Die Flickr-Gründer Caterina Fake und Stewart Butterfield verlassen den Mutterkonzern Yahoo. Wegen eines Babys, aber nicht nur.
Der eine Kündigungsgrund hört auf den Namen Sonnet und feiert bald ersten Geburtstag. Die glücklichen Eltern Caterina Fake und Stewart Butterfield geben ihrer Tochter wegen ihren Job auf - zumindest offiziell. Fake und Butterfield haben den Online-Bilderdienst Flickr gegründet und seit der Übernahme ihrer Firma für das Internetportal Yahoo gearbeitet.
Anzeige
Die Tochter wird daher nicht der einzige Grund für die Kündigung sein. Der andere: Entfremdung. Die beiden Gründer sind die jüngsten auf einer langen Liste von Abgängen im Spitzenmanagement des schwächelnden Internetpioniers Yahoo. In seinem bizarren Kündigungsschreiben erklärt Butterfield, warum er Yahoo für ein Unternehmen einer vergangenen Zeit hält.
Der Lebensweg des ersten Kündigungsgrundes Sonnet lässt sich im Internet verfolgen, Bild für Bild. Anderthalb Minuten nach ihrer Geburt hat der Vater das erste Foto geschossen. Die ersten 30 Sekunden ihres Lebens hat die Kleine nicht geatmet. Auf dem Bild ist sie deshalb mit einer Atemmaske zu sehen - für die gesamte Welt. Auf der Internetseite Flickr ist sie eines von Zigtausenden Babys, das die Eltern Verwandten, Freunden oder Kollegen vorzeigen wollen. Derzeit werden mehr als 3000 Bilder mit allen möglichen Motiven auf die Seite geladen - jede Minute. Zwei Milliarden Fotos waren es im November.
Doch Butterfield ist nicht irgendein Fotograf. Bevor er seiner Frau einen Heiratsantrag gemacht hat, schlug er ihr vor, ein Unternehmen zu gründen: Sie starteten gemeinsam mit der Idee zu Flickr. Fake und Butterfield entwickelten zu der Zeit, als die Blase um junge Internetfirmen an der Börse schon geplatzt war, gemeinsam ein Computerspiel. Es sollte sich ums Handeln, Kaufen und Verkaufen und das Zusammenspiel von Menschen über das Internet drehen. Die Idee zu Flickr, so erzählen sie, kam beiden auf einer Reise.
Er wurde krank und konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Als sie am nächsten Morgen aufstand, sollen seine Worte gewesen sein: "Ich habe eine tolle Idee. Lass uns eine Internetseite zum Tausch von Fotos machen." Die Software dafür lag schon bereit: Fake und Butterfield nahmen das halbfertige Spieleprogramm und ersetzten alles, was einmal gehandelt werden sollte, durch digitale Bilder. Module wie der Austausch von Kurznachrichten zwischen den Nutzern waren auch schon programmiert. Nach drei Monaten Entwicklungszeit ging Flickr im Februar 2004 ins Netz.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Nach dem Massaker im syrischen Hula