Von Helmut Martin-Jung

Die amerikanische Musikindustrie hat in ihrem Kampf gegen illegale Musik-Downloads nun auch einen Vorgänger des Internets ins Visier genommen: das Usenet.

Der Verband RIAA reichte Klage gegen einen Anbieter ein, der Zugang zum Usenet bietet. Die Firma Usenet.com ermögliche es Kunden, Kopien urheberrechtlich geschützter Musikwerke zu verbreiten, heißt es in der Klageschrift, und sie würde ihre Kunden sogar zu diesem Verhalten ermutigen.

Anzeige

Das Usenet entstand lange vor dem World Wide Web als Alternative zum Arpanet, dem Vorläufer des heutigen Internets. Es lässt sich vergleichen mit einem virtuellen Schwarzen Brett. Daran kann man jedoch nicht Botschaften anbringen, sondern auch direkt antworten. Das Usenet, ein dezentral organisierter Rechner-Verbund, ist Treffpunkt von Interessengruppen; von Menschenrechten bis zu Modelleisenbahnen gibt es für nahezu alle Bereiche eigene Newsgroups.

Weite Teile des Usenets sind allerdings von Werbebotschaften überflutet. Andere Teile erlauben auch den Austausch von Dateien, die dafür in handliche Päckchen zerteilt und anschließend vom Computer des Empfängers wieder zusammengesetzt werden. Um ins Usenet zu gelangen, muss man Zugriff auf einen Usenet-Server haben.

Die Anmeldung bei Servern, die Dateianhänge zulassen, ist meistens kostenpflichtig. Usenet.com wirbt auf seiner Homepage damit, dass es Zugang zu "mehr als 300 Terabyte an Qualitätsdateien aus dem Usenet" biete.

Leser empfehlen 

(SZ vom 18.10. 2007)