Wutausbruch von Google-Mitarbeitern Zweimal "Fuck You" an die NSA

Die Wut sitzt tief bei Brandon Downey und Mike Hearn. Die Geheimdienste NSA und GCHQ zapfen die Datenverbindungen zwischen den Rechenzentren von Google an. Darauf reagieren die Google-Mitarbeiter mit deutlichen Worten.

Die beiden arbeiten nach eigenen Angaben für Google und beginnen mit einer Klarstellung: Das, was sie schreiben, sei ihre persönliche Meinung. Nicht, dass ihre Aussagen später als jene von Google gewertet werden. Nachdem das geklärt ist, fluchen beide Männer auf dem sozialen Netzwerk Google+ los: "Fuck these guys" schreibt Brandon Downey und ein weiteres "Fuck you" kommt von Mike Hearn.

Bei "these guys", also diesen Leuten, handelt es sich um die Mitarbeiter der Geheimdienste NSA und GCHQ.

Sowohl Downey als auch Hearn reagieren auf die Berichterstattung der Washington Post, nach der es dem amerikanischen Geheimdienst NSA offenbar gelungen ist, den Datenverkehr zwischen den Rechenzentren von Google (und auch Yahoo) anzuzapfen. Auf diese Weise sei die NSA in der Lage, die Daten von Hunderten Millionen Nutzerkonten abzugreifen.

In einem weiteren Artikel veröffentlichte die Washington Post weitere Details über das Abschöpfen der Daten. Die Zeitung zeigte dazu Beispielfolien, die das Abschöpfen ausführten. "Der Datenverkehr, der in diesen Folien gezeigt wird, ist jetzt komplett verschlüsselt und damit ist die Arbeit, die NSA und GCHQ-Mitarbeiter damit verrichtet haben, ruiniert", schreibt Hearn.

In einem Statement bestätigt ein Google-Sprecher die Richtigkeit dieser Aussage: "Wir sind schon seit längerem besorgt darüber, dass die Art der Schnüffelei möglich sein könnte. Deshalb haben wir die Verschlüsselung von immer mehr Google-Diensten und Verbindungen kontinuierlich ausgebaut. Insbesondere die in der Folie (der Washington Post) genannten Verbindungen."

Im Sommer, nach den ersten Snowden-Veröffentlichungen, begann Google damit, zunehmend auch internen Datenverkehr zwischen Rechenzentren zu verschlüsseln.

Hearn arbeitet seit drei Jahren an der Sicherheit von Nutzerkonten und an Anti-Spam-Systemen. Dass die NSA es geschafft haben soll, diese Systeme zu umgehen, macht Hearn wütend. Er schreibt: "Wir haben diese Systeme aufgebaut, um Kriminelle draußen zu halten." Dass die NSA und der GCHQ sich trotzdem Zugang dazu verschafft haben, sei illegal.

Seinen Beitrag beendet Hearn mit einem: "Danke, Edward Snowden."