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Die Wertentwicklung der Euromünzen. Grafik: sueddeutsche.de
Aber auch Münzensets aus anderen Ländern werden hoch gehandelt, wie aus der Studie der Dresdner Bank hervorgeht: Der Sammlerwert eines originalverpackten Starterkits aus Monaco liegt bei 300 Euro und der Kursmünzensatz für San Marino mit einer Sammlerauflage von nur 120.000 Stück wird durchschnittlich um 200 Euro gehandelt - dort gab es kein offizielles Starterkit.
Vor allem anfangs sei der Sammlerwert bei den Euromünzen "ruck, zuck" hochgegangen, das Interesse sei riesig, aber die Auflagen seien zu gering gewesen, so Schmidtkonz. Vor allem die vatikanischen 1- und 2-Euro-Münzen aus dem Jahr 2002 stünden sehr hoch im Kurs.
Für Wolfgang Erzinger vom Deutschen Münzen Magazin hat sich die Nachfrage auf sehr hohem Niveau stabilisiert: "Es gilt für Münzen, wie für die meisten Sammlerstücke: Wertvolles wird in der Regel noch wertvoller." Münzen, die heute schon überdurchschnittlich hoch gehandelt werden, dürften auch in Zukunft weiter steigen.
Zahm und flügellahm
Etwas flügellahm zeigt sich dagegen der bimetallische Bundesadler: Mit 15 Euro übertrifft der Sammlerwert des deutschen Startersets gerade einmal den Nominalwert von 10,23 Euro. Das ergibt zwar eine Wertentwicklung von 47 Prozent - damit liegt das Starterkit aus Deutschland im Länderranking aber an letzter Stelle. Bei einer Auflage von 53,5 Millionen Päckchen ist das für einen Sammler kaum verwunderlich.
Für einen echten Numismatiker spielt das keine große Rolle: "Kein seriöser Sammler gibt sich mit Starterbeuteln ab", sagt Kahnt. Für einen Numismatiker sei es ein Graus, wenn Münzen lose aneinander reiben und bei jeder einzelnen Bewegung beschädigt werden. Eine Zwickmühle, denn das Öffnen eines Starterkits ist natürlich verpönt - nur ein originalverpacktes Exemplar besitzt überhaupt einen Sammlerwert.
Euromünzen als Geldanlage zu sammeln, das sei für Kahnt mehr als fragwürdig. Das Interesse an der Sache sei eine Grundvoraussetzung, man dürfe das Sammeln von Münzen nicht als reine Kapitalanlage sehen. Ohne Sachverstand erziele man jedenfalls keine Rendite.
Wer bestimmt den Wert einer Münze? Wichtig für den Sammler und die Wertentwicklung sei die Prägezahl der Münze. Als Faustregel gilt hier: "Je weniger es von Jahrgang und Typ gibt, umso wertvoller ist die Münze. Und die Erhaltung, der Zustand der Münze, ist das A und O," beschreibt Helmut Kahnt die Preisbildung. Im Optimalfall seien es "kassenfrische" Münzen .
Der Wert der Münze werde dann auf dem Markt durch Händler und bei Auktionsergebnissen gebildet - so wie bei der wertvollsten Münze der Welt: der "Double-Eagle" der USA von 1933. Die 20-Dollar-Goldmünze wurde im Juli 2002 bei Sotheby’s für 7,59 Millionen Dollar versteigert. Zuzüglich 20 Dollar – die musste der Käufer als Nennwert der Münze ans Schatzamt der USA abliefern.
Solch feudale Gewinne dürfen Sammler von Vatikan-Münzen natürlich nicht erwarten. Aber mit der Unterstützung des Herrn ist eine kleine Wertsteigerung vielleicht noch drin. Beten hilft bestimmt.
(sueddeutsche.de/mah)
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