Unbekannte haben E-Mails von Sarah Palin gehackt. Die Kandidatin für die US-Vizepräsidentschaft nutzte offenbar ihren privaten Account für dienstliche Korrespondenz.

Hacker haben den privaten E-Mail-Account der US-Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin geknackt. Eine Reihe von Mails der Gouverneurin von Alaska kursierte daraufhin im Internet - darunter auch solche mit offensichtlich politischem Bezug.

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US-Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin (© Foto: AFP)

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Die Hackergruppe, die sich "Anonymous" nennt, hat aus Palins E-Mail-Account gov.palin@yahoo.com private Fotos, Betreffzeilen sowie den Inhalt einiger E-Mails und die E-Mail-Kontaktliste bei Wikileaks.org gepostet. Wikileaks ist eine Internetseite, auf der anonym geheime Informationen gepostet werden, die nach Angaben der Betreiber "unethisches Verhalten von Regierungen" enthüllen sollen.

E-Mail an Schwarzenegger

Die veröffentlichten E-Mails und Betreffzeilen von Palins Yahoo-Account stammen von ihren Mitarbeitern. Dazu gehört auch ein Entwurf eines Briefs an Arnold Schwarzenegger, den Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien. Eine weitere E-Mail trägt die Betreffzeile "Nominierungen fürs Berufungsgericht".Einige E-Mails sind mit dem Kürzel DPS gekennzeichnet. DPS steht für Department of Public Safety, die Sicherheitsbehörde Alaskas.

Die Website Wikileaks ist allerdings derzeit wegen des großen Interesses an Sarah Palins privater E-Mai-Korrespondenz nicht erreichbar. Allerdings zeigen oder zitieren die US-Webseiten von "Wired" und "Gawker" in Screenshots die Enthüllungen der Hacker.

Erneuter Fehltritt?

Palin, die im Falle eines Wahlsiegs der Republikaner an der Seite von John McCain ins Weiße Haus einziehen will, sieht sich nun erneut mit der Frage konfrontiert, warum sie einen privaten Yahoo-Account für dienstliche Zwecke nutzt.

Bereits vor einigen Monaten - noch vor Palins Ernennung zu McCains "running mate" - waren die Gouverneurin und ihr Stab in die Kritik geraten, weil sie offizielle Korrespondenz über private Mailadressen abwickelten.

Umso unangenehmer dürfte der am Mittwoch bekanntgewordene Hackerangriff für Palin werden, auch wenn offenbar keine vertraulichen Informationen an die Öffentlichkeit gelangten.

Das Wahlkampfteam der Republikaner sprach von einer schockierenden Verletzung der Privatsphäre. Der Secret Service wandte sich am Mittwoch an die Nachrichtenagentur AP und bat um Kopien der durchgesickerten Mails. AP lehnte dies ab.

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(sueddeutsche.de/AP/mri)