Anlagebetrug Durchsuchungen bei EECH

Das auf erneuerbare Energien spezialisierte Emissionshaus EECH soll das Geld von Investoren zweckwidrig verwendet haben.

Von Thomas Öchsner

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat mehrere Geschäftsräume der Anlagefirma EECH Group AG durchsucht und Beweismittel sichergestellt.

Das hat ein Sprecher der Ermittlungsbehörde am Donnerstag der Süddeutschen Zeitung bestätigt. Die Staatsanwaltschaft beantragte für den Vorstandschef der EECH Group AG, Tarek Ersin Yoleri, Haftbefehl.

Dieser sei vom Haftrichter aber abgelehnt worden, weil "keine Fluchtgefahr" bestehe, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Ermittler prüfen nun, dagegen Beschwerde einzulegen.

Solaranleihe über 46 Millionen Euro

Die Staatsanwaltschaft wirft dem auf erneuerbare Energien spezialisierten Emissionshaus EECH Kapitalanlagebetrug vor. Konkret geht es dabei um zwei von einer Tochtergesellschaft herausgegebene Anleihen.

Bei der Solaranleihe soll die Firma mehr als 46 Millionen Euro an Anlegergeld eingesammelt, aber nur 3,3 Millionen für Sonnenenergie-Projekte ausgegeben haben.

Bei der Anleihe "Windkraft Frankreich" sollen von rund 15 Millionen Euro an Anlegergeld nur 2,2 Millionen in entsprechende Projekte geflossen sein. "Es geht um den Verdacht, dass Geld zweckwidrig verwendet worden ist", heißt es bei der Staatsanwaltschaft.

Die Aktie der EECH Group ist an der Börse notiert. Die Stiftung Warentest und das Deutsche Institut für Anlegerschutz hatten vor den Anleihen von EECH gewarnt. Yoleri wollte zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen.

Die Münchner Kanzlei CLLB-Rechtsanwälte hatte diese Woche 16 Urteile gegen eine EECH-Tochter erstritten, die mehreren Käufern der Anleihen nun 400.000 Euro zurückzahlen muss.