Krankenkassen werden deutlich teurer
Gesundheitsfonds
07.01.2008, 16:57
"Ich halte einen bundesweit einheitlichen Beitragssatz von 15,5 Prozent für das Jahr 2009 für durchaus plausibel", sagte der Vorstandsvorsitzende der Barmer Ersatzkasse Johannes Vöcking der Süddeutschen Zeitung. Allein aus der Reform der ärztlichen Honorare werde sich eine Mehrbelastung von 0,25 Beitragspunkten ergeben. "Wir gehen davon aus, dass 2009 eine 15 vor dem Komma stehen wird", sagte auch der Chef der Techniker Krankenkasse, Norbert Klusen .
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Bittere Pille für gesetzlich Versicherte: Die Beiträge können für sie um bis zu 700 Euro steigen. (Foto: ddp)
Die Kassen-Chefs bestätigten damit in der Tendenz eine Studie des Münchner Instituts für Gesundheitsökonomie. Dies hatte am Montag prognostiziert, dass der Beitragssatz mit Einführung des Gesundheitsfonds gegenüber dem derzeit gültigen Wert um 0,7 Prozent steigen werde. Nach der Studie könnten sogar bis zu 90 Prozent aller Beitragszahler betroffen sein - 44 Millionen Menschen. Sollte der Beitragssatz 2009 tatsächlich die psychologisch wichtige Schwelle von 15 Prozent überschreiten, könnte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt erheblich unter Druck geraten. Bereits 2007 hatten die Kassen die Beiträge im Schnitt um 0,6 Prozent erhöht.
Das Gesundheitsministerium wies die Prognose des Instituts für Gesundheitsökonomie scharf zurück. "Es gibt derzeit überhaupt keinen Anlass für unseriöse Mutmaßungen", sagte eine Sprecherin. Die Bundesregierung werde den Beitrag erst am 1. November festlegen. Derzeit sähe die wirtschaftliche Entwicklung gut aus. Die Kassen hätten ihre Schulden abgebaut und die Konjunktur bringe mehr Menschen Arbeit. Auch steige der Bundeszuschuss für die Kassen 2009 auf vier Milliarden Euro; dieser Fakt sei in der Studie aber nicht berücksichtigt.
Bis zu 700 Euro mehr
Am 1. Januar 2009 soll der neue Gesundheitsfonds starten. Dafür wird die Bundesregierung im November erstmalig einen bundesweit einheitlichen Beitragssatz festlegen, der den Finanzbedarf aller Krankenkassen deckt. Selbst wenn der heutige Durchschnittssatz von etwa 14,8 Prozent erhalten bliebe, würden also Mitglieder von derzeit sehr billigen Kassen mehr zahlen.
Der billigste Satz lag zuletzt bei 12,2 Prozent inklusive des Sonderbeitrags von 0,9 Prozent, den die Arbeitnehmer alleine zahlen müssen. Wer derzeit mehr als den Durchschnitt zahlt, würde hingegen entlastet. Allerdings können Kassen, die gut wirtschaften, die höheren Beiträge an ihre Mitglieder ausschütten. Wer mit dem Geld nicht auskommt, muss einen Zusatzbeitrag erheben.
Die IfG-Studie im Auftrag der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" geht aber davon aus, dass der künftige Beitragssatz deutlich höher liegen wird als der jetzige Durchschnitt. Im Extremfall müssten Mitglieder billiger Kassen dann bis zu 700 Euro mehr im Jahr zahlen.
Grund für die pessimistische Schätzung des Instituts sind steigende Kosten des Gesundheitswesens. So erhalten niedergelassene Ärzte durch die neue Honorarordnung künftig mehr Geld. Auch wird erwartet, dass die Arzneimittelkosten und die Ausgaben der Krankenhäuser weiter steigen. Darum rechnet auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung des Gesundheitswesens mit einem Beitrag von mehr als 15 Prozent im Jahr 2009. "Die Prognose ist in der Tendenz richtig", sagte der Vorsitzende Eberhard Wille.
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![]() 10.01.2008 11:50:49 OnkelJoe: Na endlich unternehmen die Kassen was. das schreckt deutlich Arbeitgeber ab neue Einstellungen von Arbeitskräften vor zu nehmen. Toll Deutschland spitze. kann ich dazu nur sagen. Die Abgaben sind offensichtlich noch nicht hoch genug Ich sagt ja bald müssen die Kinder wieder Arbeiten, den für die Krankenkasse müssen sie ja wohl irgend wann selber aufkommen bei den Niedriglöhnen der Bevölkerung. ![]()
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