Der Druck der Öffentlichkeit wirkt: Die ersten AIG-Manager knicken ein, sie zahlen anteilig Boni zurück. Konzernchef Liddy beschwört das Ende des Versicherers.
Die ersten Manager des maroden Versicherungskonzerns AIG beugen sich der öffentlichen Wut und verzichten zumindest anteilig auf ihre umstrittenen Bonuszahlungen. Vorstandschef Edward Liddy teilte den aufgebrachten Kongressabgeordneten mit, er habe die Empfänger von Bonuszahlungen über mehr als 100.000 Dollar gebeten, mindestens die Hälfte zurückzugeben. Daraufhin hätten einige Empfänger auf die gesamte Summe verzichtet.
Ab in den Knast: Als AIG-Chef Edward Liddy aussagen musste, machten Demonstranten ihrem Ärger über die horrenden Managerboni Luft. (© Foto: Reuters)
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Insgesamt wurden 165 Millionen Dollar für die umstrittenen Zusatzleistungen bewilligt, obwohl der Konzern gerade erst 170 Milliarden Dollar an staatlicher Hilfe erhalten hat. Die Demokraten im Kongress wollen jetzt einen Gesetzentwurf einbringen, wonach Bonuszahlungen bei AIG und anderen Empfängern staatlicher Hilfe zu 90 Prozent als Steuer an den Staat entrichtet werden müssen. Er selbst sei aufgebracht über die Bonuszahlungen, sagte Konzernchef Liddy.
Auch US-Präsident Barack Obama ist sauer. Obama sagte, er versuche nicht, den Ärger der Öffentlichkeit über die Affäre zu beruhigen. "Ich denke, die Leute haben ein Recht, verärgert zu sein", sagte der Präsident. "Ich bin es auch."
Firmensitz steht zum Verkauf
Unterdessen bleibt bei dem Versicherungskonzern kein Stein auf dem anderen - und am Ende dieses Prozesses steht offenbar die Umbenennung sowie die Auflösung. "Was wir vorhaben, ist die Auflösung von AIG", sagte Liddy vor einem Ausschuss des US-Kongresses. "Was seit 90 Jahren als AIG bestand, wird mit der Zeit nicht mehr existieren." Insbesondere werde die Sparte für Finanzprodukte, die im Zentrum der Krise steht, innerhalb von vier Jahren von Grund auf saniert. Die Sparte Financial Products verwaltet laut Liddy Risiko-Papiere im Nominalwert von 1,6 Billionen Dollar.
Auch der Firmensitz in New York steht zum Verkauf. "AIG evaluiert den Verkauf der Immobilien seines Sitzes an der Ecke Pine Street/Wall Street", teilte ein Firmensprecher mit. Dies sei Teil der Bemühungen, die Bilanz zu sanieren. Die New York Post veranschlagte die möglichen Einnahmen auf maximal 100 Millionen Dollar. Der Firmensitz befindet sich dort seit den siebziger Jahren.
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(sueddeutsche.de/AP/AFP/tob/mel)
wenn ich den sch... hoere das deutsche manager von den amis bzgl. bonuserstattung lernen koenne kommen mir die traenen. von den amis kann man NICHTS lernen.auch dort gibt es manager die mit horrenden bonussen ( 20 mio. sind dort peanuts) in die wueste geschickt werden und keinerlei einsicht zeigen. habgierige menschen gibt es ueberall .
ausserdem wurden diese leute doch jahrelang als schimmerndes vorbild hingestellt. insbesonders cdu/csu und fdb konnten unsere unglaublich guten manager doch garnicht hoch genug jubeln. heute auf diese leute schimpfen , aber jahrzehntelang die absahnekultur als das nonplusultra der freien marktwirtschaft gepriesen.
Das ist manchmal das Schöne an deren System. Wenn etwas als notwendig erscheint, dann wird es "irgendwie möglich" gemacht.
Was in diesem Falle, keine Boni an Versager, zu klappen scheint.
Während bei uns die Politik ihre Netze spinnt und ihre Effektivität in einem jahrezentealten Netz aus Kompromissen und Amigos stranguliert.
Wenn man sich aber den "Krieg gegen den Terror" ansieht, sieht man auch die Kehrseite des "flexiblen" Ansatzes.