Empörung, Ärger, Unverständnis: AIG-Manager in Europa wehren sich gegen die Rückzahlung ihrer Boni. Es gebe keinen moralischen Grund, das Geld zurückzuzahlen.

Der Druck der Öffentlichkeit war groß. Am Ende war er sogar so groß, dass sich die Politik in den Protestreigen gegen Millionen-Boni beim Beinahe-Pleiteversicherer AIG einreihte. Am Ende gaben die ersten Manager klein bei und kündigten die Rückzahlung ihrer Boni an.

AIG, Getty

Die US-Regierung fordert von den AIG-Managern, ihre Boni zurückzuzahlen. Doch in Europa regt sich Widerstand. (© Foto: Getty)

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Widerstand rührt sich nun aber außerhalb Amerikas. Europäische Manager wehren sich erbittert gegen die geforderte Rückzahlung ihrer umstrittenen Boni. Ein Top-Manager bezeichnete Kreisen zufolge die Forderungen aus den USA als Erpressung. Es gebe keinen moralischen Grund, das Geld zurückzuzahlen, sagte ein AIG-Mitarbeiter in London, der selbst Prämien erhalten hat.

"Erpresserische Forderungen"

Der Chef der Abteilung für Finanzprodukte, Gerald Pasciucco, habe von "erpresserischen Forderungen" gesprochen, berichtete der Mitarbeiter weiter. Die meisten Angestellten in London hielten das Ansinnen zudem für beleidigend. Ähnlich äußerten sich AIG-Manager in E-Mails, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. Ein AIG-Sprecher erklärte, der Konzern habe keine Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Boni.

Nach Angaben des zuständigen New Yorker Staatsanwalts Andrew Cuomo haben sich mehrere hochrangige AIG-Manager in den USA zur Rückzahlung ihrer Zulagen bereiterklärt.

Cuomo untersucht, ob die Zahlungen in Höhe von 165 Millionen Dollar rechtmäßig waren, weil AIG nur durch Staatshilfen von mehr als 180 Milliarden Dollar am Leben gehalten wird. US-Präsident Barack Obama und zahlreiche andere Politiker hatten verärgert auf die Bonuszahlungen reagiert. Das Repräsentantenhaus stimmte vorige Woche für ein Gesetz, mit dem die Boni weitgehend zurückgeholt werden sollen.

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(sueddeutsche.de/Reuters/tob/pak)