Yahoo Einigung mit chinesischen Journalisten

Die Internetfirma Yahoo hat eine Klage von zwei inhaftierten chinesischen Journalisten durch einen Vergleich beigelegt.

Nach heftiger Kritik aus dem US-Kongress hat die Internetfirma Yahoo eine Klage von zwei inhaftierten chinesischen Journalisten durch einen Vergleich beigelegt. Einzelheiten zu der Einigung wurden am Dienstag von den Anwälten beider Seiten jedoch nicht mitgeteilt. Laut der Klage soll Yahoo den chinesischen Behörden Informationen übergeben haben, die zur Festnahme der beiden Journalisten führten. Ein Anwalt der beiden Inhaftierten begrüßte den Vergleich.

Der Wirtschaftsjournalist Shi Tao und der Internet-Blogger Wang Xiaoning und und ihre Familien hatten Yahoo zu Jahresbeginn verklagt. Beide waren zu jeweils zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Shi wurde 2004 inhaftiert. Der gegen ihn erhobene Vorwurf lautete auf Verrat von Staatsgeheimnissen. Shi hatte im Internet eine Behördenverordnung veröffentlicht, die Medienberichte zum Jahrestag des Massakers auf dem Tiananmen-Platz untersagte. Wang kam bereits 2002 wegen kritischer Schriften und E-Mails ins Gefängnis.

Beide warfen Yahoo vor, für ihre Festnahmen und Folterung verantwortlich zu sein, indem das Unternehmen die chinesischen Behörden auf ihre Spur geführt habe. Yahoo wies jede Verantwortung zurück. Das Unternehmen habe sich nur an die chinesischen Gesetze gehalten. Der Fall hatte die Frage aufgeworfen, ob Internetunternehmen mit Regierungsbehörden zusammenarbeiten sollten, wenn diese die Meinungsfreiheit unterdrücken und Menschenrechte missachten.

Bei einer Anhörung im US-Kongress hatten sich Yahoo-Chef Jerry Yang und Firmenanwalt Michael Callahan nach heftiger Kritik bei Shis Mutter, Gao Qingsheng, entschuldigt. Kongressabgeordnete hatten Yahoo vorgeworfen, Peking bei der Unterdrückung von Regierungskritikern zu unterstützen.

(AFP/mri)