Veto gegen Dailymotion-Übernahme Französischer Minister lästert über Yahoo

Der US-Konzern wäre gerne bei der französischen Videoplattform Dailymotion eingestiegen. Doch die Regierung in Paris sagt Nein: Yahoo sei der Deal nicht zuzutrauen, weil das Unternehmen nicht fit genug sei.

Die französische Regierung zweifelt an der Zuverlässigkeit des US-Internetriesen Yahoo als Investor und blockiert deswegen dessen Kaufpläne für die Pariser Videoplattform Dailymotion. "Wir denken, dass es keine gute Sache wäre, Dailymotion in die Hände eines Unternehmens zu geben, dessen Gesundheitszustand mitunter schwankt", sagte Industrieminister Arnaud Montebourg am Donnerstag in Paris. Es bestehe das Risiko, dass der in Paris aufgebaute Youtube-Konkurrent zugrunde gehe.

Montebourg reagierte mit den Äußerungen auf Kritik an der angeblich investitionsfeindlichen Haltung des französischen Staates. Dieser hält 27 Prozent der Anteile an der Muttergesellschaft von Dailymotion, France Télécom-Orange, und will lediglich die Übernahme eines 50-Prozent-Anteils zulassen. Yahoo fordert aber 75 Prozent. France-Télécom-Chef Stéphane Richard ist seit einiger Zeit auf der Suche nach einem Partner für die Internationalisierung von Dailymotion außerhalb Europas. Er kritisierte die Einmischung der Regierung.

Nach Unternehmensangaben klicken bei Dailymotion monatlich mehr als 100 Millionen Nutzer rund 2,5 Milliarden Videos an. Die Plattform ist bislang vor allem in Europa verbreitet.