Anschlag auf Öl-Pipeline: In Nigeria haben Rebellen offenbar zwei Leitungen des Ölkonzerns Shell beschädigt. Prompt reagierte auch der Ölpreis - und stieg deutlich an.
Rebellen in Nigeria haben nach eigenen Angaben Anschläge auf zwei wichtige Rohöl-Pipelines verübt. Sprengstoffexperten hätten die Leitungen des Ölkonzerns Royal Dutch Shell im Niger-Delta in den Morgenstunden manipuliert, teilte die Bewegung für die Emanzipation des Niger-Deltas (Mend) mit.
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Öl-Terminal von Shell in Nigeria: Rebellen wollen größere Beteiligung der Region an den Erträgen. (© Foto: AFP)
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Shell erklärte, das örtliche Joint-venture des Unternehmens sei über einen Zwischenfall an einer Pipeline informiert worden.
Ob die Produktion beeinträchtigt worden sei, stehe allerdings noch nicht fest. Der US-Rohölpreis reagierte auf die Meldung mit einem Anstieg um 1,71 Dollar auf 124,97 Dollar.
Reiches Land, arme Menschen
Die von Shell betriebene Pipeline durch schwer zugängliche Waldgebiete im Niger-Delta ist schon mehrfach Ziel von Anschlägen gewesen. Die Mend und andere Rebellengruppen verlangen eine größere Beteiligung der Region an den Öleinnahmen, die im Niger-Delta erzielt werden. Die Gruppe hat sich zu zahlreichen Übergriffen auf nigerianische Erdölanlagen sowie zur Entführung von Mitarbeitern der Ölindustrie bekannt. Die Rebellen kämpfen nach eigenen Angaben für mehr Kontrolle über die Bodenschätze im verarmten und durch die Ölförderung stark verschmutzten Delta.
Die Angriffe gegen Konzerne behindern bereits seit längerem die Ölförderung in Nigeria, die Produktion ging um etwa ein Viertel zurück. Das Land ist der größte Ölproduzent in Afrika, die Menschen im Nigerdelta zählen aber zu den weltweit ärmsten. Die angespannte Lage in dem westafrikanischen Land wird immer wieder als eine der Begründungen für die jüngsten Ölpreisanstiege angeführt.
- Studie der US-Regierung Hoffnung auf das Arktis-Öl 24.07.2008
- Der Ölpreis und die Spekulanten Die Tränen des Teufels 07.07.2008
- Teure Energie Der dritte Ölschock 04.07.2008
- Ölpreis außer Kontrolle Machtlose Opec 27.06.2008
(sueddeutsche.de/Reuters/tob/jkr)
Christopher Lee zum 90.
... schon gibt es pünktlichst den nächsten "Grund" für eine weitere Preiserhöhung.
Mal ist es gerade eben die Bedrohung durch einen Hurricane im Golf von Mexiko,
mal Feuer auf (einer !) Bohrinsel, ... und jetzt eben die ein paar sog. "Rebellen",
die sowieso schon immer die Leitungen angezapft haben. (sonst kämen diese
Ärmsten der Armen der nigerianischen Hölle nie an etwas Sprit ran, dafür riskieren
sie regelmäßig ihr Leben).
MfG
Zack
Wieviel hat Shell den Rebellen wohl dafür bezahlt, damit die dem Konzern einen Grund für die nächste Preiserhöhung liefern?
wenn ich dann mal die Heizung benutze, steht am nächsten Tag in der Zeitung, dass eswieder teurer wird. Und ganz schlaue Zeitgenossen und Ministeriale empfehlen mir wieder einen Anbieterwechsel. So schnell kann man gar nicht wechseln.
das der Oelpreis reagiert ist nicht ganz korrekt. Der Oelpreis hat kein Besusstsein um eine selbstaendige Entscheidung zu treffen. Es sind mal wieder ein Spekulanteparasiten die sich etwas zu nutze machen um sich persoenlich daran zu bereichern.
Na aber holla, da kann der Preis für den Liter Super gleich mal auf 1,62 hochgehen. Nein, nicht weil Ferienanfang ist, sondern weil in Nigeria eine Leitung hochgegangen ist.