Die Informationspolitik der deutschen Banken ist desaströs. Es hat den Anschein, als wollten die Institute den Ärger über defekte EC- und Kreditkarten unter den Teppich kehren.
Es fing ganz harmlos an. Am vergangenen Wochenende tauchten erste Meldungen auf, dass bei der Postbank vereinzelt Kunden am Bankautomaten kein Geld abheben können. Montagfrüh kam heraus, dass das Problem auch bei der Commerzbank besteht. Am Montagnachmittag dann die Mitteilung des Zentralen Kreditausschusses, in dem alle deutschen Banken organisiert sind, dass EC- und Kreditkarten sämtlicher Institute betroffen sind. Die Details dazu waren spärlich. Erst eine Information des Sparkassenverbands enthüllte am Dienstag das wahre Ausmaß: Fast jede zweite EC-Karte ist betroffen, allein bei den Sparkassen sind das 20 Millionen Stück.
In bester Salamitaktik kamen die Informationen zu den defekten Bankkarten an die Öffentlichkeit. (© Foto: ddp)
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Nun wissen die Bankkunden zwar, dass es sich um ein flächendeckendes Problem handelt, ob ihre eigene Karte betroffen ist, können sie aber nur herausfinden, indem sie es probieren. Im Inland lässt sich wieder Geld abheben, aber was machen Kunden, die demnächst ins Ausland fahren? Sollen sie ein paar Tausend Euro in bar mitnehmen? Von den meisten Banken werden sie hier alleingelassen. Vereinzelt gibt es den Rat, man solle doch Reiseschecks mitnehmen.
Eine solche Informationspolitik ist desaströs. Es hat den Anschein, als wollten die Banken die ganze Angelegenheit unter den Teppich kehren, nach dem Motto: Ist ja nicht so schlimm, kann ja mal passieren. Dabei handelt es sich um einen riesigen Lapsus, der unmittelbar in den Lebensbereich von Millionen Kunden eingreift. Dass bei solchen Fragen absolute und detailreiche Transparenz nötig ist, gehört zu den Grundregeln der Unternehmenskommunikation. Die Banken haben davon offenbar noch nichts gehört. Dabei wollten sie doch verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen.
Im Video: Erste Schadenersatzforderungen werden laut. Verbraucherschützer sind empört über die Informationspolitik der Banken. Weitere Videos finden Sie hier
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(SZ vom 07.01.2010/mel)
Debatte über Urheberrecht
Ist das etwa überraschend? Kann man von Banken was gutes erwarten? Bin ich im falschen Film? Hä?
Die Banken machen es sich schon einfach: Sie geben einen Auftrag nach "Spezifikationen" und geben die Karten dann als Bank an den Kunden (und nicht der Unterauftragnehmer), sie sind also primär in der Verantwortung. Von Abnahmeprüfung haben sie dabei wohl noch nie etwas gehört.
Bei diesen "Spezifikationen" kann der Auftragnehmer dann auch wohl nach Belieben beliebige Sicherheitslücken einbauen!
Alles eine grosse Verasche.
Ich arbeite in einer großen deutschen Bank in einem Bereich der sich mit solchen Problemen beschäftigt und zum Glück gar nicht betroffen ist. Und mehr als Glück ist es nicht, das hätte uns auch passieren können. Auch wenn es mir für alle "Hau-Die-Bank"-Spieler schade ist, aber dieses mal können die Banken nichts dafür.
Schließlich bauen Banken die Karten nicht selbst, sondern beauftragen eine Firma damit sie nach Spezifikationen herzustellen. Und wer denkt schon daran zu prüfen ob die eingesetzten Chips die Zahl 2010 nicht verarbeiten könnten? Eben! Kein Mensch! Oder schauen Sie beim Erwerb eines Autos nach ob es bremsen hat? Nein, natürlich nicht: Sie gehen zu Recht davon aus das sie da sind.
"ne. ist keine bankensoftware, sondern ein fehler in der programmierung des chips.=anderes paar schuhe."
Genau solche Vereinfachungen sind ein Grund für viele Fehler. Die EC-Karte ist Bestandteil des "Banken"-Systems, nämlich ein Teil - zwar ein wesentlicher - der Beziehung Kunde/Bank. Wie all die gehackten oder ausspionierten EC-Karten beweisen, werden durch die EC-Karte erhebliche Beträge erschwindelt. Aber wahrscheinlich hat kein Banker von Systemanalyse und korrekter Softwareentwicklung
ne. ist keine bankensoftware, sondern ein fehler in der programmierung des chips.=anderes paar schuhe.
und nein, ich will hier nichts schönreden sondern lediglich darauf hinweisen, dass diesmal die banken keine unmittelbare "schuld" trifft.
dass ein fehler dieser art nicht vorkommen darf ist unbestritten.
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