Der Dax verliert zum Wochenauftakt fast sechs Prozent. Damit rutscht der Aktienindex erstmals seit April wieder unter die Marke von 7000 Punkten. Es ist der kräftigste Kurssturz seit Beginn des Irakkriegs.
Die Angst vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung weitet sich am deutschen Aktienmarkt zur Panik aus. Zum Wochenauftakt brach der Dax um nahezu sechs Prozent auf unter 7000 Punkte ein.
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Zuletzt war der Leitindex nach Ausbruch des Irak-Kriegs im März 2003 so stark abgerutscht.
Die Stimmung der Investoren habe inzwischen ein "Panik-Level" erreicht, kommentierten die Analysten von JP Morgan Asset Management. "Von Ausverkauf zu reden, ist ja fast schon freundlich", sagte ein Händler.
Gegen Montagmittag lag der Dax bei außergewöhnlich hohen Handelsvolumina 5,1 Prozent im Minus bei 6943 Zählern. Der Nebenwerteindex MDax und der Index für kleinere Werte SDax rutschten jeweils um knapp fünf Prozent ab. Der Technologieindex TecDax fiel um fast sechs Prozent.
Allein seit Jahresbeginn hat der Dax inzwischen knapp zehn Prozent eingebüßt, der von Solarwerten dominierte TecDax rund 20 Prozent.
"Eine Rezession in den USA ist schon fast eingepreist, jetzt greift die Angst vor einer Übertragung der Konjunkturabkühlung auf Europa und die Schwellenländer um sich", sagte Fondsmanager Dennis Nacken von Allianz Global Investors.
Daher werde der Rückgang beim Ölpreis auf unter 90 Euro auch nicht als Entlastung gewertet. Vielmehr spiegele der Preis die Erwartung einer rückläufigen Nachfrage wider. Auch ein nachgebender Euro wurde am Markt als Bote eines nachlassenden Wirtschaftswachstums interpretiert und nicht wie sonst als vorteilhaft für die deutsche Exportwirtschaft.
Auf den Verkaufslisten ganz oben standen weiter die Finanzwerte. Der Sektorindex für Bankwerte verlor 6,6 Prozent, der für Versicherer 7,7 Prozent. "Nach den Banken wartet jetzt jeder auf Hiobsbotschaften aus dem Versicherungssektor", erklärte ein Händler.
Bei der Deutschen Börse gingen Anleger Händlern zufolge auf Nummer sicher und nahmen Gewinne mit, die Aktie rutschte um zehn Prozent ab.
Unter den größten Verlierern waren auch Allianz-Titel mit einem Minus von 8,8 Prozent.
"Die haben noch nichts vorgelegt zum Subprime-Engagement ihrer Tochter Dresdner Bank, und mit jedem Tag, den sie weiter schweigen, wird der Vertrauensbruch größer", sagte ein Händler.
"Jeder, der bisher lange geschwiegen hat, hat dann ein Desaster berichtet." Ähnliche Befürchtungen trafen die Commerzbank-Aktie: Sie verlor zeitweise fast sieben Prozent.
Zu den größeren Verlierern zählten daneben die Aktien des Index-Schwergewichts Siemens. Börsianer erklärten dies mit Spekulationen um milliardenschwere Zahlungen im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre.
Einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge drohen Siemens Strafen von bis zu vier Milliarden Euro von der US-Börsenaufsicht SEC.
In großem Stil nahmen Investoren überdies Solarwerte aus ihren Depots, deren Kursverluste zwischen acht und vierzehn Prozent lagen.
Gegen den Trend stemmten sich zumindest zeitweise die Infineon-Papiere mit einem Plus von 2,5 Prozent auf 6,89 Euro. Am Mittag lagen die Titel 0,6 Prozent im Minus.
(dpa-AFX/Reuters/AP/mah/hgn/woja)
Für diejenigen, die beabsichtigen Aktien zu kaufen eine Traumkonstellation, wie sie nur im Durchschnitt alle 5 Jahre wieder auftaucht (98 Asienkrise, 03 Neuer Markt Zusammenbruch). Übertreibungen nach unten und Panikmache in den Medien. Wer glaubt, dass die Aktien noch gross weiter fallen, hat eh schon verkauft. Die Hartgesottenen warten nur noch auf Bodenbildung oder Sellout, wie heute, um einzusteigen, wenn die letzten Zittrigen ihre Papiere verscherbelt haben.
Ruhe bewahren! Wer jetzt keine Aktien kauft, oder noch Aktien verkauft, wird sich schon in einem Jahr tüchtig in den Allerwertesten beissen.
Bei allen großen Crashs der letzten Jahrzehnte haben am Ende die gewonnen, die vorher ihre Stop-Loss-Limit wirklich gesetzt haben, den Boden abgewartet haben und zu Zeitpunkten, als die Panik mit am größten war, fleissig eingekauft haben.
Das Problem ist, dass der Normalbürger erst dann kauft, wenn es schon fast wieder zu spät ist.
Hab damals schon meine Ersparnisse mit Cargolift in den Sand gesetzt. Seit dem hat mir dieses Land keine Möglichkeit gelassen wieder Geld für sowas wie Aktien anzusparen.
whatever es geht Bergab, die Welt tritt in ein neues Zeitalter.
@Gerald67:
Sie sprechen da ein wahres Wort aus... und insbesondere in Deutschland herrschen noch regelrechte Wildwest Gesetze. die Wallstreet ist 100000x mehr reguliert ...
grüße, tom
Es sit egal was vermeintlich als nächstes einbrechen soll. Es wird nahezu alles ienbrechen, da Spekulaten überall drinhängen.
Das Traurige ist, dass nach 2000 nicht s, aber auch gar nichts uinternommen worden ist, die Märket und TEILNEHMER transparenter zu machen. Die Börse, für sich selbst, verspielt jedes Vertrauen udn wird als Glück wahrgenommen, oder auch Pech.
Leider.