Anarchie ist keine Freiheit: Der Mensch darf sich vom Internet nicht in die unkontrollierbare Unordnung manövrieren lassen.
Diese Debatte ist zu führen. Darf man aus dem Internet alles kostenfrei herunterladen, nur weil das technisch möglich ist? Dabei geht es nicht um die Radikalisierung der Debatte über die digitale Kultur, sondern um eine Debatte über die Radikalität der digitalen Un-Kultur.
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Fördert das Internet Rechtsverstöße per Mausklick und Tastendruck? (© Foto: iStockPhoto)
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Die neue "Netzgesellschaft" ist mit herkömmlichen Methoden, Mitteln und Mechanismen nicht zu fassen. Da gibt es keine Verhältnismäßigkeiten, keine Ermessensspielräume. Der Staat, Staatsgrenzen und Rechtsordnungen sind dem Internet fremd. Nun bescheinigt man den Kritikern des bestehenden Urheberrechts, dass die digitalen Vordenker nachvollziehbar argumentieren und ihre Motivation in den allermeisten Fällen die Überzeugung sei, für eine bessere Welt einzutreten.
Ist schon das in dieser Pauschalität einigermaßen abwegig, so ist die nachfolgend überaus langwierige Befassung mit der Tätigkeit von Abmahn-Anwälten und entsprechend spezialisierter High-Tech-Unternehmen im Bereich der Urheberrechtsverstöße eine geradezu absurde Verwechslung von Ursache und Wirkung.
Die Feststellung, das fehlende Unrechtsbewusstsein beim Thema Copyright der mit dem Internet aufgewachsenen Generation und die daraus resultierende Unwissenheit beruhe auch darauf, dass die junge Generation Rechtsbrüche per Mausklick begehe, verkennt die anarchische Struktur des Problems insgesamt. Der Urheberrechtsverstoß per Mausklick ist nicht Pokerspielen mit Spielgeldchips. Der Pirat mit dem rebellischen Gestus ist kein Robin Hood.
Die Judikative wird mit dem Internet allein gelassen
Das Internet ist konzeptionell so angelegt, dass unabhängig von rechtlichen Vorgaben und technischen Hindernissen Daten jedenfalls weitergegeben und abgerufen werden können. Das massenhafte Abmahnen und Anzeigen von Usern, Internetnutzern, "Endverbrauchern" ist deswegen nicht weniger, aber auch nicht mehr als Reflex und Reaktion von Urhebern und der die urheberrechtlich geschützten Werke finanzierenden Industrie, die, weil der Gesetzgeber die Judikative mit dem Internet weitgehend alleine lässt, sich an "die Kleinen" wendet, also die User und Konsumenten, weil "die Großen" wie die Tauschbörsen oder gar die Raubkopiesyndikate nicht zu fassen sind.
Das ist weder schön, noch eine bessere Welt, sondern Faktum. Natürlich würden Musiker, Filmschaffende, Produzenten sich lieber an Raubmitschneider, Raubkopierer, Tauschbörsen und dergleichen wenden - was jedoch weitestgehend scheitert, weil diese nicht greifbar, mit technischen Mitteln nicht ermittelbar und mit konventionellen rechtlichen Möglichkeiten nicht erfassbar sind.
Wenn Kontrolle schwer ist oder in wesentlichen Segmenten unmöglich, ist es leicht, Pirat zu sein, da ist rebellischer Gestus nur Attitüde und ideologischer Hintergrund nicht in Sicht. Allenfalls der Versuch, die Urheber und die Industrieteilnehmer, die sich gegen massenhafte Urheberrechtsverletzungen zur Wehr setzen, pauschal als konservatives Lager oder radikale Fraktion, die nicht diskutierbereit sei, zu diskreditieren, ist ideologisch.
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Hallo,
irgendwann kam doch raus, dass einer der größten Server - FTP-Welt? - von der Musikindustrie betrieben wurde. Syndikus war da glaube ich auch mit drin. Die Kunden hat er dann gleich auch abgemahnt. Da weder Politik noch Juristenvereinigungen fähig waren, dies klar zu verhindern, wird das Vertrauen in Rechtsstaat und Demokratie weiter leiden. Es wird bald knallen, wir beide werden es noch erleben.
"Leider. Aber wie sonst können die ihren Beruf ausüben, wenn der Markt von Juristen vollkommen überfüllt ist? "
Ist ähnlich logisch wie "Ich brauche Kinderarbeit. Ohne Kinderarbeit sind die Chinesen viel billiger als ich".
Aber zu konstruktiven Lösungen:
1. Juristen wie Syndikus und Gravenreuth müssen aus den Ständen geschmissen werden.
2. Gerichte müssen sehr viel schneller auf "Rechtsmissbrauch" entscheiden
3. Die Regierung muss erheblich schneller die Gesetze anpassen à la "das erste Schreiben vom Anwalt ist kostenlos"
4. Die Strafe für solche Abzocker müssen drakonisch werden. Wer als RA Rechtsmissbrauch betreibt muss erheblich höher bestraft werden als ein normaler Bürger. Wenn ich als Sicherheitsingenieur an der Gasleitung schraube und es passiert was, bin ich auch "mehr dran" als ein normaler Bürger.
Das eigentliche Problem ist es, dass genau die Plattenlabels, Filmindustrie etc. den Wandel der Zeit einfach verschlaffen haben.
Ein Ökonom hat zu diesem Vorgang eine sehr passende Theorie (ist auch schon bewiesen) aufgestellt. Diese Theorie handelt davon, dass neue Technologien den Markt umkrämpeln können. Man spricht hier vom schöpferischen Zerstörer.
Als die Zeit des DSL auflebte (2000), wollten die genannten Industrien immer noch auf die alte Weise ihr Geld verdienen. Dies war allerdings überhaupt nicht möglich, da das Internet eine viel schnellere Variante anbot, die gewünschten Dateien zu bekommen. Das goldene Zeitalter für die ill. Downloads war geboren. Somit hatte der legale Transportweg viele Nachteile, aber kaum Vorteile geboten. Aber anstatt diese Probleme anzugehen, haben diese besagten Industriezweige einen völlig unsinnigen und falschen Weg gewählt. Zuerst hat man mit Abmahnungen reagiert. Als das kaum funktionierte, hat man es mit DRM versucht (die wirklichen Intelligenten haben sich von DRM verseuchtem Material ferngehalten. Zurecht wenn man die letzten Jahre anschaut). Erst vor kurzem (2 - 3 Jahre) hat man wirklich DRM freie Musik im Internet angeboten und schau her: Diese legalen mp3 Downloads weisen jährlich eine 2-stellige Zuwachsrate auf.
Soviel zu Unrechtsbewusstsein. Anscheinend gilt es auch für die Vorstände dieser Unternehmen, weil die ihre eigenen Fehler nicht einräumen wollen.
Eine kürzlich veröffentlichte Studie (ja, die kennen wir bereits) kommt zu dem Ergebnis, dass Filesharer weitaus mehr Geld für Musik, Filme etc. ausgeben.
Hier der Link:
heise.de/newsticker/meldung/Studie-Filesharer-geben-mehr-Geld-fuer-Musik-aus-847907.html
Gravy ist schon seit einiger Zeit bei Gulli anzutrefen.
[Abmahnanwälte gibt es zuhauf, ein Misthaufen zieht halt Schei+hausfliegen an. ]
Leider. Aber wie sonst können die ihren Beruf ausüben, wenn der Markt von Juristen vollkommen überfüllt ist?
Hallo,
och, da gibt es schon mehrere...Syndikus wurde ja in den 20u-Nachrichten abgeführt, Gravenreuth - sitzt der nicht schon? Abmahnanwälte gibt es zuhauf, ein Misthaufen zieht halt Schei+hausfliegen an.
Paging