Verkaufsstart in den USA Ansturm auf das iPad

Tausende Kunden stürmen Apple-Läden: Der Verkaufsstart des iPad hat in den USA zu langen Warteschlangen geführt. Doch den Verkaufsrekord des iPhone zu überbieten, dürfte schwer werden.

In den USA hat am Samstag der Verkauf des neuen Apple-Tablet-Computers iPad begonnen, dem viele Computerfreunde entgegengefiebert haben. Vor den Läden in New York bildeten sich Warteschlangen, bis die Türen dann um neun Uhr (15 Uhr Mitteleuropäische Zeit) öffneten.

Einige Apple-Fans waren sogar extra aus Europa angereist, weil dort der Rechner erst Ende April in die Läden kommt. Zu ihnen gehörte auch der Software-Entwickler Siggi M. aus der Nähe von Frankfurt am Main. Ein iPad sei ideal dafür, sich schnell Notizen machen zu können, sagte er.

Andere warteten bereits seit einem Tag, um eines der ersten Geräte zu ergattern. Unter ihnen war auch die 66-jährige Toni Di Giorno, die extra mit ihrer Tochter und ihrem Enkelkind aus Pittsburgh angereist war. "Die beiden waren richtig verrückt auf einen iPad", sagte sie.

So wie in New York sah es auch in anderen Städten aus. In Richmond, Virginia vertrieben sich rund hundert Menschen die Wartezeit mit Kaffee und Plaudereien. An der Wall Street wird mit großer Spannung verfolgt, ob sich Apples Hoffnungsträger zum Verkaufsschlager entwickelt.

Zumindest der iPad-Verkaufsstart löste einen deutlich geringeren Ansturm aus als der des iPhones im Jahr 2007. Vom iPhone hat Apple in 74 Tagen eine Million Geräte abgesetzt - und das gilt es nun erst einmal zu überbieten

Das iPad, das Ende April auch in Deutschland zu haben sein wird, konnte in den USA bereits seit Mitte März im Internet bestellt werden. Denjenigen, die früh genug orderten, wurden die Geräte - eine Art Mischung aus Laptop und Smartphone - am Samstag nach Hause geliefert. Analysten schätzen, dass bei Apple bislang mehrere Hunderttausend Bestellungen eingingen. Für das erste Jahr wird mit einem Absatz von vier bis sieben Millionen iPads gerechnet.

Unterdessen wurde bekannt, dass in dem iPad Speicherchips von Samsung Electronics, Broadcom und Texas Instruments stecken. Dies fanden Experten des Unternehmens IFixit heraus, die das Gerät unmittelbar nach Verkaufsstart auseinander bauten und die Komponenten katalogisierten.

Das iPad verbindet die iPhone-Plattform für Anwendungen (Apps) aller Art mit einem Lesegerät für digitale Bücher (E-Books). Wegen dieser Funktion stößt das neue Gerät vor allem bei Medien und Verlagen auf besonderes Interesse.

Die ersten iPads haben ausschließlich eine WLAN-Verbindung und kosten je nach Speicherkapazität 499, 599 oder 699 Dollar (367 bis 515 Euro) - Preise für die Markteinführung in Deutschland wurden bislang nicht genannt.