Noch wissen nur die beiden Händler der WestLB selbst und ihre möglichen Helfer, ob bei dem Institut tatsächlich Kurse manipuliert wurden Doch es gibt Hinweise darauf, wie sie mit ausgetüftelten Spekulationen auf die Nase fielen.
Es ist der Albtraum eines jeden Bankchefs. Zwei Wertpapierhändler verspielen Millionen und gefährden so den Gewinn und den guten Ruf ihrer Bank.
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Noch schlimmer kann es eigentlich nur kommen, wenn sich dann auch noch herausstellt, dass die Mitarbeiter bei ihren Spekulationsgeschäften Gesetze gebrochen haben.
Entsprechend nervös wird Thomas Fischer, Vorstandschef der WestLB, die Bemühungen der Finanzaufsicht Bafin verfolgen, Licht in die Vorgänge bei der stolzen Landesbank in Düsseldorf zu bringen.
Noch wissen nur die beiden Händler selbst und ihre möglichen Helfer, ob bei der WestLB tatsächlich Kurse manipuliert wurden und warum es offenbar zu Verlusten in dreistelliger Millionenhöhe im Handel mit VW-Aktien kam.
Kursabstand zwischen "Vorzügen" und "Stämmen"
Doch so könnte es gewesen sein: Bei VW spekulierten die Händler der WestLB auf den Kursabstand zwischen zwei Arten von Aktien - Vorzüge und Stämme.
Weil Vorzugsaktionäre eine Dividende beziehen, liegt der Kurs dieser Papiere regelmäßig über dem Preis von Stammaktien. Der Kursabstand schwankt jedoch im Zeitablauf.
Es ist eine verbreitete Strategie bei Investoren, auf eine Veränderung diese Preisabstands - Fachleute nennen diesen Abstand spread - zu spekulieren.
Wie kann man damit Gewinne machen? Händler anderer Banken vermuten, dass die Kollegen der WestLB auf eine Vergrößerung dieses Spreads wetteten, indem sie die teuren VW-Vorzüge kauften und gleichzeitig die billigeren Stammaktien verkauften, was diese noch billiger machte.
Ein großes Paket Stammaktien
Die Wette platzte aber dann offenbar, als der Autohersteller Porsche ein großes Paket Stammaktien übernahm, sodass sich der Kursabstand aus Sicht der WestLB-Händler genau in die falsche Richtung entwickelte. Verluste entstanden, obwohl beide Aktienarten stiegen.
In Finanzkreisen heißt es, die WestLB habe ähnliche Geschäfte auch mit Vorzugsaktien von Metro und BMW getätigt. Hinzu kommt nun ein schwerwiegender Vorwurf. Die WestLB hat bestätigt, es bestehe der Verdacht, dass die beiden mittlerweile entlassenen Händler Aktienkurse manipuliert hätten.
Dieser Verdacht richte sich aber auch gegen Beschäftigte anderer Banken. ,,Es ist kaum vorstellbar, dass zwei Händler über Monate hinweg Kurse manipulieren, ohne dabei Unterstützung von außen zu erhalten'', sagte ein Aktienhändler einer anderen Großbank.
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Heftige Erschütterung in Norditalien
Ich selbst komme aus der "Börsenbranche" und muss sagen, dass auch ich entsetzt über eine derart unterqualifizierte Berichtserstattung bin...
Die Redaktion weiss noch nicht einmal, ob ein Bundesligaspiel am Samstag oder am Sonnntag stattfindet, und berichtet dementsprechend falsch. ( bremen-schalke)
Insofern finde ich es mutig, den Unterschied zwischen Stamm- und Vorzugsaktien erklaeren zu wollen.
Wenigstens wissen es die Leser schon selbst.....
Leider ist es so, dass die Artikel der SZ in den letzten Jahren erheblich an Qualität verloren haben. Selbst als Laie findet man oft Unstimmigkeiten. Hier in diesem Fall zeigt ein kurzer Blick auf die Kurse von VW Stämmen und Vorzügen (Zeitaufwand im Internet: 30 Sekunden), dass der Autor offensichtlich Unsinn schreibt und ein Minimum an journalistischer Sorgfalt vermissen läßt. Das ist kein Einzelfall. In vielen Artikeln findet der aufmerksame Leser offensichtliche Fehler. Vermutlich wurden bei der SZ gelernte Journalisten durch Praktikanten ersetzt. Die SZ wird ihrer Verantwortung als seriöse Zeitung nicht mehr gerecht. Das ist beschämend und traurig.
Lieber Martin Hesse,
ich muss sagen wenn Sie so einen Artikel schreiben, dann sollten Sie sich schon ganz genau auskennen mit Aktien. Sie schreiben:
Weil Vorzugsaktionäre eine Dividende beziehen, liegt der Kurs dieser Papiere regelmäßig über dem Preis von Stammaktien. Der Kursabstand schwankt jedoch im Zeitablauf.
Wenn Sie den Kurs von den VW Aktien einmal genau angesehen hätten, dann wäre Ihnen aufgefallen, dass die Vorzugsaktien deutlich unter dem der Stammaktien notieren. Vorzugsaktien beziehen in der Regel eine Dividende, Stammaktien aber auch, nur ist die Dividende bei der Vorzugsaktie meistens prozentual höher. Warum liegt die Vorzugsaktie aber unter den Stammaktien im Kurs? Ganz einfach Herr Hesse: Weil die Vorzugsaktien kein Stimmrecht verbriefen bei der Hauptversammlung. Und deshalb haben die meisten Investoren lieber die Stammaktien, so wie auch Porsche, dann haben die auch was zu sagen im Unternehmen.
Also irgendwas haben Sie da anscheinend verwechselt mit Vorzugs- und Stammaktien. Weiter schreiben Sie dass die WestLB Mitarbeiter die teuren Vorzüge gekauft und gleichzeitig die billigeren Stammaktien verkauft haben, uiuiui . Schwerer Fehler. Allerdings wahr ist, dass Porsche die Stämme gekauft hat, eben weil sie Stimmrecht auf der HV haben wollen.
Werden die Veröffentlichungen auf sueddeutsche.de eigentlich nicht vorher geprüft???
Grüsse von einem EX-Banker, S. Riedlinger