Umfrage zum digitalen Leben Sex mit einem Roboter? Ja, bitte

Aus gefühllosen Sexpuppen sollen smarte Sexroboter werden.

(Foto: AFP)
  • Die SZ präsentiert in Kooperation mit Bayerischem Rundfunk, Arte und ORF die Doku-Reihe "Homo Digitalis".
  • Jeder dritte deutsche Umfrage-Teilnehmer würde mit einem Sexroboter schlafen.
  • Am Arbeitsplatz sinkt die Akzeptanz allerdings: Roboter sollten höchstens unterstützend für körperlich schwere Arbeiten oder repetitive Tätigkeiten engesetzt werden, finden die meisten Befragten.

Wie viel Maschine verträgt der Sex? Das war ein Thema der Studie "Homo Digitalis" von BR, Arte und dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (Fraunhofer IAO). Unter den Befragten würde jeder dritte Deutsche und jeder vierte Franzose gerne einmal mit einem Sexroboter schlafen.

Mehr als 22 000 Teilnehmer aus Deutschland und Frankreich waren zwischen Herbst 2017 und Februar 2018 online nach ihrer Offenheit für neue Technologien befragt worden.

Auch wenn es um Gesundheit geht, haben die befragten Deutschen kein Problem mit neuer Technik: 70 Prozent akzeptieren Organe, die im 3-D-Drucker hergestellt werden. Auf einen permanenten Körperscan würden sich mehr als der Hälfte der Befragten einlassen. Bei dem würden Bluthochdruck, Puls und Hormonhaushalt ständig gemessen und direkt Auskunft über den aktuellen Gesundheitsstatus gegeben. Ähnlich hoch ist die Akzeptanz für Nanobots - Mini-Roboter, die in menschliche Adern eingebracht werden, um dort Zellen zu reparieren.

193 Minuten am Handy

Zurückhaltender zeigen sich die Befragten dagegen bei den Themen DNA-Hacking und Chips im Gehirn. Nur jeder Dritte kann sich vorstellen, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, sein Erbgut am Computer zu verändern, oder durch ein Gehirn-"Upgrade" Konzentration, Kreativität oder Intelligenz zu verbessern. Die weiblichen Befragten reagierten allgemein zurückhaltender, außerdem sinkt mit steigendem Alter die Zustimmung zu Organen aus dem 3-D-Drucker sukzessiv: In der Altersgruppe über 60 Jahren waren deutlich weniger mit dem Einsatz dieser Technologie einverstanden.

Die Doku-Reihe „Homo Digitalis“

Wie werden wir in Zukunft leben und lieben, denken und spielen? SZ.de präsentiert als Medienpartner die aufwendig produzierte Web-Doku-Reihe "Homo Digitalis" von Bayerischem Rundfunk, ARTE und ORF. SZ-Autoren haben recherchiert: Wie sehen Beziehungen, Arbeit, Freizeit, Denken und Sex in der Zukunft aus? Eine Reise zu Sex-Robotern, Geliebten, die nur in sozialen Medien existieren, und zum neuen Menschen, der mit den Maschinen verschmilzt.

Auch am Handy verbringen Senioren weniger Zeit: Weniger als zwei Stunden sind sie pro Tag mit ihrem Smartphone beschäftigt. Bei den unter 25-Jährigen sind es dagegen mehr als 3,9 Stunden. Im Schnitt verwenden die deutschen Befragten ihr Handy 193 Minuten am Tag und für die Hälfte der Teilnehmer wäre der Verlust des Geräts schlimm bis unerträglich. Nur etwa zwölf Prozent fühlen sich vom Smartphone gestresst - auch wenn es ständig an ihrer Seite ist, bei 72 Prozent der befragten Deutschen selbst nachts, wenn sie schlafen.

Im Bett ja, bei der Arbeit nein

Geht es um den Beruf, herrscht wenig Akzeptanz für Roboter: Die teilnehmenden Deutschen möchten, dass die Maschinen am Arbeitsplatz höchstens unterstützend für körperlich schwere Arbeiten oder monotone, sich wiederholende Tätigkeiten eingesetzt werden.

Die Zukunftsstudie war Teil eines internationalen Webprojekts, zu dem eine siebenteilige Webserie gehört. Alle Artikel der SZ zum Thema finden Sie hier. Alle Ergebnisse der Studie lassen sich hier abrufen. Die TV-Dokumentation "Homo Digitalis" steht in der BR-Mediathek bereit oder lässt sich ganz linear im Fernsehen betrachten: Im BR Fernsehen wird die Dokumentation in der Nacht von 24. auf 25. Mai 2018 um 0.05 Uhr ausgestrahlt, auf ARTE am 29. Mai 2018 um 22.10 Uhr, auf ORF 2 am 17. Juni 2018 um 23.05 Uhr in der Sendeleiste "dokFilm".

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