Kurz vor Verkaufsstart läuft nicht alles rund für Microsoft: Die PR-Kampagne für Windows 7 wird im Netz verlacht, in China sind bereits erste Raubkopien des Betriebssystems aufgetaucht.
Microsoft-Kunden sind Familienmenschen: Übernachtungen vor dem Computergeschäft und das Anstehen in langen Schlangen, um am Donnerstag ihr Exemplar von Windows 7 zu ergattern, sind ihnen fremd. Sie probieren die Software lieber im Kreis ihrer Freunde aus, kochen dabei und staunen über die vielen Möglichkeiten, die das Betriebssytem bietet.
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So stellt sich Microsoft eine Windows-Party vor (© Screenshot: YouTube.com)
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So oder so ähnlich ist die Vorstellung im Hause Microsoft: Im Vorfeld der Veröffentlichung konnten sich Menschen aus aller Welt als Veranstalter sogenannter "Windows-7-Launch-Parties" bewerben.
Es ist kein Zufall, dass das Ganze an das Prinzip von Tupperpartys erinnert: Wer versprochen hatte, seine Freunde zur Vorstellung zu sich nach Hause einzuladen, bekam neben einer von Microsoft-Chef Steve Ballmer unterschriebenen Vollversion von Windows 7 Ultimate auch noch Schnickschnack wie Tragetaschen, Windows-Poster oder Windows-7-Servietten zugeschickt.
Die cleverste Selbst-Parodie aller Zeiten?
Damit bei dieser Form von kostenloser Werbung auch nichts dem Zufall überlassen wird, führt Microsoft in einem Video vor, wie ein Launch-Party ablaufen kann. Vier Schauspieler versammeln sich in einer Küchenkulisse um einen Laptop, fachsimpeln über die neuen Funktionen und agieren dabei vor Begeisterung so übersteuert, dass der Branchendienst Cnet die Frage stellte, ob das Video Microsofts albernster Versuch sei, hip zu wirken, oder es sich um die "cleverste Selbst-Parodie aller Zeiten" handele.
Für den Spott braucht Microsoft in der Tat nicht zu sorgen: Im Internet wird das Video durch den Kakao gezogen, zahlreiche Kommentatoren machen sich zum Beispiel darüber lustig, dass in der Küche eine Digitaluhr steht, deren Zeit im Verlauf des Sechs-Minuten-Videos ständig hin und her springt.
Dem Interesse tut das indes keinen Abbruch: Auf der offiziellen Hausparty-Seite sind mehrere tausend Feiern weltweit registriert, in Deutschland sind es etwa 200. Einige der Veranstalter scheinen dabei allerdings finanzielle Interessen zu verfolgen: In den USA tauchten bereits mehrere Party-Pakete inklusive Windows 7 auf Ebay auf.
Windows 7 bereits in China
Auch in Teilen China ist Windows 7 laut Medienberichten bereits erhältlich - örtliche Läden bieten illegale Kopien der Software an. Die Raubkopie des Betriebssystems kostet dort weniger als zwei Euro. Zum Vergleich: In Deutschland ist die Version "Home Premium" für etwa etwa 200 Euro zu haben. Allerdings finden sich auf der illegalen Ware erfahrungsgemäß nicht selten Schadprogramme wie Trojaner oder Viren.
Obwohl der Anteil an Raubkopien im chinesischen Handel sinkt, macht er nach Berechnungen der Softwarebranche immer noch 80 Prozent des dortigen Umsatzes aus. So muss Microsoft-Chef Steve Ballmer weiter auf Europa und die USA setzen, will er das Unternehmen nach dem Vista-Flop wieder in ruhigere Fahrwasser führen.
Am Donnerstag wird er in New York den offiziellen Startschuss für das neue Betriebssystem geben. Bereits am nächsten Morgen gibt das Unternehmen die aktuellen Quartalszahlen bekannt - die Ergebnisse und die zu erwartende Flut an Kundenrezensionen zu Windows 7 über Blogs oder Twitter dürften dafür sorgen, dass die amerikanischen Börsen schon am Freitag ein erstes Urteil fällen, ob Microsofts Tuppertaktik aufgegangen ist.
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Was ist daran verwunderlich? Als Microsoftpartner oder WindowsEntwickler kann man sich Windows 7 bereits seit mehr als einem Monat installieren. Irgendeiner wird halt ne CD nach China 'verschickt' haben.
Ansonsten bin ich von 7 im Gegensatz zu Vista überzeugt, die Demo lief in einer virtuellen Umgebung auf meinem Laptop überaschend flüssig und ohne Probleme. Gekauft (als SystemBuilder)!
Lieber Dalex,
Sie haben eine sogenannte Systembuilder-Version, die eigentlich für Händler bestimmt ist, aber von denen direkt an Kunden weitergegeben werden kann. Der Vorteil ist der Preis (um die 70-100 Euro), der Nachteil ist, dass Sie Support nur über eine kostenpflichtige Hotline (1,86 Euro/Minute) erhalten. Die Systembuilder-Varianten wurden auch schon vor dem offiziellen Verkaufsstart angeboten.
Beste Grüße,
Johannes Kuhn, sueddeutsche.de
Das Windows7 bzw. Vista2 soll von Microsoft sein ?
Bei dem nervigen laufenden Nachgefrage u. der Entrechtung des Nutzers bei seiner gekauften Musik u. anderen Daten , dachte ich immer es wäre von Schäuble !
... ich habe mir die Home Premium letzten Freitag hier in Berlin in einem Computerladen um die Ecke für 89 EUro gekauft, mich im Nachhinein noch geärgert, weil ein andere Laden es 12 Euro günstiger angeboten hat. Sind die Berliner mal früher dran als die Münchner oder hat der Autor schlecht recherchiert?
"die Version "Home Premium" für etwa etwa 200 Euro zu haben"
Sorry, aber ich muss mich ehrlich fragen wer so viel Geld für so schlechte Software ausgibt! Insbesondere dann, wenn die Konkurrenz bessere Software zu niedrigem Preis oder gar kostenlos anbietet. Und ganz offensichtlich hat Microsoft aus der Pleite von Vista nix gelernt. Windows gehört mal kräftig abgespeckt. Alles raus was nicht sein muss.
Aber solange Windows ab Werk installiert ist, wird sich daran nichts ändern. Ich frage mich, wann die EU endlich mal darauf aufmerksam wird?! Wenn der PC-Käufer das Geld für sein Betriebssystem tatsächlich selbst bewusst in die Hand nehmen müsste, dann würden die Marktanteile von Windows vermutlich drastisch sinken.
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