Zwei-Stufen-Authentifizierung Twitter will Nutzer besser vor Hackern schützen

Sogar die New Yorker Börse geriet in Turbulenzen: Wegen unzähliger Hacks auf Twitter-Accounts fordern Experten schon lange mehr Sicherheit, jetzt reagiert der Kurznachrichtendienst. Ein vierstufiges Verfahren soll die Nutzer künftig besser schützen.

Der Kurzmitteilungsdienst Twitter hat angekündigt, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einzuführen. Die Nutzer werden in der kommenden Zeit dazu aufgefordert, ihr eigenes Profil mit der so genannten Anmeldung in zwei Stufen abzusichern, hat das Unternehmen am Mittwoch mitgeteilt.

Das Verfahren dürfte vielen vom Online-Banking her bekannt sein. Bevor eine Überweisung tatsächlich ausgeführt wird, muss der Kunde einen Code eingeben, der per SMS an eine im Vorfeld festgelegte Nummer geschickt wird. Dieser Schritt stellt sicher, dass es sich tatsächlich um den Kontoinhaber handelt und nicht etwa um einen Hacker, der sich in ein fremdes Konto gehackt hat.

Seit Jahren fordern Sicherheitsexperten Twitter dazu auf, den Nutzern diese zweistufige Anmeldung zur Verfügung zu stellen. Vergleichbare Unternehmen wie Google, Dropbox, Apple und Facebook nutzen diese Sicherheits-Vorkehrungen bereits.

Twitter beteuerte zwar regelmäßig, die Sicherheit seiner Nutzer sehr zu schätzen, aber tatsächlich wurden zuletzt im Wochentakt Nutzerprofile gehackt - das Profil des Fastfood-Unternehmens "Burger King", diverse Nachrichtenseiten von der BBC bis zur New York Times oder aber gleich 250.000 anscheinend wahllos angegriffene Profile auf einen Schlag.

Einen großen Teil der aktuellen Hackerangriffe führt derzeit die so genannte "Syrian Electronic Army" durch, von der man nicht weiß, wer sich hinter dem Namen versteckt. Sicher ist nur, dass sie im syrischen Bürgerkrieg auf der Seite von Assad stehen und für Turbulenzen an den US-Börsen sorgten. Sie kaperten dafür den Account der Nachrichtenagentur Associated Press und twitterten eine kurze Nachricht: "Eilmeldung: Zwei Explosionen im Weißen Haus und Barack Obama ist verletzt."

Währenddessen hat Kim Dotcom per Twitter verlautbart, dass er bereits im Jahr 1998 ein Patent auf diese Art der Verifikation angemeldet habe. Dotcom ist Gründer der Daten-Plattform Megaupload, die letztes Jahr im Kampf gegen Online-Piraterie vom Netz genommen wurde.

Das in Frage kommende Patent ist online einsehbar. Der Guardian stellt allerdings fest, das schon Nokia 1994 ein ähnliches Patent angemeldet hatte.

Sollten Sie über ein Profil verfügen, können Sie, sobald Twitter die neue Sicherheits-Option eingerichtet hatte, sie in vier einfachen Schritten einstellen.