Altersvorsorge mit Rürup-Renten im Vergleich Was die Rente für Gutverdiener bringt

Selbständige können mit Rürup-Versicherungen staatlich gefördert fürs Alter sparen. Doch nicht für jeden lohnt sich das. Worauf Sparer achten müssen.

Von Andreas Jalsovec

Geht es nach Ursula von der Leyen, sind die Selbständigen ab 2013 allesamt dran. Dann will die Bundesarbeitsministerin eine verpflichtende Altersvorsorge für sie einführen. Den Anbietern so genannter Basis- oder "Rürup"-Renten könnte das mehr Umsatz bescheren. Denn die Policen - benannt nach ihrem Erfinder, dem Ex-Wirtschaftsweisen Bert Rürup - sind vor allem für Selbständige und Freiberufler gedacht. Sie bieten ihnen die Möglichkeit, staatlich gefördert zu sparen.

Quelle: Institut für Vorsorge und Finanzplanung, Stand: 2. 7. 2012

(Foto: Hanna Eiden)

Bei den klassischen Versicherern bekommt die Europa-Police die Bestnote. Mit einem Klick auf die Grafik öffnet sich die gesamte Tabelle.

Rund 1,6 Millionen Deutsche haben einen Rürup-Vertrag. Für das Anlagejahr 2012 allerdings sinken die Renditen der Policen zum Teil deutlich. Und in puncto Transparenz gibt es bei etlichen Versicherern noch "Luft nach oben". Das hat das Institut für Vorsorge und Finanzplanung festgestellt (IVFP). Das unabhängige Institut aus dem oberpfälzischen Altenstadt hat gut 120 Basisrenten-Tarife getestet.

Vor allem bei klassischen Rürup-Rentenversicherungen schnitten dabei einige Tarife sehr gut ab (Tabelle). Daneben kann man mit Rürup-Renten auch in Fonds investieren - mit und ohne Beitragsgarantie. Eine Fondspolice ohne Garantie kann am Ende der Ansparphase jedoch zu Verlusten führen. Anders als bei der Riester-Rente muss der Versicherer eingezahlte Beiträge nicht garantieren.

Die staatliche Förderung läuft in allen drei Fällen über die Steuerersparnis: Bei Alleinstehenden erkennt das Finanzamt jährliche Beiträge von bis zu 20 000 Euro an, bei Ehepaaren 40 000 Euro. Für 2012 lassen sich davon 74 Prozent als Sonderausgaben absetzen. Bis 2025 steigt der Anteil auf 100 Prozent. Von der Höhe der Steuerersparnis hängt auch ab, ob sich die Rürup-Rente für Sparer lohnt.

Das IVFP hat alle drei Tarifarten untersucht. Für je acht Musterfälle bewertete das Institut die Rürup-Renten nach verschiedenen Kriterien. Dabei spielte die Rendite ebenso eine Rolle wie die Flexibilität der Verträge - also der Freiraum, den ein Versicherer dem Kunden etwa bei Zuzahlungen lässt. Überdies gehen Daten zur Verständlichkeit der Verträge und zum Versicherungsunternehmen in den Test ein. Bewertet werden die Policen mit Schulnoten.