Autofahren wird immer teurer: Ein Liter Superbenzin kostet an Markentankstellen im Durchschnitt 1,47 Euro. Forscher erwarten, dass Autofahrer bald noch mehr Geld fürs Tanken ausgeben müssen.

Nach der dritten Preisrunde innerhalb einer Woche sind die Preise für Benzin und Diesel auf neue Höchststände geklettert. Die Autofahrer mussten am Donnerstag im bundesweiten Durchschnitt an Markentankstellen 1,36 Euro für einen Liter Dieselkraftstoff und 1,47 Euro für Superbenzin bezahlen, teilten Sprecher aus der Mineralölbranche in Hamburg und Bochum mit. Damit wurden alle bisherigen Preisrekorde gebrochen.

Forscher des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW) erwarten bereits in den kommenden Wochen Preise von mehr als 1,50 Euro je Liter Superbenzin, wie die Bild-Zeitung berichtete. Der Dieselpreis werde bis auf 1,40 Euro pro Liter steigen, sagte Energie-Expertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung der Bild.

Sollte der Euro schwächer werden, drohe sogar eine Preisexplosion.
Auch der ADAC sieht noch kein Ende des Preisauftriebs.

Angesichts des hohen Ölpreises müssten Autofahrer zunächst wohl mit dem teuren Sprit klarkommen, sagte ADAC-Sprecher Maximilian Maurer. Weiter steigende Preise seien möglich. Der Automobilclub rate daher, Preise zu vergleichen und gezielt günstige Tankstellen anzufahren.

Spritpreise steigen, Super kostet bald 1,50 EuroBild vergrößern

Die Spritpreise steigen, ein Liter Super kostet bald 1,50 Euro. Foto: dpa

Am Mittwoch waren die Spritpreise in Deutschland bereits auf Rekordstände gestiegen. Für Superbenzin wurden nach Angaben der Mineralölbranche bis zu 1,46 Euro fällig, Diesel kostete im Schnitt 1,33 Euro je Liter. Auch Heizöl liegt mit etwa 70 Cent je Liter auf Rekordniveau. Der Preis für US-Leichtöl notierte knapp unter der historischen Marke von 100 Dollar je Fass.

Nach der Veröffentlichung eines Berichts der US-Regierung, wonach die Lagerbestände weniger stark gefallen seien als erwartet, gab der Ölpreis an der New Yorker Rohstoffbörse zunächst allerdings etwas nach.

Der Ölpreis bleibt aber in der Nähe seines Allzeithochs. Ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl notierte am Donnerstag knapp über 96 Dollar. Die für Europa wichtige Nordseesorte Brent notierte bei 94,20 Dollar.

Vor dem Regierungsbericht war der Preis am Mittwoch für ein Barrel in einem nervösen Handel zwischenzeitlich auf die Rekordmarke von 98,62 Dollar geklettert. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sieht wegen des hohen Ölpreises sogar Risiken für die Konjunktur in Deutschland.

(AP/dpa/woja/mah)