gegenwert ist jetzt visuell geworden. und wie wir sehen, sehen wir nichts.
Interessante Kommentare hier. Und meistens so angenehm irrelevant! Als ob es nicht egal wäre, welche Ideologie einer vertritt oder wie hoch sein Honorar als Unternehmensberater denn ist.
Relevant ist die schlichte und ergreifende Tatsache, dass das System nicht funktioniert. Aus welche Gründen fragt die Geschichte nicht. Man erhält nie eine zweite Chance!
Der Kaputtalismus hat sich in einer Weise real ausgeformt, die nicht trägt.
Nächstes Jahr werden wohl soviele Leichen an die Oberfläche kommen, dass der Tag der Wahrheit nicht mehr zu unterdrücken ist.
Und dann kommen die neuen Gelddruck-Maschinen zum Einsatz, welche die Regierung schon bestellt hat.
Stunde Null 4.0 !!!
Wenn der geneigte Leser manche hier abgegebene Kommentare so liest, wird er erschrocken feststellen, dass viele, all zu viele überhaupt nicht begriffen haben, was passiert ist. Und was sich schon wieder zusammenbraut. Wenn man dann auch noch irgend etwas von "sozialer Hängematte" palavert, ist das Kabarett reif und dem Kommentar von H. Prantl in keiner Weise angemessen.
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