Ärger wegen Jubiläums-Bonus Und die Allianz zahlt doch

Die Allianz-Mitarbeiter können sich im Jahr 2015 über eine deutlich höhere Erfolgsbeteiligung freuen.

(Foto: dpa)

Shitstorm im Intranet: Allianz-Mitarbeiter empörten sich, weil es keinen Bonus zum Firmenjubiläum geben sollte. Mit Erfolg.

Von Herbert Fromme

Die Allianz kommt ihren Mitarbeitern in Deutschland entgegen. Zwar soll es dabei bleiben, dass der weltweit agierende Versicherungsriese keinen Jubiläumsbonus an die Angestellten auszahlt, wenn er im kommenden Jahr 125 Jahre alt wird. Doch plant der Konzern nach Informationen der Süddeutschen Zeitung, die Kappungsgrenze bei der Erfolgsbeteiligung für das Jahr 2014 für die 30 000 Angestellten im Heimatmarkt zu streichen und die Boni damit spürbar zu erhöhen.

Die jeweils im Mai ausgezahlte Summe kann deutlich höher als ein Monatsgehalt sein. Wenn im kommenden Jahr die Prämie für 2014 auf dem Konto landet, werden sich die Allianzer über einen weitaus höheren Betrag als in den Vorjahren freuen können - einmal, weil die Allianz Deutschland für das laufende Jahr ein sehr gutes Ergebnis erwartet, zweitens weil die Kappung wegfällt. Die Differenz beträgt auf jeden Fall mehrere hundert Euro und kann auch vierstellig sein. In Unternehmenskreisen heißt es, die Entscheidung zur Aufhebung der Kappung habe nichts mit Mitarbeiterprotesten zu tun. Sie sei schon im August gefallen.

Im Intranet hagelte es böse Kommentare

In der vorigen Woche hatte Werner Zedelius, Vorstand der Obergesellschaft Allianz SE, dem gesamten Konzern mitgeteilt, dass es weder einen Jubiläumsbonus für Mitarbeiter noch eine Sonderdividende für die Aktionäre aus Anlass des Jubiläums geben wird. Daraufhin reagierten mehr als 800 Angestellte mit sarkastischen Kommentaren im Intranet. Viele empfanden die Ankündigung als Ausdruck mangelnder Wertschätzung.

Deutschlandchef Markus Rieß reagierte inzwischen mit einem Beitrag. Darin verteidigt er die Entscheidung gegen eine Jubiläumsbonus, teilt aber auch mit, dass der Vorstand die Mitarbeiter finanziell beteiligen wolle und das Anfang 2015 festlegen werde.