Medienunternehmen haben Google vorgeworfen, an journalistischen Inhalten zu verdienen, ohne dafür zu zahlen. Google sieht das jedoch anders.
Der Suchmaschinenbetreiber Google wehrt sich gegen die Vorwürfe deutscher Medienhäuser, er profitiere ungerechterweise von journalistischen Inhalten im Internet.
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Vor elf Jahren wurde Google Inc. von Larry Page und Sergey Brin gegründet. (© Foto: AP)
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Dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel sagte Philipp Schindler, Europa-Chef von Google: "Ich würde mich freuen, wenn die Verlage die Energie, die sie heute in die Angriffe gegen Google investieren, darauf verwenden würden, erfolgreichere Geschäftsmodelle im Netz zu entwickeln."
Er riet, das eine zu tun und das andere nicht zu lassen, "also einige Inhalte frei zugänglich halten und für andere Geld verlangen". Auch letztere könne man über Google finden, fügte er hinzu.
Schindler erklärte, seine Firma verstehe die Ängste der Verlage und nehme deren Sorgen ernst, aber: "Wir sind doch nicht Schuld daran, dass sich die Menschen entschieden haben, Medien digital zu konsumieren." Weiter sagte er: "Stellen Sie sich einfach mal vor, es gäbe Google nicht. Würde ein einziger Verlag dann besser dastehen? Nein, im Gegenteil."
"Schleichende Enteignung"
Neben anderen hatte Hubert Burda (Focus, Bunte) der amerikanischen Suchmaschine vorgeworfen, weit mehr mit Online-Werbung zu verdienen als die Webauftritte der Verlage. "Schleichende Enteignung" sei das, weil Google mit den journalistischen Inhalten viel Geld mache, die jedoch die Verlage mit "hohen Kosten" herstellten.
Der Google-Manager sagte jetzt, dass journalistische Inhalte für Google geschäftlich gar nicht so wichtig seien: "Ich will da keinem zu nahe treten, aber Verlags-Content hat nur einen verschwindend geringen Anteil." Er erläuterte: "Wir hören dauernd den Vorwurf, dass wir uns an irgendetwas bereichern, wofür wir nichts bezahlen. Wir haben allein letztes Jahr über fünf Milliarden Dollar (etwa 3,5 Milliarden Euro) an unsere Partner überwiesen und investieren sehr viel Geld in die Weiterentwicklung unserer Suchfunktion." Über die Funktion Google News leite seine Firma weltweit den Verlagen jeden Monat eine Milliarde Klicks zu, sagte Schindler.
"Wir haben großes Interesse daran, dass die Verlage erfolgreiche Geschäftsmodelle finden. Da sind wir die Letzten, die ihnen raten würden, das nicht zu tun", sagte der Google-Manager. Über seine eigenen Interessen sagte der gebürtige Düsseldorfer: "Ich gebe zu, dass ich keine persönliche Affinität zu bedrucktem Papier habe. Aber ich bin bereit, für hochwertigen Journalismus zu zahlen."
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(dpa/cf/bön)
Die Verlage beklagen sich, weil sie im sich wandelnden Markt keine tragfähigen Geschäftsmodelle entwickeln. Sollen die Nutzer/Kunden jetzt auf technischen Fortschritt verzichten, damit die Damen und Herren weiter Geld verdienen?
Alles, was den Verlagen in den letzten Jahren einfällt ist Sparen: Redaktionen werden zusammengelegt oder ganz geschlossen, ausgebildete Journalisten werden durch Dauer-Praktikanten ersetzt und Lokalzeitungen eingestellt. Gleichzeitig werden Total-Buy-Out-Verträge mit den freien Mitarbeitern gemacht, die diese Mietarbeiter durch unentgeltliche Nutzung enteignen und die Zeilenhonorare auf ein Niveau gesenkt, das gründliche Recherche nicht mehr angemessen bezahlt.
Und Google? Natürlich könnten die Verlage mit einem einfachen Code in Ihren Seiten ihre Inhalte davor bewahren, von Googles Suchmaschine erfasst zu werden, die "Enteignung" könnte nicht stattfinden. Sie tun es allerdings nicht, denn die eigenen Werbeeinnahmen würden drastisch zurückgehen.
Der nächste Feind der Verlage, nach Google, steht übrigens auch schon fest: die Provider! Die verdienen nach der Logik der Verlage nämlich daran, die "hochwertigen Inhalte" der Verlage zum Konsumenten/Kunden zu transportieren. Leider ist die Politik bei uns auch nicht wirklich an der Netzneutralität interessiert und das Volk hat die Brisanz des Themas noch nicht erkannt. Warum nur haben die Verlage nie von der Post Gebühren dafür verlangt, das diese Bücher verschickt hat?
Übrigens: Google News, der Dienst, mit dem man online den "hochwertigen Journalismus" der Verlage kostenlos konsumieren kann, enthält gar keine Online-Werbung um das festzustellen müsste man allerdings recherchieren!
Google sollte doch einfach mal die Seiten der Massenmedien nicht mehr spidern und listen. Unser Gemeinwohl könnte davon nur profitieren, und diese Medien, die seit langem nicht mehr ihren jorunalistischen Auftrag erfüllen, würden noch schneller absaufen als sie es ohnehin schon tun.
Es fehlt dort in hohem Mass an Demokratieverständnis. Unternehmerischer Erfolg sollte nach dem Begerhen dieser Medienkonzerne wohl ausschliesslich nur noch per gesetzgeberischer Protektion möglich sein.... dabei tut die Pluralität dem Gemeinwesen gut.
Was der Gesetzgeber reglementieren und verbieten sollte, ist die im Internet verbreitete Unsitte "neutrale Meinungen" zu kaufen (siehe Trigami). Die ist abstossend und hat faschistische Charakterzüge!
Erst im sechsten von sieben Absätzen enthält der Artikel eine Andeutung darüber warum die Verlage sauer sein könnten. Warum kann der Autor dies nicht ganz vorne, also im ersten Absatz klären. Man fragt sich also den ganzen Artikel lang woran sich die Verlage eigentlich stören. Ein guter Journalist baut seinen Artikel schon halbwegs logisch auf. Warum schreibe ich das hier?
Na, weil sich das bei der SZ inzwischen häuft. Man liest über irgendwelche Klagen und sonstwas, weiss aber manchmal auch am Ende des Artikels nicht worum es eigentlich geht. Das ist kein guter Journalismus. Aber wer gute Journalisten haben möchte, muss Ihnen auch anständige Gehälter zahlen. Dann bekommt auch die SZ mal wieder gute Journalisten...