Im Eigenhandel können Banken viel Geld verdienen - oder verlieren, wie jetzt die WestLB erlebt hat.
Die Institute tätigen hierbei Geschäfte mit Wertpapieren auf eigenen Namen, auf eigene Rechnung und damit auf eigenes Risiko.
Anzeige
Die Banken kaufen und verkaufen, leihen und verleihen Aktien und andere Wertpapiere. Geht die Spekulation auf, kassiert das Institut den ganzen Gewinn.
Schätzen die Händler der Bank die Marktentwicklung jedoch falsch ein, schlagen die Verluste komplett bei dem Institut zu Buche.
Risikoreicher als Kommissionshandel
Damit ist Eigenhandel - auch Eigen- oder Propergeschäft genannt - deutlich risikoreicher als der sogenannte Kommissionshandel, dem Kundengeschäft.
In diesem Fall wird die Bank nicht auf eigene Rechnung tätig, sondern füllt nur Aufträge ihrer Kunden aus und behält eine Provision für ihre Bemühungen ein - unabhängig davon, ob die Kunden mit dem Handel Geld verdienen oder verlieren.
Der folgenschwere Unterschied zwischen Provisions- und Eigengeschäft hat 1995 die britische Barings Bank ruiniert.
Langweiliges Provisionsgeschäft
Deren Händler Nick Leeson sollte in Singapur im Auftrag von Klienten spekulieren, Eigenhandel war ihm untersagt. Trotzdem setzte Leeson Geld des Instituts ein und erzielte hiermit eine Zeit lang Profite, die das langweilige Provisionsgeschäft nie erwirtschaftet hätte.
Am Ende schätzte er den Markt aber falsch ein und verlor 1,4 Milliarden Dollar - Bankgelder, nicht Kundengelder.
(SZ vom 12.04.07)
Griechenland und die Euro-Zone