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Politiker und Volkswirte mögen darüber diskutieren, ob die Zinserhöhung der EZB die europäische Wirtschaft in die Knie zwingt. Die Finanzmärkte sind längst zur Tagesordnung übergegangen. Die Kreditinstitute bieten den Anlegern höhere Renditen, wenn die ihr Geld für kurze Zeit neu anlegen. Die Schuldner müssen ihre Darlehen zum Teil mit höheren Zinsen bedienen.
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Die Händler des Geldes an den Börsen interessiert vor allem, ob Trichet und seine Mannschaft schon an den nächsten Zinsschritt nach oben denken, also ob die EZB zum Ende dieses Jahres 4,5 Prozent kurzfristig von den Banken verlangen wird. Der Ölpreis, der keinen Halt nach oben findet, könnte ein solches Denken nahelegen. Denn es sind vor allem die Kosten für Energie, Rohstoffe und Lebensmittel, die wie Hefe in einem Teig wirken und die Ausgaben der Verbraucher aufblähen. Trichet lässt sich von diesem Treibmittel nicht aus dem Konzept bringen. Er äußerte zwar Sorge über die Exzesse an den Ölmärkten. Besonders schlimm wäre es, wenn es dabei nicht um echte, sondern um eine künstliche Nachfrage ginge, also um Spekulation. Aber nach der Erkenntnis der EZB läuft die Konjunktur im Euroraum derzeit zwar langsamer, doch sie läuft. Von einer Stagnation kann also keine Rede sein. Die Inflation jedoch, die lässt sich schon greifen. 3,3 Prozent waren es im Juni in Deutschland, vier Prozent europaweit. Da ist es gut, wenn die EZB ein Zeichen setzt. Sie signalisiert mit ihrem kleinen Schritt, wie ernst sie die weltweit aufflammende Inflation nimmt. Sie warnt außerdem Behörden, Unternehmen und Tarifparteien, den Bogen bei den Preisen nicht zu überspannen.
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