Selbstporträts für FacebookIch fotografiere, also bin ich

Soziale Netzwerke wie Facebook sind ein Ort für geübte Selbstdarsteller. Wer dort aktiv ist, will sich möglichst gut präsentieren - oft mit einem eigenhändig geschossenen Foto. Der Fotograf Wolfram Hahn hat dem intimen Moment des Selbstporträts nachgespürt.

Soziale Netzwerke wie Facebook sind ein Ort für geübte Selbstdarsteller. Wer dort aktiv ist, will sich möglichst gut präsentieren - oft mit einem eigenhändig geschossenen Foto. Der Fotograf Wolfram Hahn hat dem intimen Moment des Selbstporträts nachgespürt.

"Into the light" nennt der Berliner Fotograf Wolfram Hahn seine Serie. Sie zeigt Menschen in einem sehr privaten und intimen Moment: wie sie sich selbst fotografieren. Sie tun das aus einem bestimmten Grund: Dieses Foto, sei es mit dem Handy oder einer Digitalkamera aufgenommen, wird später ihr Facebook-Profil zieren.

Sie sind Darsteller ihres Selbst. Es ist eine digitale Identität, wie sie über soziale Netzwerke kommuniziert wird. Aber sie lässt sich nicht mehr von der Persönlichkeit trennen. Über die Selbstporträts kommunizieren Menschen mit dem Außen und gleichzeitig lassen sie sich dadurch in die Seele blicken.

Die Fotos zeigen diese Ambivalenz: Mit Kamera und Computer kann man sich in seine private Höhle zurückziehen und sich denoch der Welt öffnen und alles zeigen. Entstanden sind so intime Momentaufnahmen der digitalen Gesellschaft.

Bilder: Wolfram Hahn: "Into the light"

Text: Mirjam Hauck

Bild: Wolfram Hahn 13. Juli 2011, 16:202011-07-13 16:20:10 © sueddeutsche.de/holz