800 Millionen Euro schwere Schieflage

    Landesbank Baden-Württemberg

    29.11.2007, 11:03

    Die Folgen der US-Hypothekenkrise drohen eine weitere große deutsche Bank zu treffen: Offenbar steckt die Landesbank Baden-Württemberg in erheblichen Schwierigkeiten.

    Auf die größte Landesbank Deutschlands könnten durch die Finanzkrise Belastungen von mindestens 800 Millionen Euro zukommen, berichtet die Financial Times Deutschland.

    Der Neubau der Landesbank Baden-Württemberg in Karlsruhe wurde erst vor kurzem eingeweiht. Jetzt droht der Bank eine schwere finanzielle Schieflage. (Foto: dpa)

    Rund die Hälfte davon sei durch Engagements der LBBW-Tochter Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) entstanden. Dies habe die Bank ihren Eigentümern in einer sogenannten Trägerversammlung am vergangenen Freitag mitgeteilt.
    Allerdings lasse die LBBW offen, wie groß die Abschreibung des Konzerns sein werde, hieß es weiter.

    Dies hänge davon ab, welcher Teil des Schadens in die Neubewertungsrücklage der Bilanz geschoben werden könne und dadurch vorerst nicht relevant für die Gewinn- und Verlustrechnung werde, hieß es. Weder LBBW noch LRP wollten auf Anfrage der FTD zu den Informationen Stellung nehmen.

    Wie die Zeitung weiter berichtet, könnten die Belastungen auch höher ausfallen, da Bilanzstichtag für die 800 Millionen Euro der 31. Oktober gewesen sei. Die LRP investierte nach FTD-Informationen gemeinsam mit ihrer Luxemburger Tochter LRI einen hohen einstelligen Milliardenbetrag in Kreditderivaten und anderen risikoreichen Wertpapieren.

    Eine Belastung in dieser Größenordnung kann die LBBW zwar ohne größere Probleme verkraften, es wäre dennoch ein herber Dämpfer für das Kreditinstitut, das eine Führungsrolle unter den deutschen Landesbanken beansprucht und sich stets als Vorzeige-Adresse präsentiert.

    Die LBBW übernahm die schwer angeschlagene Sachsen LB, die sich massiv mit US-Hypotheken verspekuliert hatte, und zeigte auch wiederholt Interesse an der krisengeschüttelten WestLB aus Nordrhein-Westfalen. Erst am Mittwoch hatten sich die Aussichten auf eine Mega-Fusion von LBBW und BayernLB vorerst zerschlagen, nachdem sich die bayerische Landesregierung dagegen aussprach.

    In Deutschland hatte die Kreditkrise neben der Sachsen LB auch die Mittelstandsbank IKB in eine tiefe Krise gerissen. Große Kreditinstitute wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank steckten die Probleme dagegen trotz zum Teil erheblicher Belastungen bisher weg.

    (dpa/woja/mah)

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    Leserkommentare (7)



    06.12.2007 19:33:43

    rolfschmid: autist: Aloisius Einflüsterung sei Dank

    Vielleicht kann auch die LBBW noch einmal froh darüber sein, die Bayerische NICHT bekommen zu haben, denn eine andere bayerische Bank, bei der, wenn ich mich noch richt erinnere, der Freistaat auch "seine Hand im Spiel" hatte, ist vor etwas 2 Jahren nach Abschreibern im Wert von über 20 Milliarden EURO von einer Italienerin übernommen worden! Also auch in diesem Fall KEIN bayerisches Ruhmesblatt!

    Im übrigen haben weitaus renomiertere, wesentlich grössere Globalplayer-Banken inzwischen Multi-Milliarden-Abschreiber vermelden müssen! Dagegen sind die per Ende Oktober eingestandenen 800 Milliarden eher peanuts!

    Aber ganz allgemein freuen mich die Milliarden-Verluste der Globalplayer.

    Meine Freude wäre aber noch weitaus ungetrübter, wenn nicht auch die EZB über 300 Millarden dafür aufgewendet hätte, den Bankrott dieser grenzenlosen Spekulanten abzuwenden!

    Und exakt DESWEGEN müssen WIR, das gemeine Volk, durch eine stark steigende INFLATION büssen - womit "unsere" EZB ihren wichtigsten Auftrag, nämlich die Bekämpfung eben dieser Inflation, skandalös VERFEHLT hat!


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