Vierkern-Smartphone im 24-Stunden-Test Heiß, heißer, HTC One X

Es hat ein riesiges Display, eine hochauflösende Kamera und einen Quad-Core-Prozessor mit Grafikchip. Das HTC One X könnte ein hervorragendes Smartphone sein, würde sich das System nicht selbst ausbremsen: Wenn man es richtig fordert, wird es zu heiß.

Von Helmut Martin-Jung

Ein Bildschirm mit zwölf Zentimeter Diagonale und HD-Ausgabe, Vierkernprozessor samt Grafikchip, Acht-Megapixel-Kamera und das alles in einem elf Millimeter flachen Gehäuse: Das One X markiert zusammen mit dem Galaxy S 3 von Samsung so ziemlich das obere Ende dessen, was bei Smartphones derzeit technisch möglich ist. Die Frage aber sei erlaubt: Ist das auch sinnvoll, all das in ein Handy zu packen?

Heiße Sache: HTCs neues Flaggschiff entwickelt bei Belastung viel Hitze.

(Foto: ORT)

Schon an der Bildschirmgröße scheiden sich ja die Geister, auch das große HTC-Handy passt aber noch gut in die Hosentasche, zumal da es auch bloß 132 Gramm wiegt. Aber die Größe und hohe Auflösung ist auch in anderer Hinsicht ein Problem: Der Akku, der fest eingebaut ist, ist nach wenigen Stunden leer, wenn man den Schirm intensiv nutzt. Dazu bietet er sich aber geradezu an, vor allem, weil HTC dem Gerät Nvidias neuen Tegra-3-Prozessor spendiert hat, der vier 1,4 Gigahertzkerne und dazu noch einen mit 0,5 Gigahertz mit einem Grafikchip vereint. Damit lässt sich formidabel spielen, es gibt sogar speziell optimierte Spiele, sodass auf dem Handy der Eindruck entsteht, man würde man eine Konsole nutzen. Aber: Leider hat HTC die Hitze, die dabei entsteht, nicht wirklich in den Griff gekriegt. Das Handy wird so heiß, dass man es nicht mehr in der Hand halten kann, das System muss sich selber ausbremsen, um nicht den Hitzetod zu sterben.

Nahezu die Qualität einer Kompaktkamera

Zwar bringt die Prozessoreinheit auch einen fünften Kern mit, der weniger Strom zieht und dann zum Einsatz kommt, wenn weniger rechenintensive Aufgaben anstehen, doch trotzdem wird der Akku ziemlich schnell leer. Das HTC ist daher ein Fall für einen Zusatzakku, sonst steht man auf Reisen schnell mit leerem Handy da.

Immerhin tröstet es ein wenig, dass HTC bereits die aktuelle Version 4 von Googles Android-Betriebssystem installiert hat, von dem das meiste allerdings unsichtbar bleibt, weil der Hersteller seine eigene, gut gelungene Sense-Oberfläche darüber legt. Vorteil: Sense ist meist schöner als nacktes Android, doch kommt ein Update, dauert es Monate, bis der Hersteller die Anpassung herausgeben kann - und damit auch Monate, bis sich die neue Android-Version einsetzen lässt. Auch die Kamera ist von guter Qualität, verwendet man sie bei gutem Licht, erreichen die Fotos nahezu die Qualität einer Kompaktkamera. Darüber hinaus bietet die Software auch zahlreiche Einstellungen zum Beispiel zum Weißabgleich, wie man es bei Handys bisher noch kaum findet.

Das One X ist dennoch mehr ein Versprechen auf eine Zukunft, in der Smartphones immer mehr von dem übernehmen können, was heute noch Computern vorbehalten ist. Es gefällt zwar durch die Art, wie reibungslos die jüngste Version von Android darauf läuft. Seinen Hauptvorteil, den schnellen Prozessor, kann es aber kaum ausspielen, weil der zu heiß wird, wenn man ihn richtig fordert.