Werbewirksam aufgeplustert
Produkttest
21.01.2008, 12:03
Grossbild
Risiko-Lebensversicherung: Sinnvoll, wenn jemand Verwandte oder sonstige Nahestehende versorgen muss. (Foto: AP)
Mit ihrem neuen Produkt "Risikopremium" startete die Zurich Versicherung in das Jahr 2008. Die Police ist im Kern eine Risikolebensversicherung, verfügt darüber hinaus aber über zusätzliche Leistungen.
Verbraucherschützer halten eine Risikolebensversicherung für sinnvoll, wenn jemand Verwandte oder sonstige Nahestehende versorgen muss und diese Versorgung auch für den Fall des eigenen Todes aufrechterhalten will.Üblicherweise schließen Eheleute und Familien eine solche Police ab. Bauherren können damit gewährleisten, dass im Falle ihres Todes die Immobilie weiter abbezahlt werden kann und nicht unter den Hammer muss.
Für den letzten Wunsch
Diese Sicherheiten bietet auch das neue Produkt der Zurich Gruppe. Beim Tod des Versicherten schüttet es die abgeschlossene Summe steuerfrei an die Hinterbliebenen oder Begünstigten aus. Gleichzeitig zählt das Unternehmen in seinen Presseinformationen Mehrleistungen auf. So ist die Police das erste Produkt, das die sogenannte Todesfallsumme schon zu Lebzeiten auszahlt. Der Anlass ist aber nicht erfreulich: Diese Regelung gilt nämlich nur, wenn der Versicherte an einer schweren Krankheit leidet und nach medizinischer Prognose nur noch zwölf Monate zu leben hat.
Der Versicherte könnte sich so noch einen letzten Wunsch erfüllen. Damit wird der Schutz für Hinterbliebene zumindest teilweise zum Eigenschutz. Oft dürften Schwerkranke aber kaum noch in der Lage sein, das Geld zu nutzen. Zudem besteht das Risiko, dass der Hinterbliebenenschutz entleert wird. Immerhin könnte der Kranke so die Verteilung des Kapitals an seine Verwandten noch selbst steuern. Positiv an dem Angebot ist, dass die Versicherung ohne eine erneute Gesundheitsprüfung aufgestockt werden kann, wenn sich die Lebensumstände ändern, etwa bei Heirat, Geburt eines Kindes oder Eintritt in die Selbständigkeit.
Günstig für Nichtraucher mit Bürojob
Nicht neu ist dagegen der Ansatz, den Beitrag nach Rauchverhalten und Berufsgruppen zu differenzieren. Wer nicht raucht und einem risikolosen Bürojob nachgeht, zahlt deutlich weniger Prämie. So muss etwa ein rauchender Schlachter nach Angaben des Marktbeobachter Fss-online AG etwa das 2,5-Fache dessen berappen, was ein nicht rauchender Bürokaufmann zahlt.
Ihren Preis haben auch die Zusatzleistungen der neuen Zurich-Risikolebensversicherung. So kosten 200000 Euro Versicherungsschutz für einen 30-jährigen Kunden mit geringem Risiko bei günstigen Anbietern derzeit brutto zwischen 200 und 320 Euro pro Jahr. Bei Risikopremium sind es hingegen über 400 Euro.
Der Nettobeitrag ist allerdings deutlich niedriger, da Risikolebensversicherer ihre erwirtschafteten Überschüsse vom Bruttobeitrag abziehen. Die sogenannten Zahlbeiträge für den Beispielkunden liegen bei attraktiven Anbietern zwischen 80 bis 120 Euro. Die Zurich verlangt über 200 Euro. Es gibt allerdings auch teurere Anbieter, bei denen der Beitrag - ohne Zusatzleistungen - 440 Euro kostet.
Der Preis ist der wichtigste Faktor bei einer Risikolebensversicherung. Allerdings sollten Interessenten auch auf die Finanzkraft des Unternehmens blicken. Nur so ist garantiert, dass sich die Beiträge in Zukunft nicht übermäßig erhöhen. Ratingagenturen bescheinigen der Zurich Versicherung eine solide Finanzlage. Das allerdings ist noch kein Argument, die werbewirksam aufgeplusterte "Risikopremium" abzuschließen. Wer einen günstigeren Anbieter wählt, kann das gesparte Geld zum Beispiel in den für jeden Berufstätigen unerlässlichen Berufsunfähigkeitsschutz stecken.
|
|
ANZEIGE
mehr ...

Sterbegeldpolicen - Wenn der Todesfall eintritt
Lebensversicherung - Wichtiger Schutz für Familien
Versicherungen - Familiengründung mit Sicherheitsnetz
Pflegekosten - Zu wenig Geld für die letzten Jahre
Bescheid wissen - Vorteile nutzen - Doppelt hält nicht besser
Siemens vor Einigung mit Versicherern - Ein Quantum Trost
Teststrecke - So sind die Rentner sicher
Themen

Mr. Wong
Delicious
Digg
Yigg
Technorati
Google
MySpace
Facebook
Webnews

















