Von Angelika Slavik

Immobilienbesitzer sollten sich frühzeitig um eine Anschlussfinanzierung für ihr Darlehen kümmern. Was es bei neuen Krediten zu beachten gilt - ein Überblick.

Der Weg zum eigenen Haus ist lang, zumindest finanziell. Im Schnitt dauert es fast 30 Jahre, bis Deutschlands Immobilienbesitzer ihr Heim abbezahlt haben. Die meisten Darlehen laufen aber immer nur zehn Jahre mit entsprechender Zinsbindung - dann muss eine Anschlussfinanzierung her. Oft kann es sich lohnen, dann zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Was Kreditnehmer wissen sollten:

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Gerade Folgeverträge von Baukrediten sind oft zu teuer. (© dpa-tmn)

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Kann man nicht einfach beim gleichen Anbieter bleiben?

Wer die Zinsbindung auslaufen lässt, ohne sich über Angebote der Konkurrenz zu informieren, den könnte das teuer zu stehen kommen. Denn viele Immobilienbesitzer vergleichen zwar zu Darlehensbeginn alle Angebote, bei der Anschlussfinanzierung zehn Jahre später sind sie dann allerdings weniger gewissenhaft. Die Folge: Verbraucherschützer beobachten immer wieder, dass viele Banken gerade ihre langjährigen Kunden bei den Folgeverträgen über den Tisch ziehen.

Wann muss man sich um die Anschlussfinanzierung kümmern?

Experten empfehlen, sich mindestens sechs Monate vor Ende der Kreditlaufzeit entsprechend umzusehen. Allerdings ist es auch für Kunden, deren Darlehen zum Jahreswechsel ausläuft, noch möglich, einen alternativen Anbieter zu finden. "Es ist noch nicht zu spät für einen Wechsel", sagt Robert Haselsteiner vom Baufinanzierungsvermittler Interhyp. Betroffene Kunden müssen sich aber ranhalten: "Meist dauert es ein paar Tage, bis die Darlehensnehmer alle Unterlagen zusammengestellt haben", sagt Haselsteiner. Die finanzierende Bank braucht zudem im Normalfall etwa zwei Wochen, um den Darlehensantrag zu prüfen.

Die Konditionen für Baukredite sind im Augenblick immer noch sehr günstig - wegen des niedrigen Zinsniveaus. Von diesem Vorteil können auch Kreditnehmer profitieren, deren Vertrag erst in einem Jahr oder später ausläuft, wenn sie ein sogenanntes Forward-Darlehen abschließen. Das funktioniert praktisch genauso wie bei einem normalen Ratenkredit - mit dem Unterschied, dass die Kunden das Geld erst bis zu fünf Jahre später abrufen.

Lohnt sich ein Forward-Darlehen?

Aktuell sind die Zinsen für Bauherren und Hauskäufer günstig - und niemand kann wissen, ob das auch in einem, in zwei oder in fünf Jahren noch so ist. Wenn das Zinsniveau zu dem Zeitpunkt, wenn das Geld benötigt wird, also deutlich höher liegt als heute, kann ein Forward-Darlehen eine lohnende Sache sein. Sich die guten Konditionen für die Zukunft zu sichern, ist aber nicht umsonst: Die Banken verrechnen bei Forward-Darlehen einen Sonderaufschlag auf den Basiszinssatz. Dessen Höhe variiert enorm zwischen den einzelnen Anbietern, auch hier lohnt sich also der Vergleich.

Wo liegt das Risiko?

Forward-Darlehen sind eine Wette auf steigende Zinsen. Tritt dieses Szenario ein, dann haben die Kreditnehmer, trotz des Sonderaufschlags, ein gutes Geschäft gemacht - sie bekommen ihren Kredit weitaus günstiger, als es ohne den frühen Abschluss einer Finanzierungsvereinbarung der Fall gewesen wäre. Aber wie das mit Wetten eben so ist: Man kann sie auch verlieren. Sind die Zinsen also zum Zeitpunkt der Auszahlung der Darlehenssumme noch niedriger als heute, sind die Kreditnehmer an den ungünstigen Vertrag gebunden. Aussteigen kann man aus solchen Vereinbarungen dann nur noch gegen sehr hohe Abschlagszahlungen.

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(SZ 22.11.2010/kst/mel)