Das Internet-Videoportal Youtube und der Musikkonzern Universal wollen unter dem Namen Vevo eine gemeinsame Plattform für Musikvideos gründen.

Universal hat so bekannte Künstler wie Amy Winehouse und U2 unter Vertrag, der amerikanische Internetkonzern Google, zu dem Youtube gehört, stellt die Technik für das gemeinsame Projekt zur Verfügung: Noch in diesem Jahr wollen das Internet-Videoportal und der US-Musikkonzern unter dem Namen Vevo eine gemeinsame Plattform für Musikvideos gründen.

Youtube, dpa

Google hat die Plattform Youtube im Oktober 2006 gekauft - nun will der Konzern mit dem Internet-Videoportal endlich Geld verdienen. (© Foto: dpa)

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Die Seite will mit hochauflösenden Videos Musikfans und Werbetreibende anlocken und wird vollständig im Besitz von Universal sein, einer Tochter des französischen Medienkonzerns Vivendi. Unter Vevo.com sollen demnächst rund 10.000 Musikvideos mit allen Künstlern der Universal-Labels kostenlos zu sehen sein.

Angeblich gibt es auch Pläne, den britischen Musikkonzern EMI an der neuen Plattform zu beteiligen. Dies wäre ein wichtiger Schritt für EMI-Eigner Guy Hands, das angeschlagene Unternehmen aus der Krise zu führen und stärker ins Internetgeschäft einzusteigen. Auch mit anderen Plattenfirmen wie Warner und Sony führt der Universal-Vorstandschef Doug Morris Gespräche über eine mögliche Beteiligung an dem Projekt.

In Deutschland streitet die Gema mit Youtube

Die Werbeerlöse der neuen Seite wollen sich die beiden Vertragspartner Universal und Google teilen. Dies gilt auch für einen Vevo-Kanal bei YouTube und einen Vevo-Videoplayer, der in den Profilseiten von Social Networks eingebaut werden kann.

Die Musik-Clips von Universal sind schon jetzt der meistbesuchte Kanal von Youtube, das zum Werbe-Marktführer Google gehört. Künftig sollen die Videos einen Werbevorspann von maximal 15 Sekunden Dauer erhalten. Die beiden Unternehmen erneuerten zudem ein Abkommen, wonach Youtube-Nutzer selbstgeschnittene Videos mit Songs von Universal-Musikern unterlegen dürfen.

In der Vergangenheit hatten sich immer wieder Firmen beschwert, die aufgrund der bei Youtube eingestellten Inhalte ihre Urheberrechte verletzt sahen. Die Musikindustrie klagt darüber, dass so ein erheblicher Teil ihrer Einnahmen verloren gehe. Dagegen steht Youtube unter Druck von Google, endlich Geld zu verdienen.

In Deutschland streitet die Musikrechte-Verwertungsgesellschaft Gema mit Youtube. Daher begann das Videoportal damit, die betroffene Musik abzudrehen. Youtube ist laut Gema nur bereit, eine Pauschale für alle Musikvideos abzuführen, ohne Angaben über die genauen Zugriffszahlen zu machen. Die Gema lehnt dies mit der Begründung ab, dass so das Geld nicht zielgerichtet an die Künstler und Musikverlage weitergeleitet werden kann. Auch die Höhe der Vergütung ist umstritten.

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(SZ vom 14.04.2009/AP/AFP/af)