Männer mit merkwürdigen Aussichten

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Männer sieht man selten im Goldgraben, es kommen Söhne, Enkel, auch Bekannte - die wichtigsten Männer aber, die Jugendlieben, die Ehemänner, die Väter, leben in Form von Fotos oder von Erinnerungen fort, es sind nicht immer die besten.

Frauen werden einfach älter als Männer, sagen die Bewohnerinnen, schauen Sie doch die Statistiken an! Es war gar nicht geplant, dass in die Villa nur Frauen einziehen würden, "aber die Männer, die sich für das Projekt interessierten, hatten einfach merkwürdige Vorstellungen", erklärt Frau Plotzki. "Die haben doch tatsächlich erwartet, dass wir sie bekochen und bebügeln! Unser Leben lang haben wir für Männer gewirtschaftet, für die eigenen, und dann sollen wir im Alter auch noch fremde versorgen?"

Die WG- Bewohnerinnen entscheiden selbst darüber, wer einziehen darf. Keine ist dagegen, einen Mann aufzunehmen - Bedingung ist allerdings, dass er für sich selber sorgen muss. "Ein Mann und zehn Frauen, das könnte sogar ganz spannend werden", sagt Frau Gaber und kichert, "den würden wir sicher alle umschwärmen".

"Ich bin seit 16 Jahren allein", sagt Frau Lauenroth ernst, "aber ich kann mir vorstellen, dass ich mich noch mal verliebe". Eine der Frauen soll sogar einen Liebhaber haben, wird gemunkelt, er wurde ein paar Mal abends am Fahrstuhl gesichtet - und er soll sehr viel jünger sein! Vielleicht sind die Frauen vom Goldgraben einfach zu modern. Frau Gaber erzählt: "Wir hatten mal ein sehr nettes Ehepaar auf der Warteliste. Aber", sie lacht, "der Mann hatte Sorge, dass er es nicht schaffen könnte, täglich zehn Frauen in den Mantel zu helfen!"

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