Der alte Kontinent macht Angst: Die ausufernden Staatsdefizite in Europa ziehen die Börsen weltweit tief ins Minus. Und dann bekommt auch noch Warren Buffett Probleme.

New York, Tokio - überall brechen die Kurse ein. In beiden Ländern verloren die Aktienindizes mehr als zwei Prozent verloren. Besonders heftig fiel der Rückgang mit 2,9 Prozent in Tokio aus. In Frankfurt startete der Leitindex Dax im frühen Geschäft ebenfalls mit einem leichten Minus, nachdem er bereits am Donnerstag um 2,5 Prozent gefallen war. An der Wall Street rutschte der Dow Jones erstmals seit November kurzfristig unter 10.000 Punkte, rettete sich aber am Ende über die vielbeachtete Marke.

Wall Street, AP

An der Wall Street wächst die Nervosität: Die enormen Defizite bei den Staaten beunruhigen die Anleger. (© Foto: AP)

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"Die Anleger fragen sich, wie die Staaten diese hohen Defizite refinanzieren können", fasste ein Händler zusammen.

Die Angst bekam auch der Euro zu spüren, der auf 1,3649 Euro einbrach und damit so niedrig wie seit Mai vorigen Jahres nicht mehr notierte. Damit hat die Gemeinschaftswährung binnen drei Tagen rund drei Cent eingebüßt.

"Ähnlich wie kürzlich die Finanzmarktkrise könnte sich auch diese Krise zu einem Flächenbrand entwickeln - mit Auswirkungen auf andere Länder, auf Bankensysteme und letztendlich erneut auf die Konjunktur", warnten die Devisenmarktanalysten der Commerzbank. "Doch im Gegensatz zur Bankenrettung letztes Mal gibt es jetzt unter Umständen keine Institution, die stark genug wäre, einzuspringen."

Anklage gegen Bank of America

Daneben drückten noch die schwachen Daten vom US-Arbeitsmarkt auf die Stimmung der Anleger: Die Zahl der Arbeitslosen-Erstanträge fiel in der vergangenen Woche unerwartet hoch aus. Investoren zufolge verheißen die Daten nichts Gutes für den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht für den gesamten Januar. Entsprechend gerieten vor allem Aktien von Unternehmen unter die Räder, die besonders konjunkturempfindlich sind.

Die Papiere der Bank of America brachen ein, weil der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo eine Klage gegen das größte US-Geldhaus ankündigte: Das Institut habe das Ausmaß der Merrill-Verluste vor den Aktionären verheimlicht, sagte Cuomo. Die Aktie des Geldhauses schloss fünf Prozent tiefer.

Im Video: Börsen in Tokio und New York tief im Minus. Der Nikkei und der Dow Jones verlieren deutlich.

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Buffett verliert "AAA"-Rating

In diesen Zeiten gibt es kaum noch Unternehmen, die von den Ratingagenturen als wirklich sicher eingestuft werden. Jetzt hat sogar die Investmentfirma des Börsen-Stars Warren Buffett seine Bonitäts-Bestnote "AAA" verloren.

Die Rating-Agentur Standard&Poor's erklärte, das Rating von Berkshire Hathaway werde um eine Stufe auf "AA+" gesenkt. Hintergrund sei der Kauf des Eisenbahn-Konzerns Burlington Northern Santa Fe für 34 Milliarden Dollar. "Wir glauben, dass die Eisenbahn-Übernahme die bislang extrem starke Kapitalausstattung und Liquidität reduzieren wird", begründete die Agentur ihre Entscheidung. "Eine Hauptsorge ist, dass Berkshires Risiko-Toleranz offenbar gestiegen ist."

Eine Verschlechterung des Ratings bringt höhere Zinsen bei der Schuldenaufnahme mit sich. Buffett hatte zuletzt in Deutschland mit dem Einstieg bei dem Rückversicherer Munich Re Schlagzeilen gemacht. Um den Kauf von Burlington Northern Santa Fe zu stemmen, will Buffett sich acht Milliarden Dollar am Kapitalmarkt leihen. Im Gegenzug bekommen Anleger Schuldverschreibungen seiner Holding Berkshire Hathaway.

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(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/hgn/tob)