Am Ende läuft es darauf hinaus, dass das Internet so ist, wie es nun einmal geworden ist, dass es aber neue Geschäftsfelder gibt, die viel zu schade wären, um sie diesem egalitär-anarchischen Umfeld auszusetzen.
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De facto, so macht es bei Wired.com Eliot Van Buskirk klar, wird die Etablierung von zwei "getrennten und ungleichen Netzen" angekündigt. Neben dem vertrauten Web, nun als "öffentliches Internet" bezeichnet, entstünde ein höherpreisiger Kanal für Premiuminhalte.
Der Konsum von Filmen und Musik, der Datenaustausch in Wissenschaft, Erziehung und Handel, all das würde nach diesen Vorstellungen primär über die Kanäle des neuen Internets laufen. Ein wesentlicher Teil dessen, was heute das Netz ausmacht, würde wieder stärker unter die Kontrolle durch große Konzerne gelangen.
Das wäre durchaus kongruent mit dem Trend zu einem geschlossenen System leicht konsumierbarer, aber vom Hersteller der Hardware genehmigungspflichtiger Programme, wie sie Apple mit seinen Apps unter das Volk bringt.
Für viele, die sich wirklich mit einem offenen Internet identifizieren, kommt Googles Deal nun einem Verrat gleich. Sogar ein "Google-Fanboy" wie der Journalistik-Professor Jeff Jarvis, der aus seinem Buchtitel "Was würde Google tun?" eine Lebensphilosophie abgeleitet hat, fragt sich, ob der Konzern "böse" geworden sei. "Don't be evil", das war schließlich Googles legendäres Firmenmotto, und sollte bedeuten, dass alles was für die Gesamtheit des Internets und seiner Nutzer gut wäre, es auch für Google sein müsste - und umgekehrt. Doch diese Gleichung scheint der Vorstandschef Eric Schmidt nicht länger aufmachen zu wollen.
Greifen die Regulierer ein?
Nun haben Google und Verizon zunächst nichts anderes getan, als einen Vorschlag zu formulieren. Die zuständige US-Behörde Federal Communications Commission (FCC) könnte durchaus zu dem Schluss kommen, dass eine robustere Regulierung des Marktes notwendig sei. Schließlich hat sich Präsident Obama in seinem Wahlkampf entschieden zur Netzneutralität bekannt. Andererseits hat die freiwillige Einigung so großer Player erhebliches Gewicht.
Und erst vor wenigen Monaten hat ein Bundesgericht die Eingriffsmöglichkeiten der FCC gegenüber Internet-Providern empfindlich eingeschränkt. In Deutschland, dessen Regierung in Sachen Netzneutralität auf den "bestehenden Wettbewerb" vertraut, dürfte für die Vettern von Verizon & Co. die Geschichte zweier Netze nur allzu verlockend klingen.
Dass die Telekom nichts von der Klassenlosigkeit des Internets hält, hat ihr Vorstandschef René Obermann mehrfach klargestellt. Gegenüber dem Online-Magazin Carta unterstrich der Konzern nun noch einmal, dass streng interpretierte Netzneutralität "nicht im Interesse der Allgemeinheit" sei, erstrebenswert sei vielmehr "eine intelligente Steuerung des Internetverkehrs über Qualitätsklassen".
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(SZ vom 11.08.2010/joku)
OB-Kandidatin Nallinger
... hat Google immer noch nicht als Feind markiert. Wann wachen die Leute endlich auf!?! Google ist eine Abscheulichkeit in einem "Tue Gutes"-Kostüm.
Google + Facebook sind zusammen eine mehr oder weniger Totalüberwachung jeder Person der diese Dienste/Seiten nützt. Und es ist ja schon ewig bekannt, dass USA Behörden auf die Daten beider Unternehmen Zugriff nehmen können.
Beide CEOs von Facebook und Google arbeiten auf eine Abschaffung der Anonymität im Internet hin. Das glauben sie nicht? Googlen sie es.
Am Ende des Tages geht es keinem Unternehmen um den Weltfrieden, sondern allein darum ihren Managern/Eigentümern/Aktionären die Taschen mit Geld zu füllen.
Lieber Matzelocal,
peinlicher Fehler, wurde korrigiert.
Vielen Dank und Grüße nach Würzburg,
Johannes Kuhn, sueddeutsche.de
Der Provider mit dem Google das ausgekaspert hat, heisst "Verizon" und nicht "Horizon".
Kontrolle = Macht = Geld, und um nichts anderes geht es. Wer will hier wem eigentlich noch etwas vormachen?
...ist das Internet nichts anderes mehr als ein digitales Kabelfernsehen. Kein Unternehmen wird dann mehr freiwillig in nicht-premium-Inhalte investieren und die Leitungen werden entweder sofort gekappt, da man die Kapazität für "Premiumdaten" braucht oder veralten und verrotten bis sie schließlich unbrauchbar sind.
Das freie Internet - ohne Ausnahmen - hat Google groß gemacht. Yahoo, Lycos, AOL und andere hätten ihm sofort den Saft abgedreht. Youtube, das nun Google gehört, wäre auch niemals so groß geworden, wenn es auf bestimmten Geräten oder nur sehr langsam hätte abgerufen werden können.
Das Netz ist die Infrastruktur und muss neutral bleiben, sonst kommen Contentna.zis wie Steve Jobs daher und filtern nach Belieben alles heraus und jede Menge simpel gestrickte Sam Morgans werden mit ihrem iStuff nichts sagend mitlaufen, weil sie meinen, alles tun zu können, was sie brauchen.
Das mag sogar stimmen, aber hätte man diese Leute vor 15 Jahren gefragt, ob sie SMS brauchen, dann hätten sie wohl gesagt, "ich will nur telefonieren und sonst nichts." Später sagten sie "Ich will nur telefonieren und simsen, sonst nichts." Heute sagen sie "Ich will nur telefonieren, simsen und Apps benutzen, sonst nichts."
Das nennt man Entwicklung und die ist nicht möglich bzw. kann sich nicht entfalten, wenn man diesen Konzernen so viel Macht einräumt, dass sie alles im Keim ersticken können bzw. an allem mitverdienen können!
Als Google noch von der Netzfreiheit profitierte, habe sie sich für heilig erklärt. Nun müssen sie den Zugangsweg verteidigen und wären froh, in sprengen zu können.
Das wäre aber sehr evil!