Solche spektakulären Vorfälle sorgen für viel Zulauf bei dem Internetdienst. Schätzungen zufolge sollen weltweit bis zu fünf Millionen Menschen Twitter nutzen. Genaue Zahlen stellt das Unternehmen nicht zur Verfügung. Fünf Millionen sind eigentlich erschreckend wenig - etwa im Vergleich zu Handys, die mit ihrer SMS-Funktion ähnliche Möglichkeiten bieten. Drei Milliarden Geräte gibt es. Auch andere soziale Netze wie Facebook mit 150 Millionen Nutzern schlagen Twitter um Längen.
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Der Vorteil des neuen Dienstes liegt aber in seiner Einfachheit: Nirgendwo anders lassen sich so schnell die Massen in Kurzmitteilungen informieren - oder auch zum Beantworten von Fragen animieren. Unternehmen wie Jetblue, General Motors oder Dell nutzen Twitter, um Kundenanfragen zu beantworten oder ihre Marke zu pflegen. "Es hat das Zeug dazu, nützlich fürs Geschäft zu sein", sagt ein Analyst des IT-Marktforschungsinstituts Gartner.
Viele reizvolle Möglichkeiten
Für Twitter hat sich die Euphorie noch nicht ausgezahlt. Es existiert kein tragfähiges Geschäftsmodell - folglich verdient die Firma nichts. Es gebe "viele reizvolle Möglichkeiten", Umsatz zu generieren, heißt es auf der Twitter-Webseite. Man zögere aber noch: "Wir wollen uns bei wichtigeren Dingen nicht aus dem Konzept bringen lassen." Es gehe jetzt erst einmal darum, den Dienst weiterzuentwickeln. Schön, wer sich solche Zurückhaltung leisten kann.
Bei der letzten Finanzierungsrunde im Frühjahr standen die Investoren dennoch Schlange. 15 Millionen Dollar soll es gegeben haben. Wenig später fanden Übernahmegespräche mit Facebook statt. Ein Angebot von 500 Millionen Dollar hat Twitter ausgeschlagen. "Wir haben das geprüft", sagte Evan Williams, Chef von Twitter, im Dezember: "Es war nicht die richtige Zeit." Die Einstellung hat sich schnell geändert. "Es ist Zeit fürs Geschäft", steht nun im Firmen-Blog von Twitter. Kevin Thau sei als erster Verantwortlicher für Geschäftsentwicklung und Partnerschaften eingestellt worden. Und, so heißt es weiter, es gebe noch offene Stellen in dem Bereich.
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(SZ vom 22.01.2009/tess)
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