Wegen rechtsextremer Einträge Telekom stoppt Facebook-Werbung

Weil ihre Anzeige direkt neben "rechtsradikalen, Hitler verherrlichenden Seiten" erschienen war, hat die Telekom ihre Werbung beim Internet-Portal Facebook gestoppt.

Wegen rechtsextremer Einträge im Online-Netzwerk Facebook stoppt die Deutsche Telekom ihre dortige Werbung. Der Konzern habe die Werbung für sein Videoportal "3min" am Mittwochabend zurückgezogen, sagte eine Telekom-Sprecherin am Donnerstag in Bonn und bestätigte damit einen Bericht des Berliner Webradios multicult 2.0.

Die Anzeige für das Portal sei "neben rechtsradikalen, Hitler verherrlichenden Seiten" erschienen, "und das möchten wir natürlich nicht", sagte die Sprecherin. Weitere Werbung habe der Konzern bei Facebook nicht geschaltet.

Neonazistische Einträge und Profile in dem Online-Netzwerk, das nach eigenen Angaben weltweit 200 Millionen Menschen nutzen, hatten bereits in den vergangenen Tagen im Internet eine Debatte ausgelöst. Die Jusos forderten Facebook am Donnerstag auf, sofort sämtliche Profile und Seiten mit rechtsextremem Inhalt zu löschen.

Dass Nazis das Internet nutzten, "um ihre menschenverachtenden Inhalte zu verbreiten", sei nichts Neues, erklärte die Juso-Bundesvorsitzende Franziska Drohsel. Auch Anbieter wie Facebook müssten sich aber "ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen und dafür sorgen, dass sie rechtsextremen Inhalten keine Plattform bieten".

Bei Facebook können die aktiven Nutzer seit 16. April neue Nutzungsbestimmungen wählen. Zur Auswahl stehen eine neue Version der Bestimmungen, die aus dem Feedback von Facebook-Nutzern innerhalb zusammengestellt wurde, und die ursprünglichen Nutzungsbestimmungen. Das Ergebnis ist bindend, wenn 30 Prozent der aktiven Facebook-Nutzer daran teilnehmen. Die Abstimmungsfrist endet am 23. April.