Ein Immobilienunternehmer fordert eine staatliche Abwrackprämie für den Abriss und Neubau von Wohnhäusern.
Das in Schleswig-Holstein landesweit arbeitende Immobilienunternehmen Otto Stöben fordert eine staatliche Abwrackprämie für Ein- und Mehrfamilienhäuser, die älter als 30 Jahre sind und nicht unter Denkmalschutz stehen. Geschäftsführer Carsten Stöben gab dazu an, 80 Prozent der Einfamilienhäuser im Land seien vor 1978 gebaut worden.
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"Diese Häuser haben alle ein energetisches Problem." Viele davon würden auch mit staatlichen Krediten aufwendig saniert. "Doch trotz der neuen, energetisch verbesserten Fassade bleiben die alten Mauern stehen. Das macht wenig Sinn."
Viele Immobilienbesitzer und interessierte Käufer wollten heute Häuser und Wohnungen ihren individuellen Bedürfnissen anpassen und bauten daher immer öfter um, erläuterte der Immobilienmakler. Dieser Trend habe in den vergangenen zehn Jahren eine starke Dynamik entwickelt, sagte Stöben.
Es sei daher sehr viel sinnvoller, eine staatliche Abwrackprämie für den Abriss und Neubau von Wohnhäusern anzubieten. "Dann kann die Immobilie von vornherein den individuellen Wünschen angepasst werden."
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(sueddeutsche.de / dpa /als)
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Ein energetisches Problem ergibt sich aus dem Unterschied zwischen den Werten aus dem Bedarfsausweis (Modellrechnung ohne Gewähr), bei denen speziell die heutigen Neubauten glänzen, und den effektiven Verbrauchswerten, bei denen seltsamerweise die handwerklich solide erstellten Altbauten besser abschneiden. Gewisse Schlicht- und andere Billigbauten aus den ersten Jahren nach Zweiten Weltkrieg zählen wahrscheinlich nicht dazu. Die Frage Abriss oder Umbau sollte immer im Einzelfall geklärt werden. Sonst wird ein Altbau mit guter Substanz womöglich nur durch eine Baracke ersetzt, was aber einen Immobilienmakler wie Stöben nur recht sein kann. Geschäft ist Geschäft!
@bionisch - in Italien klappt das schon, die haben eine Umweltprämie für den Ersatz von alten Kühl- und Gefriergeräten.
Was die Abwrackprämie von Häusern angeht - mal gucken was passiert, wenn Eigentumswohnungsbesitzer stockwerkweise ihre Wohnungen aus dem Blocks abwracken :)
Da erscheint mir eine Unterstützung bei nachhaltiger Heizungssanierung oder Dämmung sinnvoller. Denn alt ist nicht gleich schlecht.
viele (nicht alle) alten Häuser sind nach Grundsätzen gebaut, die das Gebäude heute nur schwer brauchbar machen. Es hat sich einiges geändert, z.B. Gleichstellung der Frau und die damit verbundene Einbeziehung der (offenen) Küche in den Wohnraum. Wer kocht, darf heute auch dabei sein...
Kindergärten und Schulen, die nicht barrierefrei sind oder gemacht werden können - wer braucht schon integrative Konzepte, früher hat man die einfach...
Statisch sind viele Sachen aus den 50ern katastrophal. Kleine Stangerl tragen ein Dach. Ach, hat 50 Jahre funktioniert? Schön, dann legen wir mal noch was drauf (Aufdopplung für Dämmung) und vergessen Reichenhall.
Bundesweit wird ohne Hirn jedes alte Gebäude aufwendig saniert, ohne daß jemand fragt, ob dies wirtschaftlich ist.
Es wäre - bildlich - unwirtschaftlich, einem ehem. Pferdekarren einen Hybridmotor einzubauen.
Noch wirkungsvoller: Austausch alter Heizungspumpen. Die alten brauchen bis zu 150W - 24h am Tag. Die neuen - geregelt - laufen seltener und an den Bedarf angepasst. Kann den Strombedarf um mehr als 90% (sic!) senken.
Ein anderes Ziel für eine Abwrackprämie wären Kühlschränke. In jedem Haushalt vorhanden, oft steinalte Stromfresser und FCKW-Schleudern ... Alte Kühlschränke raus, neue, bessere rein! :-)
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