Mit aller Härte gegen neue Krisen: Der Chef der englischen Notenbank und Obamas wichtigster Berater fordern von ihren Regierungen radikalere Reformen.
Führende Finanzexperten haben ein härteres Vorgehen gegen große Banken verlangt. Der Chef der englischen Notenbank, Mervyn King, plädierte dafür, wichtige Institute zu zerschlagen, um eine Wiederholung der Finanzkrise zu verhindern.
"Der Glaube, man könne durch angemessene Regulierung sicherstellen, dass spekulative Geschäfte nicht scheitern, führt in die Irre" (Britischer Notenbankchef Mervyn King) (© Foto: AP)
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Ähnlich äußerte sich Paul Volcker, der frühere US-Notenbankchef und oberste Krisenberater von Präsident Barack Obama. Die Regierungen wollen die Banken bisher lediglich durch strenge Regeln zügeln, deren Struktur aber unangetastet zu lassen.
Obama-Berater Volcker sagte der New York Times, das normale Bankgeschäft, also Giro- und Sparkonten sowie Firmen- und Privatkredite, müssten vom wesentlich riskanteren Investmentbanking getrennt werden.
Diese Trennung war in den USA jahrzehntelang durch das sogenannte Glass-Steagall-Gesetz vorgeschrieben, im Jahr 1999 jedoch aufgehoben worden. Viele Ökonomen halten dies für eine der Ursachen der Finanzkrise. "Banken sind dazu da, der Öffentlichkeit zu dienen und sollen sich darauf konzentrieren", sagte Volcker.
Risiken weiter gestiegen
Die spekulativen Geschäfte der Finanzbranche schafften dagegen Interessenkonflikte und Risiken. Der britische Notenbankchef King stellte sich mit einer Rede in Edinburgh hinter Volckers Vorschlag. "Der Glaube, man könne durch angemessene Regulierung sicherstellen, dass spekulative Geschäfte nicht scheitern, führt in die Irre", sagte er. Das Risiko, das überdimensionierte Banken für die Gesamtwirtschaft darstellen, sei durch die Krise sogar noch gestiegen.
Die Vorschläge Kings und Volckers hätten weitreichende Konsequenzen. So müsste die US-Großbank JP Morgan Chase zerschlagen werden. Die Bank of America müsste die Investmentbank Merrill Lynch veräußern. Auch die Deutsche Bank und die schweizerische UBS wären gezwungen, ihr Geschäftsmodell grundlegend zu ändern.
Großer Einfluss
Unklar ist, ob die Regierungen bereit sind, ihren Kurs zu ändern. Auf dem Weltfinanzgipfel im September in Pittsburgh hatten die G-20-Staaten noch beschlossen, den Banken lediglich mehr Eigenkapital vorzuschreiben und dafür zu sorgen, dass sie notfalls geordnet abgewickelt werden können.
King und Volcker verfügen national und international über erheblichen Einfluss. King war der erste Notenbanker, der private Banken mit öffentlichen Mitteln rettete; damit prägte er nachhaltig den Kurs der globalen Krisenpolitik. Nach einem Wahlsieg der britischen Konservativen könnte seine Rolle in der Londoner Bankenaufsicht weiter wachsen.
Außerdem soll er eine Führungsfunktion in der noch zu gründenden europäischen Finanzmarktaufsicht übernehmen. Volcker ist nicht nur Chefberater von Präsident Obama, sondern auch Mitglied der "Gruppe der 30", einem exklusiven Zirkel internationaler Währungspolitiker und Ökonomen. In dieser Funktion hatte er bereits ein Modell für die künftige Regulierung der Finanzmärkte entworfen.
Brisant wird die Debatte vor allem dadurch, dass die Banken an der Wall Street durch Spekulationen bereits wieder außerordentliche Gewinne erwirtschaften und ihren Mitarbeitern Spitzengehälter bezahlen. Obama warf der Branche daher mangelnden Reformwillen vor. "Waghalsige Spekulationen" und "Kurzsichtigkeit" dürften nicht noch einmal ein Desaster auslösen, sagte er in New York.
Die Finanzbranche solle sich Reformen nicht in den Weg stellen. "Wenn ich höre, dass die Wall Street wieder Gewinne macht und zugleich kleine und mittlere Firmen keine Darlehen bekommen, zeigt das doch, dass einige ihren Verpflichtungen nicht nachkommen", sagte der Präsident.
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(SZ vom 22.10.2009/hgn)
Rekord in Deutschland
Wohin sind eigentlich die gigantischen "Ausreichungen" gegangen, welche die Zentralbanken an die Geschäftsbanken "ausgereicht" haben? Richtig! Sie gingen zu 95 % wieder in die Spekulation zurück, statt in die Förderung und Finanzierung der Realwirtschaft.
Bildlich: Ein an Umfang und Rotationsgeschwindigkeit immer stärker werdender Kapital-Tornado tobt über einer schrumpfenden Realwirtschaft, der immer weniger Luft bleibt, um die Renditeansprüche der Anleger zu erfüllen.
Das Finanz - System hebt also ab und entzieht sich die eigene Basis. Die Kapitalbesitzer schwimmen unterdessen förmlich im Geld und finden keine Anlagemöglichkeit mehr, die wertschöpfenden Realwirtschaftler sitzen dagegen in der Deflationsfalle. Der Konsument hat -dank "Lohnzurückhaltung" seit 20 Jahren- sowieso nichts mehr. Als "Bürger" wird er auch nie und nimmer für die gigantischen Summen bürgen können, die an die Banken ausgegeben wurden, um die diese vor sich selbst zu retten.
Warum dieses Geschwätz?
Weil das die Gewinne der Banken stark relativiert und rein als "Papiergewinne" ausweist.
Der Bürger kann und wird nicht bürgen und jeden Versuch mit Volksaufstand beantworten, ihn unter Vorhalt substanzloser Papergeld-Schulden zu enteignen
Wir sitzen also, genau wie 1929, eindeutig in der Deflationsfalle, weil mit gewaltiger Anstrengung lediglich die Spekulation am Leben gehalten wurde und nicht die Realwirtschaft. All diese gigantischen Mittel waren und sind voll für den A.rsch.
Ein Kapitalüberhang von 95 %, der keine realwirtschaftliche Deckung mehr haben kann, wird und muss sich selber venichten.
Ein Tip für Reiche:
Verschenken Sie ihr Geld an Schulen, Universitäten, oder an Erfinder mit guten Ideen.
Geben Sie Ihre wertlose Kohle an die, welche diese wieder durch reale Arbeit "werthaltig" machen können. Krankenschwestern wären ebenfalls eine gute Adresse. Sie könnten besonders frustrierten und überforderten Exemplaren vielleicht eines Tages selber begegnen.....
Dann geht Ihnen wenigstens der Rest Ihres Geldes nicht verloren.
Wer teilt, der behält!
...zwischen normalem Bankgeschäft und Investmentbanking muss her. Lasst doch die Zocker in ihrem eigenen Geldkreislauf weiter zocken und die Geldmenge erhöhen, Boni ausschütten und weiter Monsterrenditen hinterherjagen, bis der erste Billionär der Welt ausgerufen wird. Das gewonnene und erzockte Geld wird zu 99,9% eh nicht in der Realwirtschaft ausgegeben sondern weiter zum Zocken verwendet.
Man muss nur dafür sorgen, dass sich beide Geldkreisläufe nicht mehr vermischen...dann hätten wir keine Probleme.
"Diese Trennung war in den USA jahrzehntelang durch das sogenannte Glass-Steagall-Gesetz vorgeschrieben, im Jahr 1999 jedoch aufgehoben worden. Viele Ökonomen halten dies für eine der Ursachen der Finanzkrise. "
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Genau das war die Ursuppe der Finanzkrise. Das ist keine Geschmacksache. Obama und sein Berater werden übrigens öffentlich nicht nur wegen dieser Haltung von den Ultrarechten als Kommunisten beschimpft. Ihnen scheint's wohl ein bisschen ans Leder (Privatkapital) zu gehen. Das mit der leichten Geldvermehrung ohne einen Finger zu rühren auf dem Rücken anderer wollen sie wohl in Zukunft weiterbetreiben. Jetzt kann sich jeder dafür ein Schimpfwort aussuchen. Ich sach mal: Neoliberalkapit.alistische Sozialschma.rotzer.
Hätte "man" auch bei der Krise machen können. Bank in Zahlungsschwierigkeiten bedeutet alle Guthaben einfrieren, zerteilen, die Stücke sanieren oder abwickeln, Filets bei besserem Markt verkaufen, Kapitalschutz für Kleinanleger.
Die Anleger sind selbst schuld wenn die Bank platt geht, denn dann haben Vorstand und/oder Aufsichtsrat halt versagt. Auf diese Weise würde das gesamte Eigenkapital der Bank zur Schadensbegrenzung verwendet. Aktuell hat man die aus dem Sumpf gezogen und es werden wieder Milliardenboni ausgeschüttet - in einem Markt, der außer der Existenz an sich keinen echten Wert schafft und lediglich "umverteilt".
dann sollen die Banken Kredit - und Spargeschäft vom Investmentgeschäft trennen.
Firmenkreditabteilung und Spielcasino nicht mehr unter einem Dach. Und was bitteschön soll dann besser werden?
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