Zuliefererkette Apple will auf Mineralien aus Konfliktregionen verzichten

Arbeiterinnen waschen in einer Szene des Dokumentarfilms 'Apple Stories' (2013) in Ruanda Coltan-Erz, woraus später das Metall Tantal gewonnen wird.

Zukünftig keine Mineralien aus Konfliktgebieten mehr in Apple-Produkten: Der Konzern veröffentlicht eine Liste aller Erzminen, aus denen Rohstoffe für iPhone, iPad und andere Geräte kommen. Komplett ethisch saubere Quellen kann Apple noch nicht vorweisen.

Der US-Konzern Apple plant, künftig komplett auf Mineralien zu verzichten, die in Konfliktregionen gefördert werden. Das für die Produktion der Apple-Produkte wichtige Metall Tantal etwa stamme inzwischen nachweisbar vollständig aus konfliktfreien Quellen, teilte das Unternehmen in einem Bericht mit (hier das Dokument als PDF-Datei).

Elektronik-Hersteller werden immer wieder für den Einsatz von Rohstoffen aus Konfliktregionen kritisiert. Tantalerze wie Tantalit und Coltan werden als sogenannte Konfliktmineralien eingestuft, da die Förderminen im Osten der Demokratischen Republik Kongo von Rebellen kontrolliert werden. Diese Betriebe stehen im Verdacht, Menschenrechtsverletzungen mitzufinanzieren. Das aus den Rohstoffen gewonnene Metall Tantal wird für die Herstellung von Kondensatoren benötigt, die zum Beispiel in Handys, Laptops oder Flachbildschirmen verbaut sind.

Noch Lücken in den Berichten

Für andere kritische Rohstoffe kann Apple den Beweis einer ethisch sauberen Quelle noch nicht lückenlos liefern. "Wir drängen unsere Zulieferer von Zinn, Wolfram und Gold, nur verifizierte Quellen zu verwenden", erklärte das Unternehmen.

Um die Verantwortung der Zulieferer zu betonen, veröffentlichte Apple zusammen mit dem Bericht eine komplette Liste aller Erzhütten, die Rohstoffe für Produkte wie das iPhone, das iPad und die Macintosh-Rechner liefern.

Fortschritte machte Apple demnach bei der Einhaltung der maximalen wöchentlichen Arbeitszeit von 60 Stunden. Im vergangenen Jahr hätten sich 95 Prozent der Zulieferer daran gehalten. Im Jahr 2011 waren dies nach Apple-Angaben lediglich 38 Prozent. Inzwischen blieben die Mitarbeiter bis zu 50 Wochenstunden am Arbeitsplatz.

Der Kampf gegen zu lange Arbeitswochen war in den vergangenen Jahren zum Teil sogar auf Protest der Arbeiter in China gestoßen, weil sie möglichst viel Geld für ihre Familien verdienen wollen und auf viele Überstunden pochen. Apple registrierte im vergangenen Jahr besonders lange Beschäftigungszeiten im September, weil zu diesem Zeitpunkt bereits viele Geräte für das Weihnachtsgeschäft produziert werden.

Tim Cook verstärkte Augenmerk auf Arbeitsbedingungen

Die für westliche Verhältnisse langen Arbeitszeiten waren in der Vergangenheit immer wieder von Gewerkschaften kritisiert worden. Jeff Williams, der als Senior Vice President bei Apple für die Produktion verantwortlich ist, sagte, sein Unternehmen nehme Kritik von Nichtregierungsorganisationen offen an. "Das hilft uns nur, besser zu werden."

Apple-Chef Tim Cook hatte nach dem Amtsantritt vor gut zwei Jahren das Augenmerk auf die Arbeitsbedingungen verstärkt und mehr Transparenz versprochen. Die Mitarbeiter des Unternehmens führten im vergangenen Jahr 451 Kontrollen bei Zulieferfirmen durch. Dabei seien 23 Arbeiter entdeckt worden, die bei ihrer Einstellung noch keine 16 Jahre alt waren.