Seit 2003 haben die Brutto-Renten insgesamt 6,4 Prozent an Kaufkraft verloren. Jeder ist gut beraten, für das Alter zusätzlich etwas zurückzulegen. Doch trotz Riester-Rente wächst die Gefahr, dass die Menschen im Alter verarmen.
An diesem Freitag kam es knüppeldick: Erst die Schlagzeile, dass Rentner immer weniger Geld haben, und dann noch ein Bericht des ARD-Fernsehmagazins Monitor, der zeigt, dass sich das sogenannte Riester-Sparen gerade für Geringverdiener in bestimmten Fällen überhaupt nicht lohnt.
Die Gefahr der Altersarmut wächst - und der Verdacht liegt nahe, dass vor allem diejenigen, die am meisten davon bedroht sind, gar nichts dagegen tun können. (© Foto: DAK/ddp)
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Das sind zwei Nachrichten, die jede für sich schon ein Grund zum Aufregen wären. In ihrem Zusammentreffen aber stehen sie für ein Dilemma: Die erste Meldung zeigt, dass die Gefahr wächst, im Alter zu verarmen. Und die zweite legt den Verdacht nahe, dass vor allem diejenigen, die am meisten davon bedroht sind, gar nichts dagegen tun können.
"Hoffentlich rüttelt dieses Signal unsere Politiker endlich wach", sagte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer vom Paritätischen Wohlfahrtsverband. Auch aus der Opposition kam Kritik. Bundessozialminister Olaf Scholz (SPD) solle die Gesetze "unverzüglich nachbessern", sagte der FDP-Politiker Jörg Rohde. Ähnlich äußerte sich Oskar Lafontaine, Fraktionschef der Linken.
Fast zwei Prozent weniger Kaufkraft
Einer der Auslöser für die Aufregung am Freitag waren die neuesten Zahlen des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft (IWG) in Bonn. Danach sank die Kaufkraft der Rentner im vergangenen Jahr um 1,93 Prozent. Zwar waren die Renten im Juli um 0,54 Prozent erhöht worden, doch da gleichzeitig die Inflation bei 2,2 Prozent lag, habe der "Standardrentner" unterm Strich ein Minus gemacht.
"Vom Standardrentner sprechen wir, wenn jemand bei einem Durchschnittseinkommen 45 Jahre lang in die Versicherung eingezahlt hat", erklärte Martin Schulte vom IWG. Insgesamt hätten die Bruttorenten seit 2003 6,4 Prozent an Kaufkraft verloren.
Netto sei der Verlust wegen der teureren Beiträge zur Pflege- und Krankenversicherung und dem Übergang zur nachgelagerten Besteuerung "teilweise noch höher" gewesen. Auch für dieses Jahr sieht Schulte keine Besserung. "Zwar sollen die Renten nach ersten Schätzungen zwischen einem und 1,7 Prozent erhöht werden, da wir aber voraussichtlich eine Inflation von knapp zwei Prozent haben werden, machen die Rentner erneut einen Verlust."
Diese Zahlen allein hätten genügt, die Debatte über drohende Altersarmut erneut anzufachen. Doch hinzu kam ein weiterer Aspekt: Medienberichte hatten aufgezeigt, dass der Staat im Rentenalter unter bestimmten Voraussetzungen auf eine privat angesparte Riester-Rente zugreifen darf.
Renter spart umsonst
Liegt zum Beispiel die gesetzliche Rente eines Ruheständlers bei 400 Euro, würde der Staat den Betrag normalerweise um 260 Euro auf 660 Euro Grundsicherung aufstocken. Hat der Rentner aber privat vorgesorgt und erhält zu seiner gesetzlichen noch eine Riester-Rente von 50 Euro im Monat, bezahlt ihm der Staat nur noch 210 Euro. Der Rentner hat damit letztlich umsonst gespart, denn er steht nicht anders da, als wenn er von vornherein überhaupt nichts beiseite gelegt hätte.
Trotzdem wiesen die Bundesregierung und Ex-Arbeitsminister Walter Riester (SPD) jegliche Kritik zurück. Riester sagte, es sei eine Katastrophe, wenn jungen Leuten nun die Botschaft vermittelt würde, sie müssten nicht mehr sparen. Ein Sprecher von Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) sagte, mit dieser Einstellung könnte man sofort aufhören zu arbeiten und sich voll und ganz auf den Staat verlassen.
Einen Ausweg aus dem Dilemma sieht Schneider vom Wohlfahrtsverband in erster Linie darin, hohe Freibeträge zu gewähren. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft fordert, dass die Riester-Renten überhaupt nicht mehr auf die Grundsicherung angerechnet werden.
- Riester-Rente Vergebens geriestert 11.01.2008
(SZ vom 12./13.01.2008/jkr)
Griechenland in der Schuldenkrise
Insbesondere Frauen, die Kinder großgezogen haben, kommen schlecht weg, insbesondere, wenn sie alleinstehend waren und sind. Selbst wenn sie nach der Kindererziehung gut verdient haben, können sie die Lücken nicht mehr wettmachen. Das haben sie den Politikern der BRD zu verdanken, die keine ausreichenden Kinderbetreuungseinrichtungen zur Verfügung stellten und stellen, sodass Kindererziehung und Berufstätigkeit im Westen nicht vereinbar waren (und noch sind). So bekommen Frauen im Westen kleinere Renten als die Frauen im Osten. Danke, dass den Müttern so gedankt wird!
Hat nun eine Frau doch in den letzten Berufsjahren etwas gespart, oder gar 30 Jahre lang mühsam in eine LV eingezahlt, so darf sie ihre kleine Rente unterhalb der Grundsicherung nicht aufstocken. Sie darf das ersparte Geld aber auch nicht ihren Kindern und Enkeln schenken. So sind nicht nur diese fleissigen und sparsamen Frauen die Dummen, sondern auch ihre Nachkommen. Zu arm, um Geld vererben zu dürfen, zu reich, um eine Grundsicherung zu erhalten. Was haben diese Frauen falsch gemacht?
Was sich die Bundesrepublik Deutschland mit ihren Rentnern leistet, ist ein Skandal: Erst wurden die scheinbar sicher angesparten Rentenversicherungsbeiträge der alten Bundesrepublikaner unter der Kohl-Regierung bei der Wiedervereinigung und durch die Rückführung von Spätaussiedlern sachfremd verheizt, dann kam die große Rentenreform, die der sich ständig ändernden demographischen Entwicklung Rechnung tragen sollte. Dabei wurde die Lebensarbeitszeit auf (vorerst) 67 Jahre verlängert, die Beiträge der Rentenversicherung wurden heraufgesetzt, obwohl das Gegenteil in Aussicht gestellt worden war. Zugleich wurden die gesetzlich an das Bruttosozialprodukt gekoppelten Rentensteigerungen weitgehend eingefroren, so dass sie mehrere Jahre hintereinander noch nicht mal den allgemeinen Kaufkraftverlust auffangen konnten.
Kein vernünftiger Mensch, der die demographische Entwicklung richtig einschätzte, kann sich der Einsicht widersetzen, dass die künftigen Rentner beim Eintritt in das Rentenalter in zwanzig, dreißig Jahren dringend eine private Zusatzversorgung benötigen: Die Riester-Rente war geboren. Sie sollte Garant dafür werden, dass die späteren Alten mit dieser Riester-Rente ihren gewohnten Lebensstandard absichern können.
Denkste! Jetzt kam durch eine Reportage im ARD-Fernsehen heraus, dass vor allem die heutigen Niedrigverdiener und späteren Kleinrentner ihre Riester-Rente so sie eine solche überhaupt hätten ansparen können auf ihre Sozialhilfe anrechnen lassen müssen, so dass sie letztlich für die Katz` gespart hätten....
Dann stellt sich auch noch ein Sozialexperte der CDU hin und empfiehlt vor allem den Niedrigverdienern, ja fleißig für ihre Riester-Rente anzusparen, damit sie im Rentenalter nicht auf Sozialhilfe angewiesen seien. Na, wenn das keine Vera......ng ist !!!
Da kann man nur hoffen, dass der Gesetzgeber schnellstens gesetzlich festlegt, dass die Riester-Rente n i c h t bei der evtl. nötigen Bemessung von Sozialhilfe eingerechnet werden darf. Sonst kann er (der Gesetzgeber) sich seine wohlfeile Riester-Rente irgendwo hin stecken. Denn die heutigen niedrig verdienenden Arbeitnehmer und späteren (Klein-)Rentner wären sonst schön dumm, wenn sie sich jahrelang ihre Riester-Beiträge mühsam und entbehrungsreich vom Munde absparen würden, um sie dann