Worin aber könnte der Sinn solcher Manipulationen bestanden haben? Der Reiz an einer Spekulation mit Vorzugsaktien liegt darin, dass bei diesen Papieren die Handelsumsätze sehr gering sind.
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Dadurch konnten die Händler möglicherweise durch größere Aufträge kurz vor Handelsschluss den Spread zwischen Vorzügen und Stämmen in die für sie günstige Richtung bewegen. ,,Wir haben uns schon lange gefragt, woher seit Monaten die hohen Umsätze bei VW-Vorzügen kommen'', sagte ein Händler.
Lange Zeit unentdeckt
Möglicherweise gelang es den Mitarbeitern der WestLB auf diese Weise, lange Zeit unentdeckt von der eigenen Risikokontrolle zu bleiben.
Allerdings müssten die Manipulationen immer größer ausfallen, je länger die Kurse in die falsche Richtung laufen. ,,Wir gehen nicht von grundlegenden Schwächen in der Risikokontrolle der WestLB aus'', sagte Andrea von Schnurbein, Analystin bei der Ratingagentur Fitch.
,,Wenn Leute betrügen wollen, dann kann das in jeder Bank passieren'', bestätigte auch ein hochrangiger Frankfurter Investmentbanker. Händler verweisen jedoch darauf, dass es auf Dauer nicht möglich ist, durch Kursmanipulationen der Risikokontrolle zu entgehen und Verluste zu kaschieren.
Verluste noch immer offen
Offen ist bis jetzt, wie hoch die Verluste der WestLB aus den Spekulationsgeschäften tatsächlich ausfallen werden.
In Finanzkreisen heißt es, möglicherweise seien einige der von den beiden Händlern eingegangenen Handelspositionen noch offen. Entwickelten sich die Kurse in die falsche Richtung, könnten sich die Verluste also noch ausweiten - aber auch verringern.
Die WestLB dementiert, dass es derzeit einen Rückstellungsbedarf wegen möglicher weiterer Verluste gebe.
Zwar kommt es auch bei anderen Banken immer wieder zu Ausfällen im sogenannten Eigenhandel. Dennoch haben die Verluste bei der WestLB einen Beigeschmack.
Fitch bescheinigt der WestLB Fortschritte
Ratingagenturen hatten in der Vergangenheit kritisiert, dass die Bank zu stark vom Kapitalmarktgeschäft abhängig sei. Zwar bescheinigt etwa Fitch der Bank mittlerweile Fortschritte.
Das Handelsgeschäft auf eigene Rechnung und für Kunden macht aber noch immer fast drei Viertel des operativen Gewinns aus. Offenbar fällt es der WestLB schwerer als anderen Landesbanken, neue Ertragsquellen zu erschließen.
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(SZ vom 12.04.07)
Ich selbst komme aus der "Börsenbranche" und muss sagen, dass auch ich entsetzt über eine derart unterqualifizierte Berichtserstattung bin...
Die Redaktion weiss noch nicht einmal, ob ein Bundesligaspiel am Samstag oder am Sonnntag stattfindet, und berichtet dementsprechend falsch. ( bremen-schalke)
Insofern finde ich es mutig, den Unterschied zwischen Stamm- und Vorzugsaktien erklaeren zu wollen.
Wenigstens wissen es die Leser schon selbst.....
Leider ist es so, dass die Artikel der SZ in den letzten Jahren erheblich an Qualität verloren haben. Selbst als Laie findet man oft Unstimmigkeiten. Hier in diesem Fall zeigt ein kurzer Blick auf die Kurse von VW Stämmen und Vorzügen (Zeitaufwand im Internet: 30 Sekunden), dass der Autor offensichtlich Unsinn schreibt und ein Minimum an journalistischer Sorgfalt vermissen läßt. Das ist kein Einzelfall. In vielen Artikeln findet der aufmerksame Leser offensichtliche Fehler. Vermutlich wurden bei der SZ gelernte Journalisten durch Praktikanten ersetzt. Die SZ wird ihrer Verantwortung als seriöse Zeitung nicht mehr gerecht. Das ist beschämend und traurig.
Lieber Martin Hesse,
ich muss sagen wenn Sie so einen Artikel schreiben, dann sollten Sie sich schon ganz genau auskennen mit Aktien. Sie schreiben:
Weil Vorzugsaktionäre eine Dividende beziehen, liegt der Kurs dieser Papiere regelmäßig über dem Preis von Stammaktien. Der Kursabstand schwankt jedoch im Zeitablauf.
Wenn Sie den Kurs von den VW Aktien einmal genau angesehen hätten, dann wäre Ihnen aufgefallen, dass die Vorzugsaktien deutlich unter dem der Stammaktien notieren. Vorzugsaktien beziehen in der Regel eine Dividende, Stammaktien aber auch, nur ist die Dividende bei der Vorzugsaktie meistens prozentual höher. Warum liegt die Vorzugsaktie aber unter den Stammaktien im Kurs? Ganz einfach Herr Hesse: Weil die Vorzugsaktien kein Stimmrecht verbriefen bei der Hauptversammlung. Und deshalb haben die meisten Investoren lieber die Stammaktien, so wie auch Porsche, dann haben die auch was zu sagen im Unternehmen.
Also irgendwas haben Sie da anscheinend verwechselt mit Vorzugs- und Stammaktien. Weiter schreiben Sie dass die WestLB Mitarbeiter die teuren Vorzüge gekauft und gleichzeitig die billigeren Stammaktien verkauft haben, uiuiui . Schwerer Fehler. Allerdings wahr ist, dass Porsche die Stämme gekauft hat, eben weil sie Stimmrecht auf der HV haben wollen.
Werden die Veröffentlichungen auf sueddeutsche.de eigentlich nicht vorher geprüft???
Grüsse von einem EX-Banker, S. Riedlinger